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Modellprojekt zur Verkehrsberuhigung gestartet

Workshops in Stötteritz Modellprojekt zur Verkehrsberuhigung gestartet

Wer weiß vor Ort besser Bescheid als die Bürger, die dort wohnen? Ein neues Modellprojekt will das das Wissen dieser „lokalen Experten“ nutzen, um den Lärm in vielen Straßen des Stadtteils zu reduzieren.

Radfahrer chancenlos – in Stötteritz soll jetzt das Radverkehrsnetz ausgebaut werden, fordern Bewohner des Stadtteils.

Quelle: André Kempner

Leipzig. In Stötteritz ist ein Modellprojekt zur Verkehrsberuhigung angelaufen. Möglich gemacht wurde es durch das Bundesministerium für Umwelt und das Umweltbundesamt. Der Plan: In Stötteritz sollen jetzt Bürger als „lokale Experten“ Vorschläge zur Verkehrsberuhigung ausarbeiten und priorisieren. Vor Ort durchgeführt wird das Modellprojekt „Mach’s leiser“ vom Leipziger Umweltbund Ökolöwe, der das Leipziger Planungsbüro Stadtlabor mit der Moderation und der fachlichen Unterstützung beauftragt hat. Mindestens drei Workshops und eine Abschlussveranstaltung finden dazu im Stadtteil statt. Zur Auftaktveranstaltung kamen am Dienstagabend rund 50 interessierte Stötteritzer.

„In den nächsten zehn Jahren wird es in Stötteritz keinen Straßenneubau geben“, erklärte Stadtplaner Fritjof Mothes vom Planungsbüro Stadtlabor am Dienstagabend in der Franz-Mehring- Schule. „Deshalb liegt unser Fokus jetzt ausschließlich auf Verbesserungen, die kurzfristig eine Chance auf Umsetzung haben.“

Viele Zuhörer forderten, dass am Ende tatsächlich Verbesserungen umgesetzt werden. „Genau das ist unser Ziel“, bekräftigte Verkehrsexperte Tino Supplies vom Ökolöwen. „Wir wollen machbare Lösungen an unseren Projektbeirat herantragen.“ Zum Projektbeirat gehören Vertreter der Stadtratsfraktionen, des Verkehrs- und Tiefbauamts, des Stadtplanungsamts, des Amtes für Umweltschutz, des Landesamtes für Umwelt, des Bundesumweltamtes, der Leipziger Verkehrsbetriebe, des Bürgervereins Stötteritz und des Stadtbezirksbeirats Südost.

Bislang sind 63 potenzielle Lärmminderungsprojekte im Rennen. „Sie sind aber noch ohne jegliche Priorisierung“, betonte Mothes. Die Stötteritzer könnten jetzt vorschlagen, welche Projekte weiter vertieft werden sollen oder auch ganz andere Vorhaben anregen.

Einen spürbaren Schub erhoffen sich die Initiatoren durch die drei Workshops, die am 1. Dezember, am 12. Januar und am 2. Februar jeweils von 17.30 bis 20.30 Uhr in der Franz-Mehring-Schule stattfinden und offen für jedermann sind. „Die Workshops bauen aufeinander auf“, so Mothes. „Wir wollen zunächst alles zusammentragen, dann sortieren und in Arbeitsgruppen weiter vertiefen. Am Ende soll ein überschaubares Paket mit machbaren Projekt vorliegen.“

Dass es enormen Handlungsbedarf in Stötteritz gibt, wurde in der Diskussion deutlich. Es reiche nicht aus, nur möglichst viele Tempo-30-Schilder anzubringen, hieß es. Um den Autoverkehr zu reduzieren, müsse es im Radwegenetz deutliche Verbesserungen geben. Wichtig seien insbesondere sichere Wege zu den Schulen und den Nahversorgern. Der öffentliche Nahverkehr sei ebenfalls verbesserungsbedürftig.

Gefordert wurde auch eine Verringerung des Parkplatz-Suchverkehrs. Die Stadt sollte Querparkplätze einrichten, ungenutzte Flächen für Parker herrichten und die in den Abendstunden ungenutzten Parkflächen von Nahversorgern verfügbar machen, hieß es. Denkbar sei auch, am Bahngelände bessere Park & Ride-Plätze einzurichten oder Ausweich-Stellplätze auf der Alten Messe anzubieten. Weil Elektrofahrzeuge leiser sind als Autos mit Verbrennungsmotoren, sollten öffentliche Ladestationen aufgebaut und so Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen geschaffen werden. Eine Reduzierung des Schwerlastverkehrs sei ebenfalls erforderlich.

Info: Im Internet können alle Leipziger unter www.machsleiser.de auf einer interaktiven Karte Vorschläge zur Lärmminderung unterbreiten. Sie werden ins Verfahren der Fortschreibung des Leipziger Lärmaktionsplanes eingebracht.

Von Andreas Tappert

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