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Lokales Mit „Lotteraner“ schenkt der Leipziger Ratskeller jetzt nur noch selbst gebrautes Bier aus
Leipzig Lokales Mit „Lotteraner“ schenkt der Leipziger Ratskeller jetzt nur noch selbst gebrautes Bier aus
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21:00 27.03.2017
Im Beisein des Leipziger Alt-Bürgermeisters aus dem Mittelalter, Hieronymus Lotter, stoßen Jan Woithon, Burkhard Jung, Norman Jung und Ingo Winkler (von links) mit dem ersten Trunk an. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Abkürzung OBM hat seit Montag noch eine weitere Bedeutung: Oberbraumeister. Und diese Schnaps- beziehungsweise Bieridee wurde im nüchternen Zustand geboren! Rathauschef Burkhard Jung (59) bekam den Titel ehrenhalber und per Urkunde verliehen, als er am Mittag im Ratskeller das erste Fass Festbier aus eigener Herstellung anstach. „Ich bin bekennender Biertrinker. Wenn ich hier im Ratskeller bin, kommen die Mitarbeiter gleich und bringen mir ein kleines Bier. Dass jetzt selbst gebraut wird, finde ich eine gute Idee“, so Jung, bevor er sich einen Krug genehmigte.

Mit großem Bahnhof und vielen geladenen Gästen startete die „Ratskeller Braumanufaktur“ damit offiziell ihren Betrieb. Erst in den letzten Tagen hat sich endgültig entschieden, wie die Biermarke heißen soll: „Lotteraner“. Dieser Name kommt demnächst auf die Etiketten. Das Bier wird im Lokal, aber auch zum Mitnehmen außer Haus verkauft. Handwerkskammer-Präsident Claus Gröhn, Vertreter der Industrie- und Handelskammer, Tourismusexperten, Unternehmer und andere Leipziger Wirte kosteten und fachsimpelten. „Schmeckt sehr gut“, freute sich Holm Retsch vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. „Hut ab vor der Investition. Gerade nach dem Brand im Rastkeller gehen die Betreiber damit noch ein Stück näher an den Gast heran. Mit Regionalität kann man sich von anderen abheben“, so Retsch. Detlef Knaack, Chef von Fairgourmet und Dehoga-Vorsitzender in Leipzig: „Ich bin begeistert, schmeckt super gut.“

Leipzigs Alt-Bürgermeister Hieronymus Lotter, Jan Woithon, Burkhard Jung, Norman Jung und Ingo Winkler (von links) stoßen mit dem ersten Trunk an. Quelle: Dirk Knofe

Bereits seit November schenkt der Ratskeller nur noch sein eigenes Bier aus, wurde der Vertrag mit dem bisherigen Lieferanten gekündigt. In den ersten Wochen wurde nach eigener Rezeptur, aber noch außer Haus gebraut. Inzwischen wird direkt im Restaurant vor den Augen der Gäste der Sud angesetzt und die Würze gekocht. Im Keller stehen 13 Gär- und Lagertanks, in denen das Bier bei zwölf Grad in sechs Wochen trinkfertig reift. Reichlich 500 000 Euro haben die Pächter Ingo Winkler (55) und Jan Woithon (42) investiert.

Die Verantwortung für das Selbst gebraute liegt bei Norman Jung (30), dem Braumeister des Ratskellers. Er arbeitet streng nach dem deutschen Reinheitsgebot. „Sie werden auch noch Oberbraumeister“, tröstete der Oberbürgermeister scherzhaft seinen Namensvetter. Braumeister Jung hat auch schon einen noch Jüngeren, einen Azubi, an seiner Seite. Maximal 170 000 Liter im Jahr können die beiden herstellen. Neben Hellem, Schwarzem und Weizen gibt es ein wechselndes Spezialbier – zur Zeit ist es Märzen. Der Leipziger Ratskeller hat schon eigenen Käse, eigenen Wein und eigene Spirituosen auf der Karte. Die Idee für das eigene Bier hatte sich in den letzten vier Jahren immer mehr konkretisiert.

Von Kerstin Decker

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