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Moderne Architektur in der Nationalbibliothek - Musikarchiv zieht am Mittwoch ein

Moderne Architektur in der Nationalbibliothek - Musikarchiv zieht am Mittwoch ein

Der 59 Millionen Euro teure Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek ist fast fertig. Dennoch war es bereits jetzt möglich einen ersten Blick in den Komplex zu werfen, der ab dem 1. Dezember auch 40 Mitarbeiter des Deutschen Musikarchivs aus Berlin aufnehmen wird.

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Blick durch die Außenhaut des Erweiterungsbaus auf die Russisch-Orthodoxe Kirche

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Zwar findet die offizielle Eröffnung des atemberaubenden Ensembles am Deutschen Platz erst am 9. Mai 2011 statt. Doch schon jetzt werden wichtige Bereiche des modernen Anbaus, der die Form eines Buchumschlags aufgreift, genutzt, so Direktor Michael Fernau.

Am Mittwoch kommen die 40 Mitarbeiter des Deutschen Musikarchivs (DMA) hinzu, das aus der Siemens-Villa in Berlin nach Leipzig umzieht. "Wir freuen uns sehr auf die neuen Kollegen", sagt Fernau. Künftig sei die Musikstadt Leipzig nicht nur um eine bedeutende Sammlung reicher, die auch Schallplatten- und Tonband-Raritäten, seltene Abspielgeräte, Wachswalzen, Klavierrollen enthält. "Im Bereich unseres Haupteingangs entsteht dazu eine Ausstellung, in der herausragende Stücke präsentiert und erläutert werden", erläutert er. Zudem richten Techniker in der Nationalbibliothek jetzt Umschnittplätze (zur Übertragung alter Aufnahmen auf moderne Datenträger) sowie Tonstudios auf Top-Niveau ein. "Im Bibliotheksbereich gibt es in Deutschland nichts Vergleichbares. Nur der MDR verfügt über Tonstudios, die noch besser sind", sagt er.

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Leipzig. Der 59 Millionen Euro teure Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek ist fast fertig. Dennoch war es bereits jetzt möglich einen ersten Blick in den Komplex zu werfen, der ab dem 1. Dezember auch 40 Mitarbeiter des Deutschen Musikarchivs aus Berlin aufnehmen wird. Zwar findet die offizielle Eröffnung des atemberaubenden Ensembles am Deutschen Platz erst am 9. Mai 2011 statt. Doch schon jetzt werden wichtige Bereiche des modernen Anbaus, der die Form eines Buchumschlags aufgreift, genutzt, so Direktor Michael Fernau.

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Das DMA bezieht einen frisch sanierten Teil des Altbaus, den bislang das  Deutsche Buch- und Schriftmuseum nutzte. Im dort angrenzenden Hof entstand noch ein futuristisches Bauwerk, das als öffentlicher Lesesaal des Musikarchivs dienen wird. In den schallisolierten Räumen liegen schon die Teppiche. Noch fehlen aber die 20 Computerarbeitsplätze für Musikwissenschaftler oder Komponisten. Sie bekommen durchweg ein eigenes Keyboard zum Anspielen von Melodien. Wer als Laie nur mal ein bestimmtes Lied sucht, kann das per Kopfhörer im Übergangsbereich genießen. "Dann aber nur in MP3-Qualität."

Künftig verfügt sein Haus über knapp 400 Mitarbeiter und neun Lesesäle, so Fernau. Zum Entwurf, den die Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler nach ihrem Konzept "Inhalt-Hülle-Umschlag" erstellte, gehört ein großer öffentlicher Bereich, in dem die Besucher problemlos zwischen allen Lesesälen und Ausstellungen wechseln können. Zur Aufbewahrung von Druckwerken bringt der Anbau 140 Regal-Kilometer zusätzlich. Die Magazine sind bei 18 Grad Celsius klimatisiert, reichen bis drei Stockwerke unter den Erdboden, berichtet Simone Richter vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement: "Das Auffangen der ungeheuren Lasten zu organisieren, war besonders schwierig. Es ist aber ohne Komplikationen gelungen. Etwa die Hälfte dessen, was das Haus heute wiegt, kommt am Schluss wenn alle Magazine gefüllt sind hinzu."

Die Mitarbeiter des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, der ältesten und größten Einrichtung seiner Art, haben ihre neuen Büros im Neubau schon bezogen. Von dort schauen sie durch eine Glasfassade, die als Schaufenster des Büchertempels nach außen gedacht ist, auf den Deutschen Platz. In zwei neuen Ausstellungshallen des Museums - sie sind auch durch einen eigenen Eingang erreichbar - filtert das Glas schädliche Bestandteile des Tageslichts weg. Trotzdem gibt es für besonders wertvolle Stücke extra einen Schautresor im Lesesaal des Museums. Dessen grandioser Ausblick nach Osten und Westen lohnt allein schon einen Besuch.

Jens Rometsch

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