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Lokales Mineralöl in Adventskalendern: Hersteller ruft Produkte aus Leipziger Filialen zurück
Leipzig Lokales Mineralöl in Adventskalendern: Hersteller ruft Produkte aus Leipziger Filialen zurück
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17:21 26.11.2012
Leipzig/Berlin

„Wir wurden heute informiert und haben den Verkauf der Kalender unverzüglich eingestellt“, teilte der Geschäftsführer des Unternehmens, Torsten Teufert, am Montagnachmittag gegenüber LVZ-Online mit. Alle Filialen seien angewiesen worden, die Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Bei anderen Einzelhändlern seien sie nicht im Angebot. Arko betreibt unter anderem vier Geschäfte in Leipzig sowie ein weiteres im Einkaufszentrum Nova Eventis.

Insgesamt würden etwa 9000 Kalender zurückgerufen, sagte Teufert. „Einige wurden schon verkauft, eine genaue Zahl kennen wir aber nicht.“ Arko biete den Kunden an, die Kalender zurück zu nehmen und den Kaufpreis zu erstattet. „Wir werden die Ergebnisse der Untersuchung nun selbst prüfen“, kündigte der Geschäftsführer an. Sein Unternehmen produziere die Schokolade nicht selbst.

Andere Lebensmittelgeschäfte zeigten sich am Montag überrascht und konnten noch keine Rückrufaktion bestätigen. „Wir haben die betroffenen Hersteller im Angebot, allerdings noch keine Informationen über einen Rückruf“, hieß es beispielsweise aus dem Karstadt-Warenhaus in der Leipziger City.

Die Stiftung Warentest hatte in der Schokolade von Adventskalendern Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Verbraucher, besonders Kinder, sollten diese Schokolade nicht essen, riet die Stiftung am Montag in Berlin. Die Öle stammten wahrscheinlich aus dem Karton. Er werde häufig aus Recyclingpapier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt sei. Die Substanzen seien vermutlich während der Lagerzeit in die Schokolade eingedrungen, weil diese direkt im Karton liege, sagte eine Sprecherin. „Die Produktion beginnt meist im September oder Oktober“, erklärte Arko-Geschäftsführer Teufert. Die Kalender lagerten dann etwa vier Wochen, bis sie in den Verkauf gehen.

Mehrere namhafte Hersteller betroffen – Verdacht auf Krebserreger

Die Stiftung teilte mit, Schokostückchen von neun Produkten hätten sogar besonders kritische Stoffe enthalten, sogenannte aromatische Mineralöle. Ein Teil der Stoffe stehe im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Tester hätten sie bei Kalendern mit Kindermotiven nachgewiesen, und zwar der Marken Rausch, Confiserie Heilemann, Arko, Riegelein „The Simpsons“, Feodora Vollmilch-Hochfein Chocolade, Smarties, Hachez Adventskalender „Schöne Weihnachtszeit“ sowie Friedel Adventskalender und Lindt „Adventskalender für Kinder“.

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Der Geschäftsführer der Confiserei Heilemann, Peter Schrage, sagte: „An unserer Schokolade liegt es nicht. Offenbar hat sich ein Zulieferer nicht an unsere Spezifikationen gehalten.“ Normalerweise verwende Heilemann keine Recycling-Materialien für die Verpackung. Ein anderer Kalender, den die Firma für einen Kunden hergestellt habe, sei sehr gut bewertet worden. Jetzt werde der gesamte Produktionsprozess in einem Labor untersucht.

Darüber hinaus hätten die Tester noch andere Mineralöl-Typen in der Schokolade gefunden. Deren Wirkung auf den Menschen sei noch nicht geklärt. Allerdings hätten Tierversuche einen Zusammenhang mit Entzündungserscheinungen in der Leber gezeigt.

Die im Test untersuchten Kalender könnten Verbraucher anhand der Motivfotos auf der Internetseite identifizieren.

mpu / maf / dapd

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