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Lokales Mit Mango-Eis zur fairen Hauptstadt - Leipzig bewirbt sich 2015 um Titel
Leipzig Lokales Mit Mango-Eis zur fairen Hauptstadt - Leipzig bewirbt sich 2015 um Titel
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23:59 14.07.2014
Leckere Erfrischung: Mädchen und Jungen der Kita St. Nikolai genießen das Eis aus fair gehandelten Zutaten. Quelle: André Kempner
Leipzig

Hintergrund: Leipzig will nach Rostock 2015 Hauptstadt des fairen Handels werden. Was heißt: Möglichst viele Akteure sollen sich nach den Prinzipien des gerechten Handels richten und auf Güter verzichten, die durch ausbeuterische Kinderarbeit oder unter Verletzung sozialer Mindeststandards hergestellt werden. "Rathaus und städtische Betriebe müssen da Vorbild sein. Deshalb sind alle aufgerufen, einen Beitrag zu leisten", sagt Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke), der gestern den Eissommer - ein Projekt der Bewerbung - eröffnete. Sechs Leipziger Eisdielen bieten unter dem Motto "fair gewinnt" bis 14. September leckere Eissorten wie Mango, Kokos, Mokka oder den Klassiker Schoko an. Das Besondere: Alle Zutaten stammen aus fairem Handel.

Bereits seit 2011 trägt Leipzig als erste Großstadt Sachsens den Titel "Fairtrade-Town". Doch wie ist das mit dem alltäglichen Bild zu vereinbaren, dass viele Leute riesige Plastiktüten mit Schnäppchen aus den Kaufhäusern tragen? "Natürlich gibt es da noch einige dicke Bretter zu bohren", sagt Martin Finke vom Verein Eine Welt. "Viele Geschäfte nehmen aber immer mehr Fairtrade-Artikel in ihr Sortiment auf." Nicht wenige achten bewusst darauf, woher die Produkte kommen und sind bereit, dafür mehr zu bezahlen - vor allem angesichts dramatischer Bilder von Unfällen in den Fabriken Asiens, wo T-Shirts für den europäischen Markt produziert werden.

Die Bewerbung wird auch vom Beirat der Leipziger lokalen Agenda 21 unterstützt. Gemeinsames Ziel: das Thema aus der Nische in die Mitte der Gesellschaft holen. Der Slogan "Leipzig handelt fair" für die Bewerbung soll ausdrücken, dass auch das Handeln vieler Leipziger für eine gerechtere Welt wichtig ist. "Im September kommen Experten aus unseren Partnerstädten Birmingham und Lyon, um über fairen Handel zu diskutieren. Vor allem die Engländer sind da viel weiter", so Caren Marusch-Krohn vom Referat Internationale Beziehungen im Rathaus.

"Viele kleine Projekte bringen uns voran. Dabei ist es wichtig, junge Leute zu erreichen", ergänzt Urte Grauwinkel, Multiplikatorin von Fairtrade Deutschland. Mit Veranstaltungen in Schulen, Vereinen und Kirchen wird das Projekt mit Leben erfüllt. Rosenthal: "Ich würde mich freuen, wenn viele Leipziger Ideen beisteuern. Gerade die Fußball-WM in Brasilien, aus dem viele unserer Konsumgüter stammen, hat ja gezeigt, dass es dort nicht nur Sonnenseiten gibt."

Die Händler machen beim Eissommer mit: Der Eisladen "Brakers Go" Bornaische Straße, die "Eisträumerei" Riebeckstraße, das "Eiscafé Florenz" Georg-Schumann-Straße und Bornaische Straße, der Fairtradeladen "Contigo" Nikolaistraße und "La Chocolaterie" Waldstraße.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.07.2014

Mathias Orbeck

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