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Millionen-Förderung für Hafen in Leipzig-Lindenau – Erste Grundstücke noch dieses Jahr zu haben

Millionen-Förderung für Hafen in Leipzig-Lindenau – Erste Grundstücke noch dieses Jahr zu haben

Leipzig. Im Leipziger Westen entsteht ein neues Stadtviertel – das erste seit 1990. Für die Erschließung des Hafengeländes in Lindenau und dem Anschluss an den Karl-Heine-Kanal rechnet die Stadtverwaltung mit öffentlichen Investitionen in Höhe von mindestens 18 Millionen Euro.

Wie das Sächsische Staatsministerium des Innern am Mittwoch mitteilte, wird das Projekt mit 6,6 Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost", aus dem Europäischen  Fonds für regionale Entwicklung und der Brachenrevitalisierung.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte das Vorhaben am Dienstag „eines der spannendsten Zukunftsprojekte Leipzigs“. Im September soll der erste Spatenstich für das Großprojekt erfolgen.

Das Stadtquartier soll östlich des Hafenbeckens entstehen und die Stadtteile Grünau und Neulindenau miteinander verbinden. Vor allem Familien könnten nach den Vorstellungen der Stadt spätestens ab 2016, vielleicht auch schon ein Jahr früher, in dem Mischgebiet unterkommen. Vorgesehen sind sieben rechteckige Baufelder am Ufer. Geschlossene Baustrukturen sollen das städtebauliche Grundgerüst schaffen. Außerdem sind so genannte Stadtvillen, Stadthäuser in variablen städtebaulichen Ensembles und individuelle Stadthausprojekte geplant.

Die ersten Grundstücke werden laut der Stadt noch in diesem Jahr ausgeschrieben. Grundlage für die Vergabe sind Realisierungswettbewerbe, die sich jeweils auf einzelne Baufelder beziehen. Profitieren sollen neben Investoren und Projektentwicklern auch private Bauherren und die Leipziger Genossenschaften. „Angestrebt werden bauliche Lösungen, die sowohl in ökologischer als auch in städtebaulich-architektonischer und sozialer Hinsicht beispielhaft sind“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Ab 2014 könne gebaut werden.

Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) sagte: „Unser Ziel ist ein lebendiges Quartier mit stabiler sozialer Mischung.“ Deshalb soll das Viertel am Hafen sowohl Eigentumswohnungen und Selbstnutzerprojekte als auch Mietwohnungen in unterschiedlichen Preissegmenten umfassen.

Neue Möglichkeiten für den Wassertourismus

Das Gelände westlich des Hafenbeckens soll landschaftlich gestaltet werden. Jung sagte dazu: „Im Verbund mit dem Leipziger Gewässernetz hat der Hafen die Chance, sich zu einem Kleinod zu entwickeln.“ Dem Tourismus auf Leipzigs Gewässern und dem Neuseenland würden neue Möglichkeiten erschlossen. Inge Kunath, Leiterin des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, ergänzte: „Ein weiterer Pluspunkt ist die Anbindung an die Landschaft der Schönauer Lachen.“ Zusammen mit dem geplanten Hangkantenpark im Osten sei das neue Viertel grün umrahmt.

Die Stadt hat der Hafen bereits jetzt 4,8 Millionen Euro gekostet. Diese Summe wurde in den vergangenen Jahren in den Erwerb von Grundstücken, die Freilegung und Planung gesteckt. Mit dem Stadtratsbeschluss vom 18. Juli ist nun der Weg frei für zusätzliche öffentliche Investitionen in Höhe von mindestens 18 Millionen Euro. Dazu geht die Stadt von privaten Aufwendungen in Höhe von wenigstens 50 Millionen Euro aus.

Die weiteren Pläne für das Gebiet im Westen Leipzigs umfassen im Norden einen technischen Hafen, der Marina Leipzig-Lindenau, mit bis zu 200 Bootsliegeplätzen, einem Gewerbeangebot passend zum Wassertourismus und einer Slipanlage – eine schräge Ebene, auf der Boote vom Land ins Wasser gelassen werden können. Für das Westufer ist im Rahmen von Ausgleichleistungen die Freilegung und Renaturierung vorgesehen.

rob

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