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Lokales Ministerpräsident Tillich bezeichnet Leipziger Forschung zur Biodiversität als exzellent
Leipzig Lokales Ministerpräsident Tillich bezeichnet Leipziger Forschung zur Biodiversität als exzellent
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23:00 09.06.2017
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich in einem Labor des Leipziger Biodiversitäts-Forschungszentrums. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Viele Wissenschaftler und fast das gesamte Uni-Rektorat waren anwesend, nur die Regenwürmer verzogen sich, als am Freitag Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) anderthalb Stunden am Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (Idiv) Station machte. Als der Landesvater zusammen mit Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) die Labors der 2012 gegründeten und in der Leipziger Biocity am Deutschen Platz ansässigen Einrichtung inspizierte, ließen sich die Würmer als wichtige Ökosystem-Dienstleister in ihrem Terrarium nicht blicken. „Die sind lichtscheu“, meinte Doktorand Felix Gottschall. Tillich war locker drauf: „Maulwürfe verstecken sich auch immer vor mir.“

Schon zum Beginn der Visite des von Professor Christian Wirth geleiteten und mittlerweile 219 Mitarbeiter zählenden Idiv zeigte sich der Regierungschef nicht nur stark interessiert am Idiv-Profil und einzelnen Projekten, sondern war auch zum Scherzen aufgelegt. Wirth servierte ihm einen Obstspieß mit neun Fruchtsorten, um zu veranschaulichen, wie komplex Flora und Fauna interagieren, um solche Köstlichkeiten hervorzubringen. „Auch unvorstellbar viele Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze machen mit“, so Wirth. „Da bleibe ich doch lieber beim Wasser“, witzelte Tillich und nahm einen Schluck.

Spaß beiseite – nach dem Rundgang stellte er dem Zentrum ein exzellentes Zeugnis aus: „Hier zeigen sich die großen Potenziale herausragender Forschung und ertragreicher Vernetzung.“ Letztere basiert auf dem Idiv-Schulterschluss zwischen den Unis in Leipzig, Halle und Jena, der Einbindung des hiesigen Umweltforschungszentrums sowie von diversen Planck- und Leibniz-Instituten. Für Internationalität und die Verschmelzung globaler Untersuchungsergebnisse zur Artenvielfalt sorgt unter anderem ein Synthesis-Centre, das in den vergangenen Jahren Anlaufpunkt für rund 1100 Experten aus über 40 Ländern war. Das jährliche Idiv-Budget liegt bei etwa 9,1 Millionen Euro.

Warum dies sehr gut angelegtes Geld ist, machte Wirth mit Blick auf eine am Idiv entstandene Weltkarte des Lebens, der Taxa-Map, deutlich. Einerseits gebe es einen riesigen Forschungsbedarf, weil von den auf der Erde existierenden Arten bisher schätzungsweise nur rund zehn Prozent entdeckt und bestimmt sind. Das sei in etwa so, als wenn sich die Chemiker nur auf ein Periodensystem mit gut zehn Elementen stützen könnten, meinte der Idiv-Direktor. Auf der anderen Seite stehe viel von dem auf dem Spiel, was die Kraft der Natur in 3,6 Milliarden Jahren Erdgeschichte geschaffen habe. Durch menschliches Zutun würde Raubbau an der biologischen Mannigfaltigkeit betrieben. Dagegen Strategien zu entwickeln und auch fundiert politikberatend tätig zu sein, stehe ebenso auf der Idiv-Agenda wie die Wechselwirkungen in Ökosystemen zu erkunden und Biodiversität nachhaltig nutzbar zu machen, erklärte Wirth.

Dabei ziehen die Fachleute viele Register – mit Forschungen im freien Feld und experimentell mit bester Ausstattung. Kostproben davon bekamen Tillich und Stange einige bei ihrer Visite zu sehen. Vorgeführt wurden unter anderem Versuchskammern, in denen sondiert wird, wie sich Kohlpflanzen gegen gierige Wurzelfliegen wehren oder wie Böden als Kohlenstoffspeicher agieren. Und natürlich das kleine Regenwurm-Observatorium, dessen Akteure unsichtbar bei der Arbeit waren.

Von Mario Beck

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