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Lokales So soll Leipzigs Feuerwehr modernisiert werden
Leipzig Lokales So soll Leipzigs Feuerwehr modernisiert werden
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15:53 29.11.2018
Olaf Lötzsch zeigt, wie das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) aussieht. Zwei Prototypen werden derzeit für die Tauglichkeit für den Einsatz in Leipzig getestet. Die Stadt Leipzig will insgesamt 22 dieser Fahrzeuge kaufen, um die bisherige Technik der Feuerwehr zu ersetzen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Der Name klingt sperrig: Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Ein Prototyp jenes HLF 20 hat sich beim Einsatz der Feuerwehr am Montag in der Eisenbahnstraße bereits bewährt. 22 solcher Fahrzeuge, darunter elf für die Freiwillige Feuerwehr, will die Stadt Leipzig kaufen (Volumen: 8,72 Millionen Euro). Hinzu kommen drei weitere mittlere Löschfahrzeuge, die für kleinere Gerätehäuser bestimmt sind.

„Wir haben das Fahrzeug derzeit im Test, damit unsere Erfahrungen bei der Produktion der Flotte berücksichtigt werden können“, erklärt Peter Heitmann, Leiter der Branddirektion. Er informierte am Mittwoch mit Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) darüber, wie der im März im Stadtrat beschlossene Brandschutzplan 2017 bis 2021 schrittweise umgesetzt wird. Die neuen Fahrzeuge sollen die durchschnittlich 19,5 Jahre alten Autos der derzeitigen Flotte ersetzen. Bei der Ausschreibung setzte sich die Firma Rosenbauer Deutschland aus Luckenwalde durch.

Mehr Einsätze 2018 erwartet

„Wir haben im Entwurf des Doppelhaushaltes 2019/20 die Mittel eingeplant, die wir benötigen, um den Brandschutzbedarfsplan umzusetzen“, betonte Rosenthal. Trotz des Bevölkerungswachstums sei die Zahl der Einsätze recht konstant geblieben. So gab es im Vorjahr 6829 Einsätze, darunter 2441 Brände. „In diesem Jahr werden wir das aber toppen“, so Heitmann. „Es ist aber kein Grund, die Nerven zu verlieren.“ Die Zielzeiten, bis die Feuerwehr am Ort des Geschehens war, konnten allesamt eingehalten werden. Detaillierte Zahlen für 2018 liegen aber noch nicht vor, so Heitmann.

Leipzig kauft für 8,72 Millionen Euro 22 Löschfahrzeuge, die Berufsfeuerwehr und freiwillige Wehren nutzen. Zwei Prototypen sind derzeit im Test.

Vorbereiten will sich die Stadt auf das zu erwartende Ausscheiden von 116 Mitarbeitern in den Jahren 2021 bis 2025, die in den Ruhestand wechseln. Solch eine Dimension gab es noch nie. Zuständig für die Ausbildung sei die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen, die sich derzeit im Umbruch befindet. Deshalb gebe es Skepsis, ob die Ausbildung die landesweiten Abgänge ersetzen könne. Vorsorglich hat die Stadt dafür ab 2019 vier Stellen für Ausbilder eingeplant, die notfalls – in Absprache mit dem Innenministerium – einspringen können. Derzeit hat die Leipziger Feuerwehr 629 Stellen, etwa 400 sind bei der Bekämpfung von Bränden im direkten Einsatz.

Hauptfeuerwache wird am März 2019 saniert

Die Ausbildung könnte im Feuerwehrtechnischen Zentrum in der Gerhard-Ellrodt-Straße erfolgen. Dessen Bau wurde 3,2 Millionen Euro billiger als geplant. Die gesparte Summe fließt wahrscheinlich ins nächste Großprojekt: die Komplettsanierung der Hauptfeuerwache (Investitionssumme rund 20 Millionen), die ab März 2019 erfolgt. Derzeit liegt nur eine Teilbaugenehmigung vor, da der Stadtrat auf der Tagung am 12. Dezember noch über den künftigen Verlauf des Pleißemühlgrabens debattieren muss (die LVZ berichtete). Im Mai 2019 soll auch der Bau des neuen Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Nordost am Teich-/Gutsweg in Göbschelwitz starten (Investitionssumme: 1,75 Millionen Euro).

Lob für Arbeit der freien Feuerwehren

„Wir haben eine gute Übersicht über die Gerätehäuser der freiwilligen Feuerwehren, die teilweise in einem befriedigenden oder gar schlechten bautechnischen Zustand sind“, so Rosenthal. Daher müsse die Stadt weiter investieren. 100 000 Euro pro Jahr stünden als zusätzliches Budget zur Verfügung, um die freiwilligen Wehren auszustatten und sie zu unterstützen. „Ohne die freiwilligen Feuerwehren können wir Brandschutz und Hilfeleistungen in der Stadt Leipzig nicht sicherstellen“, betonte Heitmann. Die haben derzeit 615 freiwillige Mitglieder, das sind 149 mehr, als die definierte Mindeststärke für die Stadt vorschreibt.

Von Mathias Orbeck

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