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Lokales Mehr als 150 Einsätze bei Unwetter in Leipzig: Straßen unter Wasser und umgestürzte Bäume
Leipzig Lokales Mehr als 150 Einsätze bei Unwetter in Leipzig: Straßen unter Wasser und umgestürzte Bäume
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21:44 27.07.2016
Georg-Schumann-Straße nach Unwetter überspült.  Quelle: Sebastian Liehr
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Leipzig

Überspülte Straßen, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller: Innerhalb von Minuten richtete ein Unwetter am Mittwoch in Leipzig Schäden an. Die Polizei bestätigte, dass vor allem der Norden der Stadt von dem Starkregen und Sturm getroffen wurde. In Lausen beschädigten Äste mehrere Autos, in Wahren wurden Bäume entwurzelt, in Burghausen lief Wasser in die Keller. Im Norden wurden die Gullydeckel durch das zu hohe Grundwasser sogar ausgehoben, teilte die Polizei mit.

Am Abend sprach die Leipziger Feuerwehr von 116 Einsätzen und Telefonleitungen, die weiterhin nicht still stehen würden. Die Polizei war bis 20.30 Uhr zu etwa 50 Einsätzen wegen des Unwetters ausgerückt. Darunter umgekippte Lichtmasten und Bäume, zerstörte Autos sowie Oberleitungen. 

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Über dem Norden der Stadt hat sich am 27. Juli 2016 ein heftiges Unwetter entladen. Straßen wurden überspült, zum Teil knickten Äste ab und stürzten Baume um. Straßenbahnen konnten nicht mehr weiterfahren. Foto: Frank Eritt

Fotos zeigen: Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun. In der Georg-Schumann-Straße sind zahlreiche Autos abgesoffen, in Wahren und in Markranstädt knickten Bäume um. Der Deutsche Wetterdienst hatte gegen 14.30 Uhr vor extremen Gewittern im Norden von Leipzig und im Kreis Nordsachsen gewarnt. Straßenbahnen der Linien 4, 7, 10, 11, 12 und 16 und mehrere Buslinien konnten in Leipzig zum Teil nicht mehr weiterfahren. In Böhlitz-Ehrenberg gab es auch Oberleitungsschäden und Stromausfälle. "Wegen Unwetterschäden, umgestürzten Bäumen und Überflutungen kommt es im Bus und Straßenbahnnetz der Leipziger Verkehrsbetriebe zu erheblichen Behinderungen, Verspätungen und Umleitungen", teilten die LVB mit.

In der Landsberger Straße gab es einen Stromausfall. Dort wurden die Verkehrsbetriebe ausgebremst, weil der Sturm ein Dach abgedeckt hatte, so Sprecher Marc Backhaus. Auf dem Gelände der Bundeswehrkaserne hatte der Sturm die Abdeckung des kompletten Gebäudes heruntergerissen. Soldaten sammelten die Teiler auf der Straße später ein. Die Bergungsarbeiten dauerten gegen 17 Uhr noch an. Weil die Straße in dem Bereich gesperrt war, konnte auch kein Schienenersatzverkehr eingesetzt werden. Die Linie 4 verkehrte deshalb am Nachmittag nur ab und bis Viertelsweg. Dagegen war die voll gelaufene Unterführung im Bereich Slevogt- und Travniker Straße kurz vor 17 Uhr für den Verkehr wieder frei gegeben.

Im Borkumer Weg wurde ein großer Baum entwurzelt und fiel auf ein Wohnhaus. Quelle: Lutz Winkler

Muss man ernsthaft bei so einer Wassermenge da mit dem Auto durch fahren???Der VW vorher hat es nicht überlebt 󾌴

Gepostet von Ramona Richter am Mittwoch, 27. Juli 2016

Im Borkumer Weg, ebenfalls in Gohlis, wurde ein meterhoher Baum entwurzelt und landete direkt in der Fassade eines Wohnhauses. Trotz den vielen Vorfällen habe es laut Polizei keine verletzten Personen gegeben.

DWD: Niederschläge in Leipzig nicht messbar

Auch das System Katwarn ist angesprungen: Nutzer bekamen die DWD-Warnung über die App per Push-Nachricht. Auch das Notfall-Informationssystem Nina reagierte. In der Leipziger City war von der Unwetterlage kaum etwas zu spüren. Es blieb bei Schauern und einigen Böen.

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Meteorologin Tanja Dressel vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig erklärte, dass die Gewitterzellen örtlich zum Teil so stark begrenzt waren, dass an manchen Stationen Niederschläge gar nicht gemessen werden konnten - so etwa in der Messestadt.

Werte gibt es dagegen für Eilenburg: Dort fielen innerhalb einer Stunde 31 Liter Regen pro Quadratmeter. In Markranstädt wurden mit 13 Litern wesentlich geringere Regenmengen registriert. Wie die Meteorologin sagte, wird das wechselhafte Wetter auch in den kommenden Tagen anhalten. Schauer und Gewitter würden jedoch deutlich schwächer ausfallen. Bei Temperaturen von mehr als 20 Grad werde ein „normaler mitteleuropäischer Sommer“ erwartet.

Von Evelyn ter Vehn/ Anne Grimm

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