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Lokales Michael Kölsch und Christoph Dietrich - Zwei Leipziger im Kampf gegen Ebola
Leipzig Lokales Michael Kölsch und Christoph Dietrich - Zwei Leipziger im Kampf gegen Ebola
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23:59 05.08.2014

"Hilfe ist bitter nötig - und zwar schnell", so der 56-Jährige.

"Eigentlich habe ich mich bisher auf die Entwicklung wirtschaftlicher Beziehungen beider Länder konzentriert. Ich habe Wirtschaftsforen organisiert, war mit Unternehmerdelegationen in Liberia, das nach dem Ende des Bürgerkriegs 2004 erfolgreich Infrastruktur und Wirtschaft wieder in Gang bringt", so Kölsch. Nun aber ist er fast täglich in Kontakt mit Christoph Dietrich, dem Adjutanten des Honorarkonsulats vor Ort in Liberia. "Jetzt geht es in erster Linie darum, die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen, die mehr und mehr Todesopfer fordert", sagt Kölsch.

Leipzig. Michael Kölsch und Christoph Dietrich starten eine Aufklärungskampagne in Liberia. Derzeit fehlt aber noch das Geld. Die Initiatoren sammeln jetzt Spenden - und wollen sogar Fußball-Nationalspieler mit ins Boot holen.

Der Leipziger ist inzwischen mit den Lebensgewohnheiten der Liberianer gut vertraut und überzeugt: "Aufklärung ist das Allerwichtigste! In dem Land ist es zum Beispiel üblich, dass Verstorbene vor der Beisetzung von ihren Angehörigen gewaschen werden - im Fall von Ebola birgt das wegen der Übertragung durch Körperflüssigkeiten ein hohes Ansteckungsrisiko", berichtet er. "Auch wenn Liberianer als sehr gesellige Menschen dicht gepfercht im Taxi unterwegs sind, hat das Virus leichtes Spiel, sich zu verbreiten." Von amtlichen Stellen lasse sich die Bevölkerung nicht gern aufklären, weiß Kölsch. "Die Vorbehalte sind groß - viele halten die Behörden für korrupt." Wirksame Aufklärung sei nur "über vertrauenswürdige Personen" zu bewerkstelligen.

Aktuell ist der Honorarkonsul an vielen Fronten unterwegs, hat in Berlin eine Agentur ausfindig gemacht, die binnen der nächsten zwei, drei Wochen eine Info-Kampagne realisieren könnte. "Das Tropeninstitut Hamburg ist bereit, uns beratend beizustehen", so Kölsch. Die Kampagne soll in erster Linie in Liberia über die Radiosender laufen. "Das meistkonsumierte Medium dort", wie Kölsch betont. "Nach Möglichkeit wollen wir sie aber auch über Printmedien, Plakate und soziale Netzwerke verbreiten."

Während Christoph Dietrich in Liberia Anfang der Woche das Gespräch mit Regierungsvertretern suchte, um Einzelheiten der Kampagne abzustimmen, arbeitet Kölsch in Deutschland an der Einbeziehung prominenter Größen. Einen Fußball-Nationalspieler etwa wünschte er sich mit ins Boot. "Fußball wird in Liberia groß geschrieben - und die deutschen Weltmeister kennt und bewundert in Liberia jeder -"

Eiligst brauchen er und seine Mitstreiter jetzt aber erst einmal etwas ganz anderes: Geld. "Die Kampagne kostet mindestens 30 000 Euro - ohne Spenden schaffen wir das nicht", sagt Kölsch und bittet daher um Unterstützung. Wer helfen möchte, könne gern das Spendenkonto des 2011 in Leipzig gegründeten, gemeinnützigen Vereins "Freunde Liberias" nutzen.

Spendenkonto: Freunde Liberias e.V., Sparkasse Leipzig, Konto 1090053173, BLZ 86055592 bzw. IBAN DE57 8605 5592, 1090 0531 73, BIC-/SWIFT-Code: WELADE8L. Kontakt: Tel. 0341 3029710, verein@freunde-liberias.de, www.freunde-liberias.de 82

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 6. August 2014

Angelika Raulien

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