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Lokales Mieten steigen, Leerstand geht zurück: Leipzig veröffentlicht Zahlen zum Wohnungsmarkt
Leipzig Lokales Mieten steigen, Leerstand geht zurück: Leipzig veröffentlicht Zahlen zum Wohnungsmarkt
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13:09 22.03.2012
Mehr Einwohner, steigende Nachfrage: Der Wohnsmarkt in Leipzig ist in Bewegung. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Fast neun von zehn Altbauten sind inzwischen saniert. Das geht aus dem aktuellen Monitoringbericht Wohnen 2011 der Stadt hervor, der am Donnerstag im Rathaus vorgestellt wurde. Hier die wichtigsten Zahlen und Fakten im Überblick:

Einwohnerzuwachs:

Aufgrund der zunehmenden Bevölkerung steigt der Bedarf an Wohnraum. Ende 2010 zählte Leipzig 522.883 Einwohner – 4021 mehr als im Jahr zuvor (+ 0,8 Prozent). Zurückzuführen ist das Wachstum vor allem auf Zugezogene aus den neuen Bundesländern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.

Steigende Mietpreise:

Mehr Nachfrage bedeutet höhere Preise. 421 Euro zahlte der durchschnittliche Leipziger Haushalt 2010 für die monatliche Warmmiete (inklusive Nebenkosten) – rund 20 Euro mehr als im Jahr zuvor. Vor allem für Wohnungen im Luxussegment sind die Mieten angestiegen – mittlerweile werden hier Preise von bis zu zehn Euro kalt pro Quadratmeter verlangt.

Teuer und günstig wohnen

: Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei rund fünf Euro pro Quadratmeter. Die höchsten Mieten – durchgehend mehr als 5,70 Euro – werden in einem Gürtel rund um das Zentrum vom Waldstraßenviertel bis in die Südvorstadt bezahlt. Günstig und zentrumsnah wohnen lässt es sich im Leipziger Osten zwischen Schönefeld und Anger-Crottendorf sowie in den nordwestlichen Stadtteilen Altlindenau und Leutzsch.

So viel kostet Wohnen in Leipzig: Übersicht über die Kaltmieten in den einzelnen Stadtteilen. Quelle: Quelle Stadt Leipzig

Beliebte Stadtteile:

Neben dem Zentrum-Nordwest (20,9 Prozent mehr Einwohnmer) haben seit 2005 vor allem die zentrumsnahen südlichen und südwestlichen Stadtteile Bevölkerung hinzugewonnen. Starke Anstiege gab es in Plagwitz (17,2 Prozent), Zentrum-Süd (16,2 Prozent) und Schleußig (15,8 Prozent).

Weniger Einwohner in Plattenbau-Vierteln:

Am westlichen sowie am nordöstlichen Stadtrand wohnen deutlich weniger Menschen. Grünau, Paunsdorf, Schönefeld-Ost und Heiterblick mussten zwischen 2005 und 2010 Einwohnerverluste von bis zu 7,5 Prozent hinnehmen. Am meisten verloren Lausen-Grünau und Grünau-Nord – dort lag die Quote sogar noch über 7,5 Prozent.

Leerstand:

Rund 34.000 der 316.000 Leipziger Wohnungen hatten 2010 keine Mieter – vor zehn Jahren waren es mit 69.000 noch rund doppelt so viele. Zwei von drei leerstehenden Unterkünften sind Altbauwohnungen. Insgesamt liegt die Quote bei 10,5 Prozent. In Grünau ist sie deutlich höher: Hier steht jede sechste Wohnung leer (16,7 Prozent).

Sanierte Altbauten:

Eine Modernisierungswelle schwappte in den vergangenen fünf Jahren über die Stadt. Ergebnis: Fast neun von zehn Altbauten mit Baujahr 1948 und früher sind mittlerweile saniert. Am meisten getan hat sich in einem Streifen südlich der Innenstadt von Lößnig über Connewitz und die Südvorstadt bis ins Waldstraßenviertel.

Grünau verliert an Einwohnern: Blick vom Hochhaus in der Stuttgarter Allee in Richtung Ratzelstrasse. Quelle: Andreas Döring

Trend zum Single-Haushalt gestoppt:

Nach wie vor besteht mehr als die Hälfte der Leipziger Haushalte (54,4 Prozent) aus nur einer Person. Der vor Jahren einsetzende Trend zum Single-Wohnen ist jedoch zum Erliegen gekommen. Drei- und Vier-Personen-Haushalte sind wieder leicht im Kommen. Jede Dritte Wohnung ist ein Zwei-Personen-Haushalt.

Weniger Eigenheim-Neubauten:

Der Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern geht zurück. 2010 wurden lediglich 661 Eigenheime auf städtischem Boden errichtet – niedrigster Wert seit Jahren.  „Wir gehen aber von einer leichten Belebung der Bautätigkeit in den nächsten Jahren aus“, zeigt sich Stefan Heinig, Abteilungsleiter Stadtentwicklungsplanung im Stadtplanungsamt, optimistisch.

Den vollständigen Monitoringbericht Wohnen 2011 gibt es als Download auf der Seite der Stadt Leipzig.

Robert Nößler

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