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Lokales Mieten steigen in Lindenau und Gohlis am schnellsten - sinken aber in Stötteritz
Leipzig Lokales Mieten steigen in Lindenau und Gohlis am schnellsten - sinken aber in Stötteritz
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20:26 10.03.2015
(Symbolfoto) Quelle: dpa

Demnach lag der Unterschied zwischen dem günstigsten Stadtbezirk West (Grünau, Schönau, Lausen, Miltiz) und dem teuersten Bezirk Mitte vor fünf Jahren noch bei 43 Prozent. Ende 2014 waren es bereits 59 Prozent. Nun wurden in West im Durchschnitt 4,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt, in Mitte 7.15 Euro.

Das zunehmende Auseinanderklaffen liege vor allem daran, dass die Angebotspreise in einigen Stadtteilen besonders kräftig zulegen, schreiben die Autoren. In Leipzig insgesamt sei 2014 ein Anstieg um 4,3 Prozent auf 5,55 Euro registriert worden. In Alt-West mit dem kinderreichen Lindenau ging es aber fast doppelt so schnell nach oben (um 8,3 Prozent auf 5,50 Euro), in Nord mitsamt Gohlis um 7,5 Prozent auf 6,05 Euro und in Mitte um 6,5 Prozent.

Nur geringfügig kletterten hingegen die Angebotsmieten in Nordwest, Nordost und West. Sogar einen leichten Rückgang gab es im Stadtbezirk Südost mit Reudnitz, Stötteritz und Probstheida (-0,3 Prozent auf 5,65 Euro). Laut Michael Siebert, dem Leiter der Leipziger JLL-Niederlassung, erklärt sich der Rückgang vor allem so, dass vergangenes Jahr im Südosten kaum Neubauten entstanden, diese folglich auch nicht zur Vermietung annonciert wurden.

Neubauten - 2014 wurden 900 Wohnungen fertiggestellt - sind nach wie vor die teuerste Art der Unterkunft. Im stadtweiten Durchschnitt werden sie jetzt für 6,80 Euro kalt pro Quadratmeter offeriert. In Mitte liegen die entsprechenden Angebote bei im Durchschnitt knapp 10 Euro. Das stellt den aktuellen Mietenrekord in Leipzig dar.

Zu beachten bleibe jedoch, dass bei den insgesamt mehr als 331 000 Wohnungen "große Teile des Marktes weiterhin sehr günstig mit unter 5 Euro pro Quadratmeter zur Verfügung stehen", so Siebert. Von 2004 bis 2011 habe es gar keine Steigerung gegeben. Gemessen an der Inflation seien die Kaltmieten in dem Zeitraum "real immer billiger" geworden. Seit 2011 betrug der Anstieg durchschnittlich 3,1 Prozent pro Jahr. "Dies lag zwar über der Inflation, aber die Hausbesitzer konnten ihre früheren Einbußen noch nicht ganz ausgleichen. An den Zahlen der letzten zehn Jahre ist klar zu sehen, dass es sich jetzt um einen gesunden Aufholeffekt handelt."

JLL schätzt den Leerstand in der Messestadt auf 30 000 Wohnungen. Wie unlängst berichtet, dürften davon mindestens 7000 ruiniert sein. Trotz des enormen Zuzugs erwartet das Maklerhaus für Leipzig wegen "vergleichsweise geringer Einkommen" keine Explosion der Mieten, sondern eine "zukünftig leicht dynamischere Entwicklung".

Im Gegensatz zu den Analysen der Daten von Internetportalen, die nur die dort als frei annoncierten Wohnungen berücksichtigen, umfasst der Mietspiegel der Stadt Leipzig alle Bestände. Laut dem aktuellen Spiegel, der im Dezember 2014 vorgelegt wurde, stieg die durchschnittliche Kaltmiete in Leipzig in den beiden vergangenen Jahren von 4,95 Euro auf 5,10 Euro - also lediglich um 1,55 Prozent per anno.

Der größte Deal im vergangenen Jahr war der Verkauf von 828 Mietwohnungen am Adler, welche die Augsburger Immobilienfirma Patrizia 2007 aus der Insolvenzmasse der Skandalfirma WBG Leipzig-West erworben hatte. Wer der Käufer ist, wurde nicht mitgeteilt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.03.2015

Jens Rometsch

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