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Lokales Mineralien-Börse: Glänzenden Schatz gehoben
Leipzig Lokales Mineralien-Börse: Glänzenden Schatz gehoben
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23:59 03.11.2013
Futuristisch: Veranstalter Jens Urban setzt neuerdings nicht nur auf jahrmillionen alten Bernstein, sondern auch auf die Schönheit von hochreinem Silizium. Quelle: André Kempner

Mehr als 60 Aussteller - vor allem aus Sachsen, aber auch aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Bulgarien, Rumänien, Russland, China und Marokko - haben bereits ihr Kommen angekündigt. Reichlich anderthalbtausend Besucher, die sich trotz des Wechsels des Veranstaltungsortes aus dem Herzen Leipzigs an den Rand von Schkeuditz weiter für die Raritäten begeistern, sind ja auch eine Größe, die das Auspacken und Ausstellen der Schätze von A wie Achat bis Z wie Zeolith lohnen. Zum Kauf und Tausch werden neben allerlei Gesteinen auch historische Bergbaugeräte präsentiert. Und wie stets können auch Eigenfunde mitgebracht und von den Experten begutachtet werden.

Staunende Blicke dürften in diesem Jahr auch wieder die Schönheiten auf sich ziehen, die Veranstalter Urban im Gepäck hat. Der ist diesmal jedoch von seiner Vorliebe für viele Jahrmillionen alte Bernsteine und außergewöhnliche Einschlüsse abgewichen und setzt nun sogar aufs ganze Gegenteil: futuristisch anmutende Figuren aus hochreinem Silizium.

Dass er sich für die silbern glänzenden Körper interessiert, sei nicht zuletzt auch wieder dem Bernstein geschuldet, erklärt er. "Allerdings jenen 250 Kilogramm, die mir dieses Jahr die Flut raubte", sagt er mit einem weinendem und einem lachenden Auge und erinnert an sein Malheur vom Vorjahr.Da hatten ihm dreiste Diebe während seines Urlaubs das Lager ausgeräumt und die Beute im Internet-Kaufhaus Ebay verklingeln wollen (die LVZ berichtete). Die Polizei half, die Täter rasch dingfest zu machen, und riet Urban, seine Steine künftig doch sicherer zu verwahren. "Ich befolgte den Rat, mietete mir eine Halle im Nachbarort, jedoch ohne zu ahnen, dass dort schon bald die Zschopau durchfließt und Steine im Wert von 300 000 Euro mit sich nimmt." Angesichts möglicher jüngerer Bernsteinfunde entlang der Zschopau könnte man die Geologie Sachsens jetzt neu schreiben, scherzt der Steinehändler aus Hainichen "Von mir gibt es aus diesem Bereich jedenfalls nicht mehr viel auszustellen, ich bringe vor allem Kieselhölzer aus Chemnitz und Leipzig mit", sagt er.

Mit dem Verlust habe er sich aber sogleich nach einem neuen Aufgabenbereich umgeschaut - und ist bei Freiberger Firmen, die zu viel Silizium produzieren, fündig geworden. "Ich kaufe deren Schmelzabfall, hochreine Silizium-Einkristalle, auf und weiter. Die silbernen Reste besitzen an sich schon eine Ästhetik, die auch Kunden im Ausland zu schätzen wissen." Manche würden sie neben Computer oder Telefon platzieren, damit sie "böse Strahlen" abfangen, andere verarbeiteten sie zu Schmuck. Auch die Esotherik-Szene fahre darauf ab. "Ohne die Flut wäre ich jedenfalls nie auf die Idee gekommen, diesen Schatz zu heben", lacht der umtriebige 45-Jährige.

i22. Leipziger Mineralien-, Fossilien- und Edelsteinbörse, am Sonnabend, 9. November, 10 bis 16 Uhr, Globana Trade Center, Schkeuditz, Münchener Ring 2. Erwachsene zahlen 2,50 Euro Eintritt, Kinder ab zwölf Jahr sowie Rentner einen Euro. Mit etwas Glück können Sie die Börse aber auch gratis besuchen. Wir vergeben heute ab 15.30 Uhr 5 x 2 Freikarten an die ersten Anrufer unserer Servicenummer 01805 218122.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2013

Cornelia Lachmann

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