Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales „Militante Gruppe“: Leipziger Tommy T. muss dreieinhalb Jahre in Haft
Leipzig Lokales „Militante Gruppe“: Leipziger Tommy T. muss dreieinhalb Jahre in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 31.08.2010
Anzeige
Leipzig

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und zehn Monaten beantragt. T’s. Verteidigerin plädierte dagegen auf Freispruch.

Tommy T. hat nach Überzeugung der Richter am 31. Januar gegen 3.10 Uhr in Volkmarsdorf vor dem Haus Bernhardstraße 50 einen dort geparkten BMW X5 angezündet. Kurz darauf wurde per Blog im Internet ein ruppiges Bekennerschreiben der „Militanten Gruppe“ veröffentlicht, wüste Drohungen gegen Polizisten inklusive. Beim Versuch, in das Geschäft einer Computerkette einzubrechen, deren Mitgesellschafter er war, wurde Tommy T. am 4. Februar festgenommen.

Die Kammer betonte bei der Urteilsverkündung, dass es unerheblich gewesen sei, ob T. tatsächlich einer "Militanten Gruppe" angehört habe oder nur als Trittbrettfahrer agiert habe. Entscheidet für das Urteil sei gewesen, dass er das Auto angezündet habe.

Finanzielle Not habe ihn dazu getrieben, begründete der Angeklagte vor Gericht den Einbruchsversuch. Die Arge habe ihm während seiner Zeit als Gesellschafter der Computerkette „Einkommen angerechnet, das er gar nicht hatte“, so Verteidigerin Rita Belter. Deshalb habe er auch seine Selbstständigkeit - er leitete die Filiale in Markkleeberg - nach vier Monaten im Dezember 2009 wieder beendet.

Seine ehemaligen Geschäftspartner beschrieben Tommy T. als gewieften  Computerexperten. „Er kann alles“, sagte etwa Stefan W. Politisch sei Tommy T. „extrem antifaschistisch“ eingestellt. Von Gewalttaten der autonomen Szene habe er sich jedoch stets distanziert. Dafür zeigte er laut Stefan W. „großes Interesse an Videos aus dem Internet, die sich mit dem Bau von Bomben beschäftigen“.

Psychiater Matthias Lammel sagte während des Verfahrens, der Angeklagte müsse sich entscheiden, ob er seine Talente normverletzend oder monetär einsetzt. Es gebe keine Anzeichen für eine schwere seelische Störung oder Abartigkeit. Das mutmaßlich einzige Mitglied der „Militanten Gruppe“ ist nach Einschätzung des Gutachters voll schuldfähig.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Einen ausführlichen Gerichtsbericht lesen Sie in der Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch und im E-Paper.

Frank Döring

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) hat klar gestellt, dass es derzeit keine konkreten Überlegungen zur Einführung einer City-Maut in Leipzig gebe.

31.08.2010

Das Gebäude, in dem sich das Museum in der „Runden Ecke“ heute befindet, wurde 1913 von der Alten Leipziger Feuerversicherung erbaut. Vom April 1945 an nutzte die US-Armee die Räume am Dittrichring, bevor sie kurz darauf in die Verwaltungszuständigkeit der Roten Armee fielen.

10.01.2017

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Museums in der „Runden Ecke“ hat das Bürgerkomitee Leipzig eine positive Bilanz gezogen. Man könne auf eine erfolg- und ereignisreiche Zeit zurückblicken, teilte der Trägerverein der Gedenkstätte mit.

30.08.2010
Anzeige