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Lokales Meningokokken-Fall an Leipziger Kita: Amtsärztin rät weiter zur Impfung
Leipzig Lokales Meningokokken-Fall an Leipziger Kita: Amtsärztin rät weiter zur Impfung
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23:59 13.05.2014
Kita " Knirpsenland am Königsstein " Quelle: André Kempner
Leipzig

Jetzt bekam Leipzigs Gesundheitsamt das endgültige Laborergebnis aus dem Nationalen Referenzzentrum Berlin.

 "Weil die junge Frau jedoch eine Vorbehandlung mit Antibiotika hatte, ließen sich leider keine Keime mehr anzüchten. Es bleibt also unklar, welcher Untergruppen-Typ der infrage kommenden Bakterienart genau für die Hirnhautentzündung und letztlich den Tod verantwortlich war", so Leipzigs Vize-Gesundheitsamtschefin Ingrid Möller.

Der Fall der 19-Jährigen sei umso bedauerlicher, weil die invasive Meningokokken-Erkrankung an sich deutschlandweit und auch in der Stadt arg im Rückgang begriffen sei: 2009 beispielsweise waren bundesweit noch 493 Fälle registriert, von denen 36 tödlich verliefen. In Leipzig gab es sechs Fälle - hier kamen jedoch alle Patienten glücklicherweise "über den Berg".

Das traf auch auf Leipzigs einzigen Erkrankungsfall im Vorjahr zu, während bundesweit bei den 2013 gemeldeten 351 Fällen 30 Menschen starben. Möller rät im Zusammenhang mit dem jetzigen Todesfall dennoch zur Impfung. "Wir hatten bislang einen herkömmlichen Impfstoff für die Meningokokken-Bakterien der sogenannten Gruppe C. Seit vorigem Jahr gibt es nun einen neuen - sowohl für die Gruppe B als auch C, also für jene beiden Bakterienarten, die am häufigsten für die besagten Erkrankungen verantwortlich sind", erklärt Möller.

Weil Bakterien der Gruppe B Hirnhautentzündung bei einem Kleinkind bereits ab drittem Lebensmonat auslösen können, rät Möller zur Impfung im zweiten Lebensmonat. "Allerdings ist es nie zu spät, gerade wenn man als Schüler oder Erwachsener ins fernere Ausland reisen will", so die Medizinerin. "Einen zweiten ,Erkrankungsgipfel' stellen wir übrigens auch immer wieder im Teenageralter fest - im ,Kuss-Alter'. Denn, ähnlich der Tuberkulose, ist auch die Meningokokken-Infektion eine Tröpfcheninfektion, wird meist über Speichelkontakt wie Sprechen, Husten oder eben Küssen übertragen".

In der Lausener Kita läuft laut Möller inzwischen der Betrieb wieder normal. Niemand habe sich offenbar bei der jungen Mitarbeiterin angesteckt, es gab keine Folgeerkrankungen.

Ein Bürgermerkblatt zu Meningokokken ist unter www.infektionsschutz.de eingestellt. Dort ist auch der Link zu einer Impfseite angegeben. Impfinformationen gibt es zudem unter www.leipzig.de/impfungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.05.2014

Raulien, Angelika

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