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Lokales Mode mit Community-Geist: Zaprado führt Laien als kreative Gestalter zusammen
Leipzig Lokales Mode mit Community-Geist: Zaprado führt Laien als kreative Gestalter zusammen
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18:40 13.10.2015
Romy Gottschalk versendet verschiedene Kreativsets, mit denen die Mitglieder ihrer Community zu Modedesignern werden. Quelle: André Kempner
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Leipzig

.Selbermachen macht glücklich! Ob mit selbst gestalteten T-Shirts oder Taschen, Rucksäcken oder Smartphone-Hüllen, jeder Laie kann der Mode seine Kreativität aufsetzen. Mit diesem Ansatz hat die gebürtige Leipzigerin Romy Gottschalk im März 2015 ihr Startup Zaprado gegründet. Sie verschickt Kreativsets zum Selbermachen, aber das ist nur der eine Teil ihrer Geschäftsidee. Neu und einmalig an Zaprado ist die Kopplung mit einer Online-Community. Die Gründerin will nicht weniger als eine Revolution in der Modeschöpfung auf den Weg bringen: ein Modelabel, das es im Einzelhandel geben soll und das ausschließlich von einer Community getragen wird.

Kurioserweise kann die 32-Jährige weder stricken noch nähen und auch nicht besonders gut malen. Ihre Stärke liegt in Ideen, und außerdem fühlt sie sich wohl in den Social-Media-Kanälen. Ihre Motivation schöpft sie aus dem Gedanken „Boah, anderen gefällt das, ich bin Teil einer schönen Idee.“ Zielgruppe sind junge Leute zwischen 14 und Mitte 30, mit denen sie die Idee einer Modecommunity verwirklichen möchte.

Romy Gottschalk trägt ein Shirt, das sie mit einem ihrer Kits selbst gestaltet hat. Quelle: André Kempner

Das Ganze funktioniert so: Man geht auf die Webseite von Zaprado und bestellt eins der “Do-it-yourself-Kits“. Die gibt es zu verschiedenen Handarbeitsthemen wie Batiken, Malen, Perlen und Spitzen oder sogar Kartoffeldruck. Jedes Set enthält ein Basisprodukt – zum Beispiel ein T-Shirt oder einen Stoffbeutel – sowie Pinsel, Textilfarben und Schablonen zum Bemalen und Gestalten. Die Ergebnisse werden im Web hochgeladen, und die Zaprado-Community entscheidet, was am besten gefällt. Die nach Mitgliedermeinung gelungensten Stücke werden schließlich produziert und kommen in den Online- und Offline-Einzelhandel. Aber Mitmachen ist nicht nur im Internet möglich, sondern auch bei diversen Live-Events und Messen, auf denen Zaprado vertreten ist.

Bisher hat Romy Gottschalk 10 000 Euro eigenes Geld in ihr Startup gesteckt. Als nächstes sucht sie einen strategischen Partner, der mit investiert. Sie braucht Finanzhilfe, um die erste eigene Zaprado-Kollektion herstellen zu lassen und um das Online-Marketing zu verstärken. „Aber es ist schwer, Investoren zu begeistern, weil es doch ein frauenlastiges Thema ist und die Investoren zu 99 Prozent Männer sind.“ Davon leben kann Romy Gottschalk noch nicht. Wohl aber von ihrer ersten Firma, mit der sie hochwertige Handytaschen aus Leder vertreibt.

In fünf Jahren will die Gründerin Zaprado zu einem etablierten deutschlandweiten Modelabel gemacht haben, zu einem Trendsetter, der vom Geist der Community getragen wird. Spätestens im Sommer 2016 will sie den Durchbruch geschafft und die Gewinnschwelle erreicht haben. Denn dann kommt das ältere ihrer beiden Kinder zur Schule, und sie will sich mehr Zeit für die Familie nehmen. Ihr Lebenspartner ist ebenfalls Unternehmer. „Zur Zeit steht hinter der Arbeit und der Familie alles zurück. Ich verwirkliche mich über mein Unternehmen“, gesteht die 32-Jährige. Der Aufwand eines Startups werde oft unterschätzt, und sie habe ihn auch selbst unterschätzt.

Namenspate für Zaprado war übrigens das Museo del Prado in Spanien, eins der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Während ihres Studiums in Madrid wurde es für Romy Gottschalk zur wichtigsten Inspirationsquelle.

Am 21./22. Oktober findet in Leipzig die erste Startup-Safary statt. 130 Gründerfirmen öffnen ihre Türen zum Kennenlernen. Romy Gottschalk stellt sich im Basislager, Peterssteinweg 14, vor. Die Gründercommunity wird von der Madsack Mediengruppe und der Leipziger Volkszeitung gefördert.

Von Kerstin Decker

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