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Lokales Mobilfunkverträge statt Treff für Studierende
Leipzig Lokales Mobilfunkverträge statt Treff für Studierende
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09:13 13.09.2018
„Freiraum für Studies“? Im Leibnizladen können die Studierenden ab Oktober voraussichtlich Handyverträge abschließen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Unbekannte haben noch einmal ihren Protest auf die Fenster des früheren Leibnizladens gesprüht. „Freiraum für Studies“ steht dort jetzt in dicken schwarzen Buchstaben. Vor ein paar Wochen hatten an derselben Fassade noch mehrere leichter zu beseitigende DIN-A4-Zettel geklebt. Deren Buchstaben ergaben: „Ihr vermietet ...? Wir besetzen“.

Doch auch eine gespielte „feierliche Eröffnung des Freiraums am Campus“ mit Konfetti und Luftschlangen Mitte Juni hat nicht verhindert, dass das 40 Quadratmeter große Geschäft auf dem Uni-Campus in der Leipziger Innenstadt nach zwei Jahren Leerstand am 1. Oktober einen neuen – kommerziellen – Pächter erhält. „Wir freuen uns über diese Vermietung“, bestätigt Uni-Sprecher Carsten Heckmann. „Denn wir sind natürlich angehalten, mit unseren Immobilien wenn möglich Einnahmen zu erzielen.“

Heckmann spricht von einem Leipziger Unternehmen, „das verschiedene Dienstleistungen für Studierende anbietet“. Andreas Brauneis, Referent für Hochschulpolitik beim Studierendenrat (Stura), empört sich darüber, dass „ein vollkommen sinnloser Handyladen einzieht“. Nach LVZ-Informationen werden im Leibnizladen, wo bis 2016 Tassen, Kalender, Beutel und T-Shirts mit Uni-Logo verkauft wurden, künftig Mobilfunk-, Internet-, Strom- und Gasverträge vermittelt – mit Fokus auf die studentische Zielgruppe, für die die meisten Anbieter spezielle Konditionen anbieten.

„Schlag ins Gesicht“

Dagegen hatte der Stura in den vergangenen Monaten wiederholt deutlich gemacht, dass er den Raum gern selbst als „gemeinsamen Ort zum Diskutieren, Lernen sowie für die Begegnung von Studierenden, Dozierenden und Universitäts­externen“ verwalten würde. Die Universitätsleitung hatte dem Ansinnen entgegengehalten, dass sich der Stura als Teilkörperschaft der Universität aus rechtlichen Gründen nicht einmieten könne. Wobei die Studierendenvertreter wohl auch nicht unbedingt an einen Mietvertrag mit der Uni-Verwaltung gedacht haben.

Entsprechend verärgert zeigt sich nun Stura-Sprecher Nicolas Laible: „Es erscheint den Studierenden als Schlag ins Gesicht, dass eine gemeinschaftliche Nutzung durch ein profitorientiertes Konzept ersetzt wird“, sagt er. Näher ist die jetzige Lösung an den Vorstellungen der Leipziger Hochschulgruppe des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Sie hatte vorgeschlagen, im Leibnizladen neben Uni-Merchandising künftig „Ladekabel, USB-Sticks und andere für uns nützliche Artikel“ zu verkaufen.

Ungelöst bleibt aber das Platzproblem des Stura, der ein paar Meter weiter in engen Verhältnissen haust. „Wir platzen aus allen Nähten“, klagt Laible, „und brauchen dringend neue Räumlichkeiten, um weiterhin die lebendige studentische Kultur voranzubringen“. Der soziale Austausch übers Handy gehört dazu zwar längst. Doch einen „weiteren Raum für Produkte, die Studierende bereits problemlos anderswo kaufen können“, braucht es dafür nach Stura-Ansicht nicht.

Von Mathias Wöbking

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