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Misshandelte Hündin Nina erholt sich im Leipziger Tierheim

Rettung vom Kulkwitzer See Misshandelte Hündin Nina erholt sich im Leipziger Tierheim

Die Leipziger Polizei hat am Sonntag am Kulkwitzer See einen kleinen Mischlingshund aus den Fängen von Tierquälern gerettet. Inzwischen lebt Nina in einem Tierheim und steht dort vorerst noch unter Quarantäne.

Der kleinen Hündin Nina geht es wieder gut.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Der am Kulkwitzer See von Kindern misshandelten kleinen Hündin geht es inzwischen wieder besser. Die Polizei hatte das etwa acht bis neun Wochen junge Tier am Sonntag aus den Fängen seiner Peiniger gerettet, die es wiederholt geschlagen, mit dem Kopf unter Wasser gedrückt und bei der Hitze in eine Plastiktüte gesteckt hatten. Inzwischen ist die Hündin im Tierheim in Leipzig-Breitenfeld untergebracht und hat dort auch einen Namen erhalten: „Nina ist sehr offen und neugierig, tollt herum und langweilt sich schnell“, sagte Tierheim-Geschäftsführer Michael Sperlich gegenüber LVZ.de.

Unklar ist, woher Nina tatsächlich stammt. Am Sonntag war sie am Grünauer Ufer des Kulkwitzer Sees von Mitgliedern einer Großfamilie misshandelt worden, die ursprünglich wohl aus Rumänien stammt. „Sie trägt auch einen rumänischen Chip – allerdings wenn sie tatsächlich dort geboren wurde, kann sie nicht legal eingereist sein und hat vermutlich auch keine Impfungen erhalten“, so Sperlich weiter. Das Tierheim hat Nina deshalb vorerst unter Quarantäne gestellt und wird in den kommenden zehn Tagen alle vorgeschriebenen Impfungen nachholen. In dieser Zeit kann Nina zwar noch nicht ins Freie und ihre Umwelt kennenlernen, hat aber in einem aktuell ungenutzten Papageien-Käfig zumindest schon etwas Auslauf.

Dass Nina danach direkt in private Hände von Tierfreunden kommt, sei eher unwahrscheinlich. Trotz der zahlreichen Anfragen, die das Tierheim seit Bekanntwerden der Misshandlungsgeschichte erreicht hätten. Sperlich bittet darum, von weiteren Gesuchen abzusehen, denn die Hündin wird wohl vorerst zu einer externen Pflegestelle gebracht – solange der Eigentumsstatus nicht geklärt ist. „Bis dahin ist der Staatsanwalt für sie verantwortlich. Solche Verfahren über die Eigentumsverhältnisse können sich auch mal sehr sehr lange hinziehen“, sagte Sperlich. Und damit in privater Hand erst gar keine Beziehung aufgebaut wird, die womöglich dann wieder zerbrochen werden muss, bleibt Nina in Obhut des Tierheims.

Michael Sperlich vom Tierheim Leipzig trägt Nina, die kleine Hundedame auf dem Arm. 

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Tierheimchef: Viele Tiere gehen durch die Hölle

Wer tatsächlich ein Haustier suche, werde im Tierheim in Leipzig-Breitenfeld aber auch so fündig. Dutzende Hunde, Katzen, Vögel und Reptilien warten hier auf neue Besitzer. Ninas Misshandlungsgeschichte ist unter den Bewohnern auch kein Einzelfall. „Viele der Tiere, die zu uns kommen, sind vorher durch die Hölle gegangen“, sagt Sperlich. Darunter seien vor allem zahlreiche Fälle von unsachgemäßer Haltung oder Unterernährung. „Unsere Hauptgegner hier im Tierheim heißen nicht Urlaubs- oder Nachweihnachtszeit, in der Tiere häufiger abgegeben werden. Unser Hauptgegner heißt Harz IV“, so der Tierheimchef. Denn viele Besitzer seien finanziell gar nicht in der Lage, Tiere wirklich sachgerecht zu halten.

Nina war am Sonntagnachmittag am Ufer des Kulkwitzer Sees von der Polizei gerettet worden, nachdem Zeugen beobachtet hatten, wie die Hündin von ihren mutmaßlichen Besitzern gepeinigt wurde. „Als die Beamten eintrafen und Rücksprache mit der Familie zu diesem Sachverhalt nahmen, sagte die 39-jährige Frau sinngemäß, das ist doch nur ein Hund“, heißt es dazu im Polizeibericht. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Tierquälerei eingeleitet.

Matthias Puppe

Zum Tierheim: www.tierheim-leipzig.de

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