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„Mein Leipzig lob’ ich mir“: Kehrt die berühmte Goethe-Leuchtreklame an den Brühl zurück?

„Mein Leipzig lob’ ich mir“: Kehrt die berühmte Goethe-Leuchtreklame an den Brühl zurück?

Seit Jahren ist sie eingelagert, ihre Montage auf den Höfen am Brühl wurde bislang durch die Klage eines Hotels verhindert. Nun steht im Streit um die historische Leuchtreklame „Mein Leipzig lob’ ich mir“ eine Entscheidung an: Das Verwaltungsgericht Leipzig verhandelt kommende Woche darüber, ob der berühmte Goethe-Schriftzug installiert werden darf oder nicht.

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Bis 2007 stand die Leuchtreklame "Mein Leipzig lob ich mir" auf den Wohnblöcken am Brühl. Vom dort gebauten Einkaufszentrum könnte sie auch künftig wieder die Gäste der Messestadt begrüßen - wenn das Verwaltungsgericht grünes Licht gibt

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Geben die Richter grünes Licht, könnte das Wahrzeichen 2014 ins Stadtbild zurückkehren.

Die Urteil fällt nicht im Gerichtssaal, sondern direkt vor Ort in der Leipziger Innenstadt: Am kommenden Mittwoch – fast ein Jahr nach der Eröffnung der Höfe am Brühl – startet mit einem Ortstermin der mit Spannung erwartete Prozess über die Zukunft der denkmalgeschützten Neonwerbung. Am ersten und wahrscheinlich auch einzigen Verhandlungstag werde eine „Beweisaufnahme durch Inaugenscheinnahme der Örtlichkeiten“ stattfinden, erklärt Gerichtssprecher Alexander Lenz gegenüber LVZ-Online. Die fünf Richter würden dabei nicht nur die lokalen Gegebenheiten prüfen. Sie lassen sich auch von den Streitparteien ihre Sicht auf die „Lichtintensität“ der Reklame erläutern, so Lenz.

Streit um ein Leucht-Denkmal: Behelligung der Hotelgäste?

Hintergrund der Auseinandersetzung: Das angrenzende Marriott-Hotel befürchtet eine Belästigung seiner Gäste, sollte die Leuchtschrift auf dem Dach des Einkaufszentrums wie geplant angebracht werden. Bereits 2012 reichten die Eigentümer der Brühl-Arkade, in der sich die Vier-Sterne-Herberge befindet, deshalb Klage gegen die Stadt Leipzig ein. Die Kommune hatte die Baugenehmigung für den Wiederaufbau der DDR-Reklame am Brühl erteilt – dort, wo sie seit den 1970er-Jahren bis zum Abriss der alten Wohnblocks jahrzehntelang leuchtete.

Knackpunkt: Die 2007 beseitigten Plattenbauten waren nicht nur deutlich höher als die Höfe am Brühl, auch der Abstand zum Hotel an der Straße Am Hallischen Tor verringerte sich von 30 Metern auf etwa die Hälfte. Auf dem Einkaufszentrum würde ein Teil des rund 100 Meter langen Schriftzugs in 70 Hotelzimmer hineinleuchten, beklagt Hotelchef Thomas Reinhardt. "Wir sind überhaupt nicht gegen diese Leuchtreklame, aber gegen diesen Platz", erklärt er. Trotz mehrerer Ortstermine und eines Gutachtens der Stadt konnte bislang keine Einigung erreicht werden. Selbst ein 2012 von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) an das Hotel verfasstes Schreiben brachte keine Annäherung. Das Ringen um die, so Jung, „liebenswerte Botschaft an die Gäste unserer Stadt“ blieb erfolglos.

Sanierung der Reklame würde 300.000 Euro kosten

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Schon seit Jahren lagern die Teile der Leuchtreklame in der Halle einer Spezialfirma südlich von Leipzig und warten auf ihre Restaurierung.

Quelle: Volkmar Heinz

Dabei hatte die Stadt als Kompromiss bereits angeboten, die Reklame nachts ausgeschaltet zu lassen und von 6 bis 22 Uhr nur mit 20 Prozent Leistung leuchten zu lassen. Das Marriott gab sich damit nicht zufrieden. Es drängt darauf, dass die Reklame mit der mehrsprachigen Begrüßung „Willkommen in Leipzig“ an einer anderen Stelle des Einkaufszentrums installiert wird. Aufgrund der unterschiedlichen Gebäudehöhen scheint das jedoch ausgeschlossen. Möglich wäre stattdessen, dass der ohnehin schwer einsehbare Teil der Neonanlage Am Hallischen Tor komplett dunkel bleiben muss und nur der zur Innenstadt gewandte Teil leuchten darf.

Fest steht: Bevor Goethe wieder seinen Blick über Leipzig schweifen lassen kann, ist eine aufwändige Sanierung der Reklame notwendig. Sie lagert bereits seit ihrer Demontage 2007 in Einzelteile zerlegt in einem Depot südlich von Leipzig. Mit der Restaurierung werde bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung des Gerichts abgewartet, sagt Rainer Borst, Centermanager der Höfe am Brühl. Der Höfe-Eigentümer Mfi aus Essen würde sich die drei Monate dauernde Instandsetzung rund 300.000 Euro kosten lassen – frühestens 2014 wäre diese abgeschlossen.

Bereits bei der Planung des 200 Millionen Euro teuren Einkaufszentrums hatte sich das Unternehmen zur Installation der Leuchtreklame verpflichtet, die Baugenehmigung aber erst im April 2012 gestellt. "Viel zu spät, um noch eine sinnvolle Kompromisslösung während des Baus zu finden", kritisiert Marriott-Chef Reinhardt. Sollte das Gericht der Stadt dennoch Recht geben, werde er die Entscheidung akzeptieren, kündigte er nun an. "Wir hoffen, dass es eine Einigung gibt“, sagt Centermanager Borst.

Robert Nößler

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