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Mit dem Saugrüssel gegen den Schlamm: Elsterbecken wird gereinigt

Folgen der Flut 2013 Mit dem Saugrüssel gegen den Schlamm: Elsterbecken wird gereinigt

Das Hochwasser 2013 hat im Elsterbecken seine Spuren hinterlassen. Gewaltige Mengen an Sedimenten wurden damals mit den Fluten über das Palmgartenwehr gespült und dann in dem Becken, das sich bis zur Kläranlage im Rosental hinzieht, abgelagert. Nun wird ihnen mit schwerer Technik zu Leibe gerückt.

Technik einer holländischen Spezialfirma auf dem Elsterbecken. Bis Ende Februar werden rund 25000 Tonnen Sedimente geborgen und per Rohrleitung bis nach Möckern in eine Absetzgrube befördert.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das Hochwasser 2013 hat im Elster- becken seine Spuren hinterlassen. Gewaltige Mengen an Sedimenten wurden damals mit den Fluten über das Palmengartenwehr gespült und dann in dem Becken, das sich bis zum unteren Elsterwehr an der Kläranlage im Rosental hinzieht, abgelagert. Nun wird ihnen mit schwerer Technik zu Leibe gerückt. Im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung übernimmt das eine holländische Spezialfirma.

Auf dem Wasserareal am Richard-Wagner-Hain haben die Fachleute einen Schwimmbagger stationiert, der im sogenannten Saugspül-Verfahren die Kiese und Sande erst fördert, dann verdünnt und auf die Reise zum Bestimmungsort schickt. Der liegt rund 3,2 Kilometer flussabwärts am Marienweg in Möckern. Bis dorthin zieht sich – meist unter Wasser – ein Rohrsystem als Transportader. Es mutet wie eine Seeschlange an. Endpunkt ist eine Absetzgrube.

Ein großer Saugbagger befreit derzeit das Elsterbecken von Schlamm und Sedimenten. (Bilder: André Kempner)

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Als vor zweieinhalb Jahren die Weiße Elster massiv anschwoll, verfrachtete sie rund 80 000 Tonnen Sediment in das seit 1925 bestehende und zum Hochwasserschutz angelegte Elsterbecken, in dem ohnehin schon rund 800 000 Tonnen Ablagerungen ruhten. „Die Fließgeschwindigkeit ist dort sehr gering, deshalb haben sie sich über viele Jahrzehnte hinweg angehäuft“, erklärt Axel Bobbe, der Betriebsleiter der zuständigen Talsperrenmeisterei in Rötha. Immer wieder wurde versucht, das Problem etwas zu entschärfen. 2012 fand die letzte Baggeraktion statt. Doch als im Juni 2013 die Flut kam, sorgte sie erneut für einen mächtigen Sedimentnachschub.

„Wir kratzen da freilich nur an der Oberfläche“, beschreibt Bobbe die fortwährenden Bemühungen, das Becken zu entschlammen und wieder etwas zu vertiefen. Einst war es bis zu 2.50 Meter tief und wurde sogar als Regattastrecke und Segelrevier genutzt. Längst sind diese Zeiten vorbei. An manchen Stellen bilden sich bei Niedrigwasser Inseln.

Bis Ende Februar grasen die Holländer mit ihren Schwimmbagger das Areal zwischen Palmengartenwehr und Zeppelin- brücke systematisch ab und bergen bis zu 25 000 Tonnen Sedimente. Ein separate Pumpstation sorgt für ordentlich Druck in der Rohrschlange, damit das verdünnte Gemisch auch in der Absetzgrube in Möckern ankommt. Bobbe: „Bis zu einem Jahr wird es dort zur Entwässerung gelagert und dann mit Lastern zu Deponien geschafft.“

Wohin das Material dann genau kommt, wird erst nach der Ermittlung des Schadstoffgehaltes entschieden. Denn die Sedimente sind belastet. „Wir gehen aber davon aus, dass sich das in Grenzen hält, weil nur die obere Schicht aus dem Elsterbecken abgetragen wird und die stark kontaminierten Sedimente tiefer liegen“, so Bobbe. Insbesondere Schwermetalle wie Kadmium, Chrom und Zink gehören als Erbe der Vergangenheit zu den Altlasten im Elsterbecken.

Hintergrund: Vor allem zu DDR-Zeiten leiteten viele metallurgische Betriebe am Oberlauf der Weißen Elster ihre Abwässer in den Fluss ein, wo sich der Schadstoffmix in den Sedimenten ansammelte und mit ihnen nach und nach in Richtung Mündung wanderte. Wobei das Elster- für sie oft zum Ruhebecken geriet. Wie Untersuchungen ergaben, liegen dort – auf Trockenmasse umgerechnet – rund 350 000 Tonnen teils extrem kontaminierter Schwemmsande. Bis zu 150 Milligramm Kadmium pro Kilogramm Sediment wurden bei eingehenden Sondierungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften beispielsweise gemessen.

Von Mario Beck

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