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Millionen-Kur für das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig

Neustart im Herbst 2018 Millionen-Kur für das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig

Knapp zwei Jahrzehnte nach seiner Eröffnung steht das Zeitgeschichtliche Forum vor einem Neustart. Das Dokumentations- und Informationszentrum zur Geschichte der politischen Repression im Osten Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg soll in den kommenden beiden Jahren für fünf Millionen Euro inhaltlich und baulich erneuert werden.

Für fünf Millionen Euro soll das Zeitgeschichtliche Forum in den kommenden beiden Jahren inhaltlich und baulich erneuert werden.

Quelle: Christian Modla

Leipzig.

„Wir wollen bis Oktober 2018 das Haus einmal umbauen“, sagt Direktor Jürgen Reiche. „Kern bleibt die Dauerausstellung, diese werden wir aber völlig neu gestalten.“ Aktuell stellt die Schau auf rund 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit faszinierenden Originalobjekten und zahlreichen Multimediaangeboten Opposition und Widerstand in der DDR vor dem Hintergrund der deutschen Teilung und weltpolitischer Ereignisse in den Mittelpunkt. Der historische Bogen spannt sich dabei vom Volksaufstand 1953 über den Bau der Berliner Mauer 1961 und die Niederschlagung des Prager Frühlings sieben Jahre später bis zur Friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung. Zuletzt war die Ausstellung 2007 überarbeitet worden. Auf kleinstem Raum thematisiert sie seitdem auch die Schwierigkeiten des Vereinigungsprozesses.

Die neue Dauerausstellung wird sich intensiver mit den Transformationsprozessen nach der Wende beschäftigen, kündigt Reiche an. Die Lebensleistung der Menschen in Ostdeutschland werde dabei eine viel größere Beachtung finden. „Wir müssen stärker die Brücke schlagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, betont Reiche, der das Forum angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland auch stärker als einen Ort etablieren will, „wo Diskurse über alle Barrieren hinweg eröffnet und geführt werden“.

Die Arbeiten am Zeitgeschichtlichen Forum sollen im zweiten Halbjahr 2017 starten. Zurzeit läuft die Ausschreibung zur Umgestaltung des rund 400 Quadratmeter großen Foyers. Bislang sieht das Haus wie jedes gewöhnliche Bürogebäude in der Innenstadt aus. Was sich hinter den Mauern verbirgt, erschließt sich dem Passanten in der Grimmaischen Straße so leicht nicht. Deshalb sollen Fassade, Eingangsbereich und Treppenhaus so umgestaltet werden, dass der museale Charakter des Hauses mehr zum Tragen kommt. In einer Art Schaufenster werden dann museale Objekte zu sehen sein. Außerdem ist der Umbau der Gruppengarderobe zu einem weiteren Ausstellungsraum vorgesehen. Auch soll es künftig ein gastronomisches Angebot für die Besucher geben.

Unterstützung findet das neue Konzept beim Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Feist. „Wir brauchen mehr politische Bildung in Deutschland“, sagt er. Und Reiche braucht Fürsprecher wie Feist, der bei seinen Parlamentskollegen jetzt für das Millionen-Projekt werben will. Denn der Bundestag muss die Gelder für den Umbau erst noch freigeben. „Die Mittel müssen in den Haushalt eingestellt werden“, fordert der CDU-Politiker.

Das Zeitgeschichtliche Forum war im Jahr 1999 eröffnet worden. Leipzig gehört seitdem neben Bonn und Berlin zu den drei Museumsstandorten, die die Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ unterhält. Die Bundesstiftung geht auf eine Initiative des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) zurück. Dieser hatte im Jahr 1982 angekündigt, eine Sammlung zur deutschen Geschichte aufzubauen.

Das Zeitgeschichtliche Forum zog seit seiner Eröffnung mehr als drei Millionen Besucher an. Allein im vergangenen Jahr kamen 204 000 Menschen, die sich die Dauerausstellung oder eine der Wechselausstellungen angesehen haben. Aktuell läuft die Sonderschau „Deutsche Mythen seit 1945“.

Von Klaus Staeubert

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