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Lokales Mittlerer Ring Südost liegt für zehn Jahre auf Eis
Leipzig Lokales Mittlerer Ring Südost liegt für zehn Jahre auf Eis
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17:30 19.05.2015

Auch über Tempo-30-Zonen und Einbahnstraßen wurde diskutiert.

Die Stadtverwaltung hatte zu dem Workshop am Sonnabend keine Medienvertreter zugelassen, weil im Stadtteil heftig über verschiedene Verkehrslösungen gestritten wird - niemand will eine vierspurige Entlastungsstraße in seiner Wohnnähe haben. Die Stadt hatte deshalb mit dem Verkehrswissenschaftler Jürgen Gerlach einen unabhängigen Fachgutachter eingeschaltet, um die Lage zu analysieren. Der Professor für Verkehrsplanung an der Uni Wuppertal soll die prognostizierte Entlastung durch die Neubautrasse angezweifelt und statt vier Spuren zwei für ausreichend gehalten haben. "Bei einem Trassenverlauf quer durch Stötteritz und Mölkau müsste dann der Straßenraum nicht verbreitert werden und die Anlieger könnten ihre Vorgärten behalten", bestätigte gestern Stadtrat Roland Quester (Grüne), Vorsitzender des Ratsausschusses für Stadtentwicklung und Bau, auf LVZ-Anfrage. Der Professor habe aber auch empfohlen, die sogenannte Bahnvariante der angedachten Neubautrasse - die entlang der Außenseite des den Stünzer Park tangierenden Güterrings niveaugleich mit der Bahnanlage verlaufen würde - nicht zu den Akten zu legen. Leipzig sollte sich die Option für diesen Trassenverlauf noch zehn Jahre erhalten, aber gleichzeitig versuchen, die hohe Verkehrsbelastung in Stötteritz und Mölkau auf andere Art verträglicher zu machen, soll ein Workshop-Kompromiss lauten. Wenn dies gelinge, könne in zehn Jahren die Bahnvariante ganz zu den Akten gelegt werden, bestätigte Quester.

Teilnehmer berichten, dass auch der Bau einer kleinen Entlastungtrasse von der Prager/Güntzstraße bis zur Zweinaundorfer Straße als chancenlos gilt. Der Gerlach-Rat, Leipzig solle seine knappen finanziellen Mittel lieber in das vorhandene Straßennetz investieren, statt neue Trassen zu bauen, sei in der Diskussion auf offene Ohren gestoßen. Das vorhandene Netz sei nach der Wende ausreichend komplettiert worden, wurde festgestellt. Jetzt müsse der Verkehr nur besser organisiert werden.

Wie dies geschehen könnte, diskutierten die Teilnehmer anhand von 58 Ideen, die im Bürgerwettbewerb "Ideen für den Stadtverkehr" für Stötteritz und Mölkau eingereicht wurden. Dabei habe es Konsens darüber gegeben, großzügige Tempo-30-Zonen auszuweisen - so in der Schönbach- und Naunhofer Straße. Gleichzeitig sollen die Einbahnstraßenregelungen der Ludolf-Colditz-Straße und der Schönbachstraße auf den Prüfstand gestellt werden. Diese verführen zum Rasen, hieß es. Erwogen wird auch, die Ludolf-Colditz-Straße wieder in beide Richtungen an die Kreuzung Prager Straße/Tabaksmühle anzubinden. "Diese Vorschläge werden jetzt von der Stadtverwaltung vertiefend untersucht", betonte Stadt-rat Quester, "es gibt noch keine verbindlichen Festlegungen." Denkbarseien auch Verbesserungen wie Querungshilfen für Schüler und neue Radwege.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2013

Andreas Tappert

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