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Modellbauer zeigen Schiffe am Völkerschlachtdenkmal

Modellbauer zeigen Schiffe am Völkerschlachtdenkmal

Ganz langsam bewegt Andreas Kaufmann seinen Oberkörper schwingend nach rechts, dann nach links. Er hebt den Kopf und schaut mit prüfendem Blick auf das Gewässer.

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Besucher schauen sich vor dem Völkerschlachtdenkmal die Boote an.

Quelle: André Kempner

Dort fährt in wenigen Metern Entfernung sein sonnengelbes Modellboot mit schneeweißem Segel. Bis zu zehn Kilometer pro Stunde bringt sein "Schmuckstück" auf den Tacho. Ein guter Schnitt im Vergleich zu den anderen zahlreichen Booten, die am Sonnabend zum elften Treffen der Schiffsmodellsportler auf dem künstlichen Teich vor dem Völkerschlachtdenkmal schippern.

Über 50 Modellbauer sind der Einladung des Kinder- und Jugendkulturzentrums Oskar gefolgt und präsentieren ihre Modelle. "Für viele Teilnehmer ist das jährliche Treffen im September ein festes Datum im Kalender", freut sich Jörg Diezel, Bereichsleiter Technik und Medien bei Oskar. Die städtische Einrichtung bietet wöchentlich Schiffsmodellbaukurse für Jugendliche ab zehn Jahren an und erhofft sich durch das Treffen auch einen Austausch zwischen Nachwuchs und alten Hasen. Zur Kategorie Nachwuchs gehört Marco Zwillus. Seit über drei Jahren geht er jeden Freitag zum Modellkurs ins Jugendzentrum, hat schon Rennboot, Segelflieger und Elektroautos gebaut. Der Bau eines Modells sei zeitaufwendig, mache aber unheimlich Spaß. "Alles selbst zu gestalten von der Technik bis zum Design - das ist toll", erzählt der 16-Jährige. Der Zehntklässler nutzt den Samstag, um mit Booten der Modellbau-Kollegen zu fahren.

Auch Frank Schneider probiert immer gerne andere Schiffe aus. Seit über 30 Jahren widmet er sich dem Modellbau und hat noch immer nicht genug davon. Wie viele Boote das langjährige Mitglied des Schiffsmodellclubs Leipzig zu Hause hat, kann er nicht sagen. "Das ist ein ständiger Fluss: Mal verkauft man eins, dafür kommt an anderer Stelle wieder eins dazu. Es werden wohl um die 15 Stück sein", schätzt er. "Das ist für uns Männer wie Mode für manche Frauen. Man entwickelt sich weiter, der Geschmack ändert sich mit der Zeit. Und wenn es dann was Neues gibt, will man es eben auch gerne haben!"

Jedes Einzelne seiner Schiffe hat der 65-Jährige komplett selbst zusammengestellt, ohne fertigen Selbstbaukasten. Das größte Boot, das er an diesem Tag dabei hat, ist ein 120 Zentimeter hoher und 80 Zentimeter langer Ostseekutter aus Mahagoni-Holz und mit dänischer Flagge. "Der wird auch Kartoffelkutter genannt, weil er im Winter die kleineren dänischen Inseln regelmäßig mit Kartoffeln versorgt", weiß der Leipziger eine Küstengeschichte zu erzählen.

Andreas Kaufmann hat sein Segelboot unterdessen erst mal an Land geholt und gönnt ihm eine kurze Pause. "Es ist mein liebstes Schiff, weil ich abseits vom Selbstbaukasten eigene Teile und Designs einfließen lassen habe", sagt der 50-Jährige stolz. Bereits Anfang der 90er Jahre hat er mit dem Modellbau begonnen, legte aus finanziellen Gründen als junger Vater aber eine jahrelange Pause ein. "Sobald der Nachwuchs selbstständig war, habe ich wieder angefangen", schmunzelt Kaufmann, der seit 2010 der "Interessengemeinschaft RC Freunde Leipzig" angehört und neben sechs Modellschiffen fünf Modellautos daheim hat. "Vielleicht mieten wir uns im nächsten Urlaub mal ein richtiges, großes Boot. Denn so eins besitze ich leider noch nicht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2013

Julia Wick

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