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Lokales Menschen im Paulinum: Der Universitätsprediger
Leipzig Lokales Menschen im Paulinum: Der Universitätsprediger
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00:21 26.11.2017
Universitätsprediger Peter Zimmerling.  Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Sportlich mit dem Fahrrad kommt Peter Zimmerling zu seiner Dienststelle am Martin-Luther-Ring. Die Zeiten, da die Herren Professoren der Theologie bedeutsamen Schrittes und im schwarzen Anzug erschienen, sind längst vorbei. Zimmerling, fast 60 Jahre alt und seit 2012 der Erste Universitätsprediger, kennt die Veränderungen auch in seinem Metier. Der Professor für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Seelsorge muss in diesen Tagen vor allem Manager sein. Ihm obliegt nun mal qua Amt die Organisation der Universitätsgottesdienste. Die gibt es in Leipzig und an der Alma Mater seit 1710; und sie finden seither an jedem Sonn- und Feiertag statt.

Die kirchliche Feierstunde am kommenden 3. Dezember wird für Zimmerling ein besonderes Ereignis. Nach fast 50-jähriger Abwesenheit kehren die Theologen der Universität und ihre Gemeinde zurück in ihr eigenes Gotteshaus. Nach der Sprengung der Universitätskirche am 30. Mai 1968 fand man Kirchenasyl in St. Nikolai. Man fühlte sich dort gut aufgenommen, die Kooperation mit den evangelischen Schwestern und Brüdern funktionierte. Ganz umsonst, weiß Zimmerling, war dieses Zu-Gast-sein freilich nicht. Schon zu DDR-Zeiten zahlte die damalige Karl-Marx-Universität Miete für die Durchführung der akademischen Gottesdienste, und in der Neuzeit war das nicht anders. 3000 Euro hatte die Uni allmonatlich zu überweisen.

Nun kann sie diesen Beitrag aus ihrem Haushaltsplan streichen. Prediger Zimmerling sieht den Gottesdiensten im neuen Haus, das für die einen „Universitätskirche St. Pauli“ heißt und für die anderen die neue Aula ist, gespannt, ja durchaus aufgeregt entgegen. Er fragt sich: Wird das neue Ambiente die Christenbotschaft auch so vermitteln helfen wie es in einer Jahrhunderte alten Kirche stets der Fall war? Wie wird es klingen, wenn die Orgel den Ton vorgibt und die Gemeinde einstimmt? Und wie wird erst zum Festgottesdienst, der ab 11 Uhr live im MDR-Fernsehen übertragen wird, die erste Predigt im neuen Haus aufgenommen werden? Zimmerlings Worte sollen unter dem Motto „Das Wunder von Leipzig“ stehen.

Ein Wunder sei es doch schon, dass so ein Universitäts- und Kirchenneubau realisiert werden konnte. Zimmerling denkt in diesem Kontext auch bewundernd an Heinz Wagner, Professor für Theologie und von 1963 bis 1992 der Erste Universitätsprediger, der am Himmelfahrtstag im Mai 1968 die letzte evangelische Predigt in der Universitätskirche gehalten hatte. „Liebe Gemeinde“, so Wagner damals, „zur gleichen Stunde, da wir hier Gottesdienst halten, fällt im Neuen Rathaus die Entscheidung über das Schicksal unserer Universitätskirche. Wer will es uns verwehren, dass wir aufgewühlt sind? Wir sind ja Menschen! Luther hat in einer Predigt gesagt: Denn Gott hat den Menschen nicht also geschaffen, dass er ein Stein oder Holz sein sollte …“ Die Kirche fiel, die Seelen der Menschen wurden erschüttert. Die Wunden sind geheilt. Universitätsprediger Zimmerling freut sich auf die kommenden Gottesdienstfeiern.

Von Thomas Mayer

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