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Lokales Millionärs-Schmiede steht in Leipzig in den Startlöchern
Leipzig Lokales Millionärs-Schmiede steht in Leipzig in den Startlöchern
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15:48 21.02.2018
Carolin Schön und Sven Gabor Janszky vom Zukunftsinstitut 2bAhead in der Spinnerei wollen in Leipzig bald die ersten Gründerteams begrüßen. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Große Ideen zum Laufen bringen, mit denen man mindestens Millionär wird und die weltweit einen Riesenmarkt finden – das hat sich ein neues Start-up-Zentrum auf die Fahnen geschrieben, das in Leipzig in den Startlöchern steht. Bis Ende des Jahres sollen die ersten beiden Unternehmen in Halle 20 der Baumwollspinnerei einziehen und ihre Arbeit aufnehmen. Initiator Sven Gabor Janszky (44) plant, jedes Jahr bis zu zehn Neugründungen an den Start zu bringen.

„In der deutschen Start-up-Szene wird zu klein gedacht“, kritisiert der Gründer und Chef des in Leipzig ansässigen Zukunftsinstituts 2bAhead (zu deutsch: „Voraus sein“). Große Visionen, die die Welt verändern wie im kalifornischen Silicon Valley, würden weder in Leipzig noch in Berlin oder anderen deutschen Städten gewagt. Genau das will der Trendforscher ändern, der sich zweimal jährlich im Silicon Valley aufhält und von der Denkweise im US-Gründerparadies stark beeinflusst ist. „Die Amerikaner suchen nach der besten Idee weltweit. Die Weltspitze, das ist auch unser Maßstab.“ Potenzial für Geschäftsmodelle, mit denen man „mindestens Millionär wird“, sieht Janszky besonders in den Branchen Mobilität, Versicherungen, Logistik und Gesundheit. So fördert 2bAhead bereits eine chinesische Biochemikerin, die an einer Molekülstruktur arbeitet, um das Einfrieren zum Beispiel von Spenderorganen möglich zu machen. Oder ein deutsches Gründerteam, das Bausätze entwickelt, mit denen traditionelle Autos zu Selbstfahrern umgerüstet werden können.

Im Unterschied zu herkömmlichen Start-up-Zentren streckt 2bAhead seine Fühler nicht nach externen Gründern aus, um ihnen in den ersten Monaten mit Räumen, Beratung und Finanzen unter die Arme zu greifen. Sondern die Geschäftsideen kommen von den Leipziger Zukunftsforschern selbst, die im Tagesgeschäft Unternehmen fit für den Wandel der nächsten Jahre machen. „Wir nehmen jene Konzepte für Geschäftsmodell-Innovationen, die unser Institut sowieso für seine Kunden entwickelt und die aus unserer Sicht das Potenzial haben, Branchen tiefgründig zu verändern. Um diese herum bauen wir eigene Gründerteams auf und begleiten sie auf ihrem Weg“, erklärt Wagnis-Managerin Carolin Schön (26). Die Teams sollen aus drei oder mehr Leuten bestehen – einem erfahrenen Kopf aus der Wirtschaft, einem dynamischen Kopf aus der Gründerszene und einem Berater von 2bAhead.

„Wir haben eine Liste von etwa 35 Leuten aus Unternehmen, die in ihrer Branche etwas verändern wollen“, sagt Sven Gabor Janszky. Neben den Ideen, die direkt aus der Wirtschaft kommen, sollen aber auch Geschäftsmodelle auf den Weg gebracht werden, für die die Industrie aktuell noch gar keinen Bedarf sieht – der aus Sicht der Zukunftsforscher aber kommen wird.

Die Gründer erhalten von 2bAhead Arbeitsplätze, fachliche Begleitung, Zugang zum weltweiten Netzwerk, Mentoren, Partner und auch Geld. „Sie sollen mindestens sechs und maximal zwölf Monate bei uns sitzen“, so der Initiator. In dieser Zeit müsse sich zeigen, ob die Geschäftsidee tragfähig ist oder wieder von der Bildfläche verschwindet. Jedes Team wird von 2bAhead im Schnitt mit 40 000 Euro für die ersten sechs Monate ausgestattet. Die späteren Wachstumsschritte sollen dann von deutschen und amerikanischen Kapitalgebern finanziert werden. Auch potenzielle Käufer, die ein erfolgreiches Start-up aufkaufen, will das Leipziger Zukunftsinstitut vermitteln – zumal es über seine Gesellschafteranteile selbst daran verdient.

Das neue Leipziger Start-up-Zentrum, das den Namen „2bAhead Ventures“ trägt, soll zudem zu einem Sammelbecken für Ideen werden und die ausgeprägte amerikanische Meet-up-Kultur nach Leipzig bringen. Jeder, der Ideen hat und über sein Thema reden will, soll in der Baumwollspinnerei dafür Leute treffen können.

www.zukunft.business/ventures

Von Kerstin Decker

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