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Lokales „Mein grünes Paradies“ – neue LVZ-Serie startet
Leipzig Lokales „Mein grünes Paradies“ – neue LVZ-Serie startet
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12:00 10.07.2016
Sabine und Manfred Ulmer in ihrem grünen Paradies, das sogar schon einen Preis bekommen hat. Quelle: Kempner
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Leipzig

Schützend biegt sich die Fliederhecke den kleinen Hügel im Johannistal hinauf. In den Beeten wachsen riesige Salbeibüsche. Efeu rankt sich um das kleine Häuschen, das am höchsten Punkt des Gartengrundstücks steht. Von hier aus blickt man auf die Dächer der Gründerzeit-Häuser im Leipziger Osten.

So sehr dies auch nach der typischen Kleingartenidylle klingen mag: Kurzgeschorenen Rasen und übertrieben gezüchtete Rosen wird man im Garten von Sabine und Manfred Ulmer nicht finden. „Bei uns ist die Natur zu Hause“, sagt der 74-jährige Rentner. Dafür wurde der Garten mit der Nummer 0815 sogar unlängst von der Stadt Leipzig als „Naturnaher Garten 2016“ ausgezeichnet.

Als die Ulmers 2001 den Garten übernahmen, hatte Manfred Ulmer gerade eine Krebserkrankung samt Organtransplantation hinter sich. Den Therapieerfolg schreibt das Ehepaar vor allem einem Tee aus Ringelblumen, Scharfgabe und Brennnessel zu, den Sabine Ulmer ihrem Mann damals zubereitete. Daraus erwuchs die Idee, sich auf die Heilkraft der Natur und ihre Gaben zurückzubesinnen. „Ich wollte nie einen Garten, hielt das für kleinbürgerlichen Mist“, erinnert sich Manfred Ulmer. Bei einem Spaziergang nach der Operation wurde das Paar aber auf den Garten 0815 aufmerksam, der schon damals aufgrund der Lage an einem Hang ganz anders gestaltet war als die anderen. „Im Grunde suchte ich eine Oase für meinen Mann, damit er etwas tun konnte, nicht alleine war, während ich zur Arbeit ging“, sagt die 69-jährige Sabine Ulmer. Am Ende hat sich daraus für beide eine große Liebe zum Garten und auch zum Kleingartenverein entwickelt, in dem sie sich ehrenamtlich engagieren.

Bei gutem Wetter sind die beiden Rentner von morgens bis abends in ihrem Garten. Ob Kornäpfel ernten, Kräuter einlegen, Brot im Steinofen backen oder nach den Aprikosen sehen – gerade im Sommer gibt es immer etwas zu tun. Zur Erntezeit kaufen die Ulmers fast nichts ein, so viel Obst und Gemüse gibt es frisch aus dem Garten. Eine besondere Vorliebe hat Sabine Ulmer für alte Gemüsesorten. Neben Klassikern wie Erdbeeren, Tomaten und Knoblauch baut sie beispielsweise Saubohnen, Portulak und die Kartoffel Linda an. Auf dem Hügelplateau wächst Wein, der zu Traubensaft verarbeitet wird. Zwischen den Nutzpflanzen wachsen riesige Pfingstrosenstauden, Obstbäume und Kräuter. Hier und dort ein paar Pflanzen, von denen auch die Ulmers selbst nicht wissen, wie sie dort hingekommen sind. Auf der Mitte des Hangs steht der „Minister von Hammerstein“, ein Apfelbaum.

Naturnah ist vor allem das Verhältnis der Ulmers zum Gärtnern: Hier hat die Natur freie Bahn und wird nicht in Form gestutzt. Gespritzt wird, wenn überhaupt, mit selbst hergestellter Jauche, es gibt ein Bio-Klo, gedüngt wird mit dem Humus vom eigenen Kompost. „Wir versuchen das Gleichgewicht der Natur zu erhalten, denn so wächst und gedeiht alles am besten“, erklärt Manfred Ulmer. Die Wetterbedingungen sind dazu noch ideal, da die Sonne am Tag einmal um den Hügel zieht.

Wenn Sabine Ulmer früh aufwacht, dann fährt sie mit ihrem Frühstück in den Garten und setzt sich in ihr kleines Naturparadies: „Die Sonne geht auf, die Vögel jubilieren und dann denke ich einfach, was ist das schön.“ Die Ulmers haben ihr Gartenglück gefunden.

Wollen Sie uns auch Ihren Garten zeigen? Haben Sie einen besonders grünen Balkon? Oder sind Sie ein „Urban-Gardener“? Uns interessiert Ihr grüner Daumen! Melden Sie sich bei uns – und vergessen Sie dabei nicht Ihren genauen Namen, Ihre Telefon- und/oder Handynummer. Kontakt – Mail: mein-gruenes-paradies@lvz.de. Post: LVZ-Lokalredaktion, „Mein grünes Paradies“, Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig.

Von Britt-Marie Lakämper

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