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Lokales Ministerpräsident Tillich legt Grundstein für Biomasse-Zentrum in Sellerhausen
Leipzig Lokales Ministerpräsident Tillich legt Grundstein für Biomasse-Zentrum in Sellerhausen
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21:51 31.08.2016
Fünf Hammerschläge für die Zukunft des Leipziger Biomasseforschungszentrums: Die Zeremonie vollzogen (von links) Gunther Adler (Bundesbauministerium), Christian Schmidt (CSU, Landwirtschaftsminister), Daniel Mayer (DBFZ), Stanislaw Tillich (CDU, Ministerpräsident Sachsen) und Uwe Albrecht (CDU, Wirtschaftsbürgermeister).  Quelle: Fotos: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Bundesbauten unterliegen besonderen Vorschriften. Das sei auch der Grund, weshalb zwischen dem Architektenwettbewerb für das neue Herz vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und der gestrigen Grundsteinlegung drei Jahre vergingen, erklärte der administrative Geschäftsführer Daniel Mayer nach der Zeremonie. „In drei Planungsstufen musste alles immer wieder von mehreren Ministerien genehmigt werden“, sagte er. „Das Warten hat sich aber sehr gelohnt.“

Bis Ende 2018 entstehen nun an der Torgauer Straße zwei Neubauten, welche die Arbeit des 2008 gegründeten DBFZ „von einer guten auf eine sehr gute Grundlage stellen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Die saubere Nutzung von Stoffen wie Holz, Stroh oder Bioabfall spiele eine große Rolle, um das Zwei-Grad-Ziel der Klimakonferenz von Paris zu erreichen. „Wir müssen von der Kohlendioxid-Vergeudung in die Atmosphäre wegkommen.“

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) begrüßte den aus Bayern stammenden Minister selbstbewusst mit: „Willkommen im schönsten Freistaat der Welt!“ Auch wenn sich Sachsen weiter für die Braunkohlennutzung einsetze, sei doch jedem klar, dass die fossilen Brennstoffe endlich sind. Deshalb hätten Land und hiesige Unternehmen ein Netzwerk von Freiberg, Kamenz, Zwickau bis nach Leipzig gesponnen, um international einsetzbare Technologien zur ökologischen Energieerzeugung zu entwickeln. „Ich bin überzeugt, dass in einigen Jahren die verschiedenen Technologien dazu immer mehr verschmelzen“, erklärte Tillich.

Tatsächlich werden schon bei dem jetzt gestartete Vorhaben in Sellerhausen viele Umwelttechnologien verschmelzen, erläuterte Staatssekretär Gunther Adler vom Bundesbauministerium. Er stammt übrigens aus Leipzig. Das fünfgeschossige Bürohaus samt Konferenzsaal sowie ein leicht zurückversetztes, aber räumlich viel größeres Technikums- und Laborgebäude würden in einer Holzkonstruktion errichtet und mit schwarz geschlämmtem Fichtenholz (eine in Schweden oft angewandte Technik) verkleidet – obwohl im DBFZ auch brandschutzrelevante Versuchsreihen laufen. Erstmals werde die gesamte Abwärme der Versuchsanlagen sowie der dort erzeugte Strom genutzt, um ein ganzes Forschungszentrum mit Energie zu versorgen. Helfen sollen dabei auch ein Windrad, Holzhackschnitzel-Kessel, Solarthermie, Photovoltaikanlage, adiabate Rückkühlung, Grauwassernetz und weitere Komponenten „bei denen ich noch mal genau nachlesen muss, was das eigentlich ist“, scherzte Adler. 36,7 Millionen Euro betragen die reinen Baukosten, 19,3 Millionen Euro sind für die Erstausstattung mit Forschungsgeräten vorgesehen. Sachsen beteiligt sich mit 6,5 Millionen Euro an der Finanzierung durch den Bund. Die Bauleitung liegt beim Leipziger Architekturbüro Schulz&Schulz, das den Wettbewerb 2013 gewonnen hatte.

Von Jens Rometsch

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