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Lokales Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer aus Leipzig
Leipzig Lokales Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer aus Leipzig
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22:03 15.11.2018
Wegen eines mutmaßlichen Missbrauchsfalls ist ein Pfarrer aus Leipzig suspendiert worden. Quelle: dpa
Leipzig

Der Fall liegt Jahrzehnte zurück, die Beschuldigungen wiegen schwer: Ein katholischer Pfarrer aus Leipzig ist wegen Missbrauchsvorwürfen abberufen worden. Der 68-jährige Edward W. war seit 1. September 2015 für die Seelsorge an den polnisch-sprachigen Christen in Leipzig zuständig und damit Teil der Stadtgesellschaft. „Man kann sich so etwas bei keinem Menschen vorstellen“, sagte Pfarrer Gregor Giele, Propst der Trinitatiskirche und katholischer Dekan von Leipzig, am Donnerstag der LVZ. „Mir ist wichtig, dass nun die Wahrheit ans Licht kommt.“

Am 2. Oktober wurde Edward W. durch Dekret des Bischofs von Oppeln vorläufig vom Dienst suspendiert und in die Heimatdiözese zurückbeordert. In Polen laufen auch die weiteren Untersuchungen zu dem Fall. „Es ist uns bekannt, dass es Vorwürfe gegen den Priester gibt, die auf seine Tätigkeit in Polen zurückgehen“, erklärte der Sprecher des Bistums Dresden-Meißen, Michael Baudisch. Edward W. war am 20. Mai 1973 in Oppeln zum Priester geweiht worden. In den 1970er-Jahren soll es auch zu dem Kindesmissbrauch gekommen sein. Ersten Informationen zufolge geht es zunächst um einen Tatvorwurf, der nicht nur kirchliche Untersuchungen nach sich zieht, sondern auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Edward W. konnte noch einige Dinge in Leipzig regeln, informierte Giele, kehrte spätestens Mitte Oktober nach Polen zurück, wo er sich wahrscheinlich bis zum Abschluss der Ermittlungen in ein Kloster zurückzieht.

Mehrere Fälle in Heimatregion

„Wenn sich nach so langer Zeit jemand gemeldet hat, merkt man, wie sehr eine solche Erfahrung in einem Menschen Spuren hinterlässt und nachwirkt“, so Giele. „Insofern freue ich mich, dass der polnische Bischof in dieser Klarheit reagiert hat und gesagt hat, wir nehmen das Opfer ernst.“ Selbstverständlich ist das nicht. Die katholische Kirche in Polen tut nach Ansicht von Kritikern bislang wenig, um Missbrauchsfälle aufzuklären. Nicht umsonst war es eine von Opfern gegründete Stiftung, die bei Google Maps eine interaktive Karte mit bekannt gewordenen Fällen erstellt hat. Auch für Oppeln, die Heimatregion von Edward W., gibt es mehrere Eintragungen. Nach einem Bericht des dortigen Lokalradios vom 7. Oktober hat Oppelns Bischof Czaja die Gläubigen in einem Brief über Priester informiert, die Kinder in der Diözese belästigt haben. Zwei Beschuldigte wurden demnach zu Haftstrafen verurteilt, einer sei suspendiert. Kürzlich sind dem Bischof zufolge drei weitere Berichte über mögliche Verbrechen eines Priesters der Diözese Oppeln eingetroffen und der Staatsanwaltschaft zugeleitet worden.

Pfarrer kehrt nicht zurück

Bei den Ermittlungen gegen Edward W. sollen auch dessen Stationen in Deutschland genauer überprüft werden. Bevor er nach Leipzig kam, stand er einer deutschen Gemeinde in Neustadt in Sachsen vor. An der Pleiße kümmerte er sich um die polnisch-katholische Gemeinde Leipzig mit Gottesdiensten in Engelsdorf und Lindenau. Zudem feierte er etwa in Borna regelmäßig eine katholische Messe mit polnischen Arbeitern. „Bis jetzt gibt es aus unserer Region keine Vorwürfe gegen den Pfarrer“, so Bistumssprecher Baudisch. „Aber es ist klar, dass wir seine Tätigkeitsbereiche in Sachsen im Blick haben müssen.“

Wie auch immer die Untersuchungen ausgehen: Edward W. wird nicht nach Leipzig zurückkehren, stellte Giele klar. Da er ohnehin kurz vor dem Ruhestand gewesen sei, habe man bereits seine Nachfolge ab ersten Advent geklärt.

Von Frank Döring

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