Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Möglichkeit zur natürlichen Geburt erhalten – Leipziger demonstrieren für Hebammen

Möglichkeit zur natürlichen Geburt erhalten – Leipziger demonstrieren für Hebammen

Rund 500 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstagvormittag in der Leipziger Innenstadt gegen steigende Versicherungsgebühren für Hebammen demonstriert.

Voriger Artikel
Blick auf die "Stadt-Ernte" - neue Schau im Kleingärtnermuseum
Nächster Artikel
Leipziger Vierlinge besuchen den Zoo – Abonnenten-Treffen von LVZ und Schlingel

Protest gegen steigende Versicherungsprämien für Hebammen in Leipzig - die Kosten bedrohen inzwischen den ganzen Berufsstand.

Quelle: Sabine Kreuz

Leipzig. Der Protest ist Teil einer deutschlandweiten Bewegung, mit der die Geburtshelferinnen gegen die seit 2003 um über 200 Prozent gestiegenen Kosten für Haftpflichtversicherungen demonstrieren, die mittlerweile den ganzen Berufsstand bedrohen.

Viele Hebammen seien durch die steigenden Prämien bereits zur Aufgabe ihres Berufs gezwungen worden, sagten die Veranstalter bei der Demonstration in Leipzig. Ohne die persönliche Betreuung durch eine Hebamme seien viele Mütter gezwungen, auf eine natürliche Geburt ihres Kindes zu verzichten und stattdessen auf Kaiserschnitte auszuweichen. „Inzwischen erblicken deutschlandweit 32,1 Prozent aller Kinder das Licht der Welt im Operationssaal, das ist mehr als doppelt so oft, wie noch vor zwanzig Jahren“, warnten die Geburtshelferinnen in einem Flugblatt.

Für Annet Heitmann, Hebamme im Leipziger Geburtshaus am Marienplatz, ist die Entwicklung alarmierend: „Eine natürliche Geburt ist sehr wichtig für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Zudem sind Kaiserschnitte Eingriffe mit erheblichen gesundheitlichen Risiken.“

In Sachsen sei das Angebot einer kontinuierlichen Geburtsbegleitung durch Hebammen noch relativ gut. So kamen in Dresden im vergangenen Jahr 408 Kinder zu hause oder im Geburtshaus zur Welt. Mit 19,4 Prozent lag die Quote der Geburten im Operationssaal deutlich niedriger, als im Bundesdurchschnitt. Allerdings sei die Nachfrage nach der Begleitung durch eine Hebamme zwei bis dreimal so groß wie das Angebot. „Auf Grund der schlechten Arbeitsbedingungen sind zu wenig Hebammen da, um dieses Bedürfnis abzudecken“, hieß es in dem Flugblatt.

In Leipzig ist die Situation laut Geburtshelferin Heitmann dramatischer. „In den Kliniken müssen sich die Hebammen inzwischen um bis zu fünf Mütter gleichzeitig kümmern. Darunter leidet die Betreuung." Nur noch zwei freiberufliche Hebammen mit Belegbetten in Krankenhäusern böten eine 1:1 Betreuung vor, während und nach einer Geburt an. Auch die Geburtshäuser seien auf lange Zeit ausgebucht. „Wir müssen sehr vielen Frauen absagen", bedauert Heitmann

php84aa8053ad201405101533.jpg

Leipzig. Rund 500 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstagvormittag in der Leipziger Innenstadt gegen steigende Versicherungsgebühren für Hebammen demonstriert. Der Protest ist Teil einer deutschlandweiten Kampagne, mit der die Geburtshelferinnen gegen die seit 2003 um über 200 Prozent gestiegenen Kosten für Haftpflichtversicherungen demonstrieren, die mittlerweile den ganzen Berufsstand bedrohen.

Zur Bildergalerie

Landtags- und Kommunalwahlkandidaten der SPD unterstützten die Forderungen der Hebammen. „Als Mutter eines Sohnes weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wertvol die Unterstützung durch eine gute Hebamme in der Schwangerschaft, bei der Geburt und danach ist“, sagte Landtagskandidatin Irena Rudolph-Kokot. Was die Politik für die Hebammen tun kann, äußerte Stadtratskandidat Victor Weiler: „Es muss ein staatlicher Haftungsfonds eingerichtet werden, der die Last der Versicherungsprämien fair verteilt. Schließlich handelt es sich bei der Sorge um die Kleinsten und ihre Mütter um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Hebamme Heitmann blickt angesichts der auch von Regierungspolitikern geäußerten Lösungsvorschläge optimistisch in die Zukunft. Allerdings werde in der Politik oft noch von falschen Fakten ausgegangen. „Oft heißt es, nur zwei Prozent aller Hebammen seien von dem Versicherungsprämien-Problem betroffen. Es geht aber um zwanzig Prozent der Geburten", sagte Heitmann und kündigte an, solange es keine politische Lösung gebe, würden die Geburtshelferinnen weiter auf die Straße gehen.

chg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Wie wohnt es sich in einem Bahnhof, einer Kirche oder einer alten Schnapsbrennerei? Die siebenteilige Multimedia-Serie stellt besondere Häuser rund um Leipzig vor. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr