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Lokales Mehr Züge und Haltepunkte: Leipziger S-Bahn-Netz wird attraktiver
Leipzig Lokales Mehr Züge und Haltepunkte: Leipziger S-Bahn-Netz wird attraktiver
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12:52 07.12.2017
Das mitteldeutsche S-Bahn-Netz ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Wie hier in der Station Hauptbahnhof (tief) fahren immer mehr Fahrgäste mit. Quelle: dpa
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Leipzig

 Die S-Bahn wird deutlich attraktiver. Denn der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) hat zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember für rund drei Millionen Euro zusätzliche 400 .000 Zugkilometer bei der Deutschen Bahn AG bestellt. Das Angebot zwischen Leipzig und Halle wird um 30 Prozent erhöht. Auch die Linien S 1, S 2 und S 4 profitieren.

Weil die S-Bahnen zwischen Halle und Leipzig schon in der Vorweihnachtszeit übervoll sind, hat der ZVNL die Ausweitung dieses Angebots bereits zum 1. Dezember in Kraft gesetzt (die LVZ berichtete). „Wir haben pro Tag 16 000 Fahrgäste auf dieser Verbindung, im Dezember sind es bis zu 20. 000“, schilderte ZVNL-Experte Bernd Irrgang am Dienstag die Lage.

„Durch die Fertigstellung der Schnelltrasse Berlin-München und den Abschluss der Umbauarbeiten im Hauptbahnhof Halle sind Reisezeitverkürzungen auf der S-Bahn möglich“, betonte ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch. So ist die S 5x jetzt stündlich zwischen den beiden Städten unterwegs – in 23 Minuten statt bisher in 31 Minuten. Zusätzlich fährt die S 5 jetzt montags bis freitags zehn Mal am Tag von Leipzig über den Flughafen hinaus nach Halle und zurück – in jeweils 27 Minuten. „Wir erhoffen uns dadurch eine bessere Verteilung der Fahrgäste auf die Züge und eine Entlastung unserer Linie S 3“, so Mietzsch. Um dies zu erreichen, seien die Abfahrtzeiten aller drei Linien entzerrt und relativ gleichmäßig verteilt worden. Allerdings kann die S 3 dadurch nicht mehr bis Geithain verkehren und endet bereits in Connewitz. Diese Anbindung übernimmt die neue Linie S 6, die sowohl aus der S 11 als auch der S 3 (im Südabschnitt) hervorgeht.

Die S 2 verkehrt künftig von Stötteritz alle zwei Stunden jeweils nach Dessau und Lutherstadt Wittenberg sowie stündlich nach Delitzsch beziehungsweise Bitterfeld. Sie erhält eine um 15 Minuten veränderte Fahrplanlage und in Bitterfeld stündlich An-schluss zur neuen Linie S ­8 (Halle–Dessau/Wittenberg). Montag bis Freitag werden zusätzliche Züge von Delitzsch nach Bitterfeld verlängert, sodass zusammen mit der Linie RE 13 ein 30-Minuten-Takt zwischen Bitterfeld und dem Leipziger Hauptbahnhof entsteht. Auf der S 1 verkehren abends und nachts deutlich mehr Züge. Am Wochenende wird ein durchgehender Verkehr zwischen 1 und 4 Uhr im Stundentakt angeboten.

Es gibt allerdings auch Einschränkungen: Wegen der Bauarbeiten zwischen Taucha und Thekla endet die S 4 bis Ende 2019 nicht mehr in Thekla und wird deshalb alle zwei Stunden bis Eilenburg-Ost mit Halten nur noch in Leipzig-Nord, Taucha und Eilenburg verlängert. Dadurch gibt es künftig einen 30-Minuten-Takt nach Eilenburg.

Wegen Bauarbeiten auf der Sachsen-Franken-Magistrale kann die S 5 vorübergehend nicht mehr in den Böhlen Werken halten – nur noch die S 6, die im 30-Minuten-Takt verkehrt.

Änderungen gibt es auch auf der Stadtexpress-Linie 15 Saalfeld–Jena–Naumburg–Leipzig sowie der Regional-expressline 17 Erfurt–Weimar–Naumburg–Leipzig. Diese Züge halten ab Fahrplanwechsel sowohl in Leutzsch als auch in Möckern. Bisher war netzbedingt nur ein Halt in Leutzsch möglich. Damit werden Naumburg, Weißenfels und Markranstädt direkt an den für Berufspendler wichtigen Standort Möckern angebunden. Verbessert werden auch die Anschlüsse zum Fernverkehr im Leipziger Hauptbahnhof in Richtung Erfurt/Frankfurt am Main. Es wird pro Richtung am Abend eine zusätzliche Zugfahrt bestellt, wodurch die abendliche Taktlücke von zwei Stunden geschlossen wird. Die zusätzlichen Züge fahren um 22.20 Uhr vom Leipziger Hauptbahnhof und um 21.31 Uhr vom Chemnitzer Hauptbahnhof ab. Zusätzlich bestellt wird montags bis freitags auch eine Zugfahrt um 18.36 Uhr vom Leipziger Hauptbahnhof nach Grimma.

„Wir nähern uns Schritt für Schritt dem Endausbau des S-Bahn-Netzes im Jahr 2022“, betonte Irrgang. Der neue Haltepunkt Essener Straße werde Ende 2018 fertig, der in Thekla Ende 2019 und der Halt Mockauer Post ebenfalls Ende 2019. Noch nicht endgültig entschieden sei über den Bau eines neuen Haltepunkts am Güterverkehrszentrum; die Entscheidung über eine Taktverdichtung in Richtung Miltitzer Allee und die erweiterte Anbindung von Weißenfels, Naumburg und Merseburg werde voraussichtlich 2018 fallen – und wahrscheinlich 2020 umgesetzt.

Von Andreas Tappert

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