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Lokales Minerva lässt bitten - Einblicke in eine geheimnisvolle Welt
Leipzig Lokales Minerva lässt bitten - Einblicke in eine geheimnisvolle Welt
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14:32 19.05.2015

Und die gewährte Journalisten und Tourismusexperten einen exklusiven Einblick.

Bis heute haftet der Freimaurerei, deren Geburtsort London war, etwas Geheimnisvolles an. Dennoch ist sie kein verschwörerischer Geheimbund. Neben "Apollo" und "Balduin zur Linde" gibt es in Leipzig die "Minerva zu den drei Palmen". Neuerdings auch die Loge "Neue Werkstatt", bei der Männer und Frauen aufgenommen werden. Der Ursprung der Minerva-Loge geht auf das Jahr 1741 zurück. Nach wechselvoller Geschichte lebte sie 1991 mit Hilfe der Bruderschaft "Friedrich zum weißen Pferde" aus Hannover wieder auf. Sie ist wie ein Verein organisiert, finanziert sich von Mitgliedsbeiträgen und Spenden und lädt regelmäßig zu Gästeabenden ein. So wird seit mehreren Jahren zur Buchmesse regelmäßig zur "Buchloge" geladen.

Die Loge, benannt nach der römischen Schutzgöttin der Handwerker, Dichter und Lehrer, gibt sich tolerant. Im Vordergrund steht für die etwa 50 Mitstreiter das gepflegte Gespräch, die Bildungsarbeit in einem geschützten Raum. Natürlich existiert in internen Fragen der Hang zur Verschwiegenheit, der sich aus der Geschichte der Freimaurer ableitet, die aus mittelalterlichen Steinzeitbruderschaften entstanden sind. Doch jede Frage wird beantwortet. Und es gibt einen exklusiven Einblick in den Tempelraum, die Herzkammer des Freimaurer-Hauses. "Non nisi digno - Nur dem Würdigen" steht über der Flügeltür, die den Raum voller Symbolik öffnet. So erinnert das Blau der Wände ans Licht, das eine Metapher für Aufklärung ist.

Was hat es denn nun mit dem Denkmal auf sich? "Da wird viel hineingedeutet", sagt Ivan Wojnikow, der 1991 nach einem Studium der Philosophie und Germanistik Freimaurer wurde. Zirkel und Winkelmaß, neben dem Buch des Heiligen Gesetzes Symbole der Freimaurer, seien am Denkmal auch nirgendwo zu finden. Fakt ist aber, dass der Erbauer des Denkmals, Clemens Thieme, Freimaurer war. Er gehörte ab 1888 zur Freimaurerloge Apollo. "Dadurch hatte er schon Verbindungen, um so ein Projekt wie das Denkmal voranzutreiben", sagt Wojnikow. Die Geschichte ist bekannt: Thieme diskutierte im Kreise seiner langjährigen Logenbrüder das Vorhaben und findet den notwendigen Rückhalt. Gemeinsam mit ihnen gründet er am 26. April 1894 den Deutschen Patriotenbund zur Errichtung eines Völkerschlachtdenkmals. Der Bund entfacht eine wahre Propagandaschlacht, um die schwierige Finanzierung zu stemmen. "Es entsteht kein Freimaurerdenkmal", betont Wojnikow, der jedwede Verschwörungstheorien ablehnt. Der 45-Jährige betreibt in Leipzig den Freimaurer-Verlag, der beispielsweise die Broschüre "Winkelmaß" herausgibt. "Eine der nächsten Publikationen wird 'Das Leipziger Völkerschlachtdenkmal -- (k)ein Freimaurerdenkmal?' heißen", kündigt er an. Ab und an zieht es die Freimaurer aber in den Steinernen Riesen, wie etwa im Vorjahr zur Buchloge im Fundamentbereich, in die Katakomben. Doch Geheimgänge gibt es dort nicht. Es sei denn, Mystiker Dan Brown erfindet sie für einen neuen Roman. Mathias Orbeck

@www.minerva-zu-den-drei-palmen.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Mathias Orbeck

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