Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Mehr Zuzüge nach Ostdeutschland – Vor allem Leipzig profitiert

Abwanderungstrend gestoppt Mehr Zuzüge nach Ostdeutschland – Vor allem Leipzig profitiert

Erstmals seit der Wende ist der Abwanderungstrend aus den neuen Bundesländern gestoppt: So lautet das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Unter den ostdeutschen Großstädten profitiert vor allem Leipzig von der Entwicklung.

Leipzig profitiert besonders vom Stopp des Abwanderungstrends.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Gute Nachrichten für die ostdeutschen Bundesländer: Die Jahrzehnte währende Abwanderung ist gestoppt. Seit 2012 ziehen mehr Menschen in die neuen Bundesländer, als Einwohner verloren gehen. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie des Berlin-Instituts hervor. Die Forscher hatten die Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum von 2008 bis 2013 ausgewertet. Besonderer Gewinner dieser Entwicklung ist Leipzig.

Leipzig legt bei allen Gruppen zu

Die Messestadt weist für den Untersuchungszeitraum ein Plus von 43.975 neuen Einwohnern aus. Durch das rasante Bevölkerungswachstum wurde 2013 sogar eine Wachstumsrate von zwei Prozent erreicht – wodurch Leipzig in die Spitzengruppe der deutschen Großstädte vorstieß. 2015 legte die Stadt dann erneut um 16.000 Einwohner zu.

In allen sechs berücksichtigten Bevölkerungsgruppen konnte die Messestadt im Untersuchungszeitraum ein deutliches Plus erzielen. Die absolute Spitzengruppe bilden junge Menschen, vornehmlich Studierende und Auszubildende. Zwischen 2008 und 2013 zog es 30.788 sogenannte Bildungswanderer an Pleiße und Weiße Elster. Ein stark verbesserter Arbeitsmarkt in und um die Messestadt sorgt zudem dafür, dass viele nach Beendigung der Ausbildung in der Stadt bleiben. Selbst eine Familiengründung sorgt nicht mehr zwangsweise für eine Abwanderung in die Randgebiete.

Auch die Zahl der Menschen, die wegen der Arbeit nach Leipzig ziehen, legte deutlich zu. Innerhalb der untersuchten sechs Jahre verlagerten 9.051 Menschen aus diesem Grund ihren Wohnsitz nach Klein-Paris. Auch bei Familien erfreut sich Leipzig immer stärkerer Beliebtheit. Knapp 1.132 von ihnen konnten zwischen 2008 und 2013 als Neubürger begrüßt werden – flankiert von 312 Zugezogenen unter 18 Jahren. Ebenfalls deutlich angestiegen ist laut Studie die Zahl der Einwohner aus der Gruppe der sogenannten Empty-Nest-Wanderer – Eltern, deren Kinder bereits aus dem Haus sind – mit 1.325 Zugezogenen und die der Ruhestandswanderer über 65 Jahren. Sie machen 1.367 der neuen Bürger zwischen 2008 und 2013 aus.

Vor allem Großstädte profitieren

Während die neun ostdeutschen Großstädte mit einer Bevölkerungszahl von über 100.000 Einwohnern stark vom gestoppten Abwanderungstrend profitieren, nehmen die ländlichen Gemeinden nach wie vor die Verliererrolle ein. Vor allem sie müssen ihre jungen Einwohner in die Ballungszentren ziehen lassen. Somit wächst das Gefälle zwischen schrumpfenden und wachsenden Regionen auch 2015 immer weiter. Rund 85 Prozent der ostdeutschen Gemeinden verlieren laut der Studie weiterhin Einwohner.

Einige mittelgroße Städte mit Einwohnerzahlen zwischen 10.000 und 50.000 Einwohnern trotzen hingegen inzwischen dem Schrumpfprozess. Durch ihre Rolle als lokale Versorgungszentren, mit kurzen Wegen etwa zu Ärzten, Apotheken, Geschäften und kulturellen Einrichtungen seien sie entscheidend für die Lebensqualität in der gesamten Region. Gerade dies mache sie für die steigende Zahl der Ruheständler aus dem Umland attraktiv, hieß es. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich hierbei Orte in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die durch Nähe zum Meer oder ihren Status als ehemalige Luftkurorte punkten können.

Zuwanderung als Chance

Eine Chance für die ländlichen Gemeinden sehen die Autoren in den derzeit zuziehenden Flüchtlingen. Wo diese sich dauerhaft niederließen, könnten etwa Schulen vor der Schließung bewahrt werden, neue Geschäfte entstehen und Leerstand zu Wohnraum umgewandelt werden. Zwar fehle es auf dem Land an Migrantennetzwerken, was einen Zuzug zunächst unattraktiv erscheinen lasse. Dieser Mangel könne allerdings im Idealfall durch die enge Ortsgemeinschaft und Institutionen wie Vereine oder Freiwillige Feuerwehr ausgeglichen werden. Damit würde auch Integration im Gegensatz zu den oft anonymen Großstädten tendenziell vereinfacht.

Von bfi (mit dpa)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr