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Lokales Mehr als 3000 Leipziger demonstrieren für Demokratie und Grundwerte
Leipzig Lokales Mehr als 3000 Leipziger demonstrieren für Demokratie und Grundwerte
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11:10 15.01.2019
Auch Schüler nahmen an der Demonstration mit dem Motto Aufruf 2019 durch Leipzig teil und forderten das Einstehen für eine demokratische Zukunft. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Mehr als 3000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Montagabend für Demokratie demonstriert – trotz eisiger Kälte. Hinter die Initiatoren, die ein Aufruf 2019-Transparent trugen, reihten sich Menschen mit grauen Haaren, aufgeregte Kinder mit bunten Laternen, Schüler mit Plakaten, SPD-Mitglieder, Anhänger der „Aufstehen“-Sammelbewegung, EU-Befürworter sowie Vertreter der Initiative „Aufbruch Ost“. Auf glatten Straßen liefen sie vom Nikolaikirchhof durch die Innenstadt über den Ring.

„Lasst uns an unserer Demokratie festhalten, sie ausbauen und verteidigen“, forderte Jürgen Reiche, Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums. Die Demonstration sei ein „Weckruf“ an alle Unzufriedenen, sich doch an der Demokratie zu beteiligen, sagte er und ging auf die Bedeutung des Grundgesetzes, welches vor 70 Jahren verabschiedet wurde, ein. Es diene als Kompass für die, die hier leben als auch für die, welche herkommen.

Mitinitiator des Aufrufs 2019, Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), begann seine Rede am Goerdeler-Denkmal vor dem Neuen Rathaus mit „Liebe Anständige“ und erinnerte an die erste Demonstration gegen Legida vor genau vier Jahren. Zwischen den feierlichen Klängen Leipziger Posaunenchöre wurde der Oberbürgermeister persönlich, erinnerte an seinen ermordeten Danziger Kollegen: „Heute Nachmittag ist mein Freund Paweł Adamowicz gestorben.“ Jung warnte davor, dass Worte wie Asyltourismus in „ganz schreckliche Taten münden“. Umso wichtiger sei es, eine Streitkultur zu pflegen, anstatt Streit mit Gewalt zu regeln.

Mit der Auftaktveranstaltung zu Aufruf 2019 hat die bürgerliche Mitte im Wahljahr ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt. Trotz Kälte und Glätte zogen mehr als 3000 Leipziger durch die Innenstadt und über den Ring.

Die Abschlusskundgebung auf dem Markt eröffnete „Prinz“ Sebastian Krumbiegel mit seinem neuen Song „Die Demokratie“. Neben Thomas Karnik (Betriebsrat Leipziger Guss), Selma Roth (Jugendparlament/Landesdelegierte des Stadtschülerrats Leipzig), Matthias Sturm (Inhaber Sturm-Kommunikations-Systeme) und Irena Rudolph-Kokot (Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ und Personalratsmitglied Verdi) sprach Sascha Kodytek vom Jugendparlament. Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns erinnerte an den 15. Januar 1989, die erste große Demonstration in jenem Jahr mit mehreren Hundert Teilnehmern in Leipzig. Noch immer sei es wichtig, eine demokratische Haltung zu zeigen und für Menschenrechte und Menschenwürde einzustehen.

Auch Teilnehmerin Bettina Löser erinnerte sich an die Demonstrationen vor 30 Jahren: „Damals zogen wir in die andere Richtung auf dem Ring“, so die 65-Jährige. Die zunehmende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft mache ihr Angst. Um etwas dagegen zu unternehmen, nahm Löser an der Demonstration teil.

Kritisch äußerte sich hingegen die AfD: Man wolle „genau beobachten, ob sich ausschließlich Demokraten an den Demonstrationen beteiligen“, teilte Siegbert Droese, AfD-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter, am Montag mit.

Die Demonstration gilt als Auftakt für weitere Veranstaltungen der Demokratie-Kampagne Aufruf 2019, die der frühere Thomaspfarrer Christian Wolff maßgeblich initiierte. Im Jahr von Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen wollen sich die Unterstützer auf das Grundgesetz besinnen und die Demokratie in Leipzig und Sachsen stärken.

Von Theresa Held

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