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Lokales Mockauer Post hat neuen Eigentümer aus dem Taunus
Leipzig Lokales Mockauer Post hat neuen Eigentümer aus dem Taunus
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00:18 24.04.2016
Hat wieder mal den Besitzer gewechselt: die Mockauer Post. Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf dem neuen Eigentümer aus dem hessischen Hochtaunuskreis.  Quelle: André Kempner
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Leipzig-Mockau

 Jahrelang sahen die Stadtoberen hilflos zu, wie das Gebäude-Ensemble der denkmalgeschützten Mockauer Post mehr und mehr verfiel. Sie konnten die Eigentümerin aus rechtlichen Gründen nicht zwingen, Geld in die Hand zu nehmen und das Mockauer Wahrzeichen zu sanieren. Ein Versprechen von ihr folgte dem anderen. Stets blieben es leere Worte. Die Besitzerin Bianca Haubold von der Immobiliengesellschaft Blaufalk AG schob immer wieder der Denkmalschutzbehörde die Schuld in die Schuhe, da das Amt ihrer Meinung nach mit überzogenen Auflagen die Sanierung blockierte und den Bauantrag ablehnte. Aber im August 2014 kam die Baugenehmigung. Trotzdem passierte nichts. Es nagte weiterhin der Zahn der Zeit am einst so prachtvollen Neorenaissancebau, der vor 100 Jahren nach Plänen des Leipziger Architekten Alfred Spaete errichtet worden war.

Doch jetzt scheint Rettung in Sicht. Wieder einmal. Und der Retter kommt aus dem hessischen Hochtaunuskreis. Peter Peiter, Geschäftsführer von Saba Bau Glashütten-Oberems, heißt der neue Eigentümer des architektonischen Kleinodes in Mockau.

„Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, die Immobilie gehört jetzt mir“, versicherte er auf Anfrage der LVZ. Und Peiter hat Großes vor. „Die Fassade des filigranen Baues wird ihr ursprüngliches Aussehen wieder erhalten“, garantierte der Chef des Bauträger-Unternehmens. Im Amt für Bauordnung und Denkmalschutz hört man nur Gutes von der Firma aus dem Hessischen. Sie habe in Leipzig schon zahlreiche Gründerzeit- und Jugendstilbauten aufwändig und nachhaltig, mit viel Liebe für das Detail saniert. Genannt seien nur die prächtigen Eckhäuser in der Karl-Liebknecht-Straße 62 mit dem Café Maitre, der Bernhard-Göring-Straße 51, der Reichpietschstraße 61, der Arnoldstraße 19, der Michaelisstraße 1 oder die schmucken Erker in der Ossietzkystraße 30.

„Die Mockauer Post ist schon aufgrund ihrer Bedeutung eine Herausforderung für uns“, erklärte Peiter. Natürlich müsse nun ein neuer Bauantrag gestellt werden, da das Baurecht für die Blaufalk AG nicht automatisch auf den neuen Eigentümer übergeht, zumal das hessische Unternehmen andere Vorstellungen hat. „Wir sind schon mittendrin in der Vorplanung und hoffen, 2016 das ganze Procedere bis hin zur Baugenehmigung abschließen zu können“, sagte der Saba-Geschäftsführer voller Zuversicht. Peiter plane kein Areal für betreutes Wohnen einzurichten, wie es der alte Eigentümer proklamiert hatte. „Uns geht es vor allem darum, moderne und bezahlbare Wohnungen sowie umfangreiche Räumlichkeiten für Gewerbetreibende zu schaffen“, so der Mann aus dem Hochtaunuskreis.

LVZ-Leser wie Gerhard Wrzesniowski aus der Döringstraße betrachten das, was im zurückliegenden Jahrzehnt von den Eigentümern in den Medien über den Erhalt der Mockauer Post zu lesen war, voller Skepsis. „Das weithin sichtbare Gebäude ist längst zu einem Schandfleck für Mockau geworden, es ist traurig, wie man mit dem einstigen Wahrzeichen unseres Stadtteiles umgeht“, schrieb er an die Lokalredaktion. „Eigentum verpflichtet, die Gleichgültigkeit der Inhaber der Immobilie, die Mockauer Post vergammeln zu lassen, ist beschämend“, betonte die Theklaerin Gisela Pester. Für die meisten Leipziger sei die Geduld gegenüber rücksichtslosen Eigentümern nicht nachvollziehbar. Sie denke dabei nicht nur an die Mockauer Post, sondern auch an das traditionsreiche Hotel Astoria oder das schlimme Burgplatzloch. Unverständlich, dass die Gesetze solche Missstände erlaubten und der Stadtrat dazu über keine Entscheidungsbefugnis verfüge. „Hoffen wir, dass uns der Mann aus dem Taunus eines Besseren belehrt und der Mockauer Post wieder zu altem Glanz verhilft“, konstatierte Bauingenieur Joachim Seifert, der einst die Sanierung des Neuen Rathauses leitete. Er kennt sich aus in der Materie wie kaum ein anderer.

Von Günther Giessler

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