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Lokales Neue Video-Serie: So leben die Menschen in Leipzig im Ural
Leipzig Lokales Neue Video-Serie: So leben die Menschen in Leipzig im Ural
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12:20 23.10.2018
Seit 2017 steht ein „Völkerfreundschaftsdenkmal“ in Leipzig im Ural. Die Macher von „Mein Leipzig 2.0“ haben es für ihre Video-Serie besucht. Quelle: Strohhut Pictures
Leipzig

Am Anfang stand die Idee eines gemeinsamen Films als Bachelorarbeit. Nicole Wagener (22) und ihr Freund Tim Waber (25) haben an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) Fernsehproduktion studiert. Tims Vater Heiko setzt sich im Verein „Brücke der Kulturen“ seit Jahren für die Freundschaft zwischen den Leipzigs in Deutschland und Russland ein. Es gibt immer wieder gegenseitige Besuche, und seit 2017 steht im Ural ein Völkerfreundschaftsdenkmal aus Aluminium – als Kopie des Völkerschlachtdenkmals.

Durch diese Verbindung entstand bei Nicole und Tim die Idee, die nächste Reise in den Ural für die Produktion eines Films zu nutzen. Mit der TV-Kamera machten sie sich im Sommer auf den Weg in das 800-Seelen-Dorf an der kasachischen Grenze. Herausgekommen ist eine berührende Dokumentation, die LVZ.de ab Freitag in einer fünfteiligen Serie zeigt – hier gibt es vorab den Trailer:

Ganz nah an den Menschen

Gut eine Woche dauerte der Aufenthalt in Russland. Es sind die Momente eines ländlichen Lebens, die Nicole und Tim in ihrem Film festhalten und dabei immer ganz nah an den Menschen sind. Am Viehhirten Chaidar, der die 120 Kühe des Dorfes jeden Morgen auf die Weiden in der Umgebung treibt. An den Kindern in der Schule, die im Unterricht auch Landwirtschaft lernen. An den Frauen, die sich beim Gottesdienst in der hölzernen Kirche des Dorfes treffen. An Ivan Georgewitch Bogoduchew, der seine grausamen Erlebnisse an der Front noch erschütternd detailliert schildern kann; der Kriegsveteran ist 95 Jahre alt. „Wir haben in dem Moment gar nicht so viel verstanden“, erinnert sich Tim Waber, „aber man hat gespürt, dass dem Mann das nach so vielen Jahren noch immer sehr an die Nieren geht.“

Beeindruckende Gastfreundschaft

Die Gastfreundlichkeit der Russen hat die beiden nachhaltig beeindruckt: „Wenn Du dort in ein Haus kommst, ist es egal, dass Du ein Fremder bist“, erzählt Nicole. „Du bist sofort willkommen, bekommst etwas aufgetischt, man bietet Dir ein Quartier an – und die Gastgeber schlafen in der Garage. So etwas habe ich noch nirgends erlebt – und ich bin schon viel gereist.“

Nicole Wagener mit der Besucherin eines Gottesdienstes in der Kirche in Leipzig/Ural. Quelle: Tim Waber

So ist am Ende mehr entstanden als eine Bachelorarbeit. „Für uns wurde ein Herzensprojekt daraus“, erzählt Nicole. „Nachdem wir die Menschen kennengelernt hatten, hat uns diese Serie schon bald sehr viel mehr bedeutet.“

„Wir sind alle Leipziger“

Nicole Wagener und Tim Waber ist eine Dokumentation gelungen, die nichts schön malt, die dem Betrachter aber trotzdem unterhaltsam und authentisch das Leben im anderen Leipzig nahebringt. „Eigentlich“, erzählt Nicole, „wollten wir mit unserer Serie die Unterschiede zwischen den beiden Leipzigs aufzeigen.“ Doch am Ende kam alles anders. „Wir haben mehr Gemeinsamkeiten festgestellt. Trotz anderer Kulturen und verschiedener Lebensgewohnheiten ist doch vieles gleich. Jeder hat ähnliche Ziele im Leben, es geht um die gleichen Dinge, um die Familie, um Freundlichkeit zueinander.“ Oder, wie Nicole es am Ende des letzten Teils der Serie ausdrückt: „Wir sind alle Leipziger – nein, wir sind alle Menschen, egal woher wir kommen.“

Die Videoserie „Mein Leipzig 2.0“

Teil 1: So sieht der Alltag in Leipzig im Ural aus

Teil 2: Wie religiös sind die Leipziger?

Teil 3: Bliny statt Allerlei – Essen im russischen Leipzig

Teil 4: Ein Leipziger Kriegsveteran erinnert sich

Teil 5: Wie die Leipziger ein „Völki“ im Ural bauten

Von Björn Meine

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