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Lokales Mölkauer zählen Leipzigs Verkehrsplaner an
Leipzig Lokales Mölkauer zählen Leipzigs Verkehrsplaner an
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12:00 27.07.2016
In Mölkau wächst der Frust: Wie in der Sommerfelder Straße (Foto) fühlen sich auch die Anwohner der Engelsdorfer und der Paunsdorfer Straße mit ihren Verkehrsproblemen von der Stadtverwaltung allein gelassen. In Mölkau wird deshalb der schnelle Bau der Entlastungstrasse Mittlerer Ring Südost gefordert. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

In Mölkau wird der Ruf nach dem Bau einer Entlastungsstraße für das Ortszentrum lauter. Die Autoflut von rund 18 000 Fahrzeugen am Tag sei viel zu groß und die Lärmwerte würden mit teilweise über 70 Dezibel die zulässigen Grenzwerte überschreiten, heißt es. Die Stadt müsse endlich den Bau des angedachten Mittleren Rings Südost in Angriff nehmen. Diese Neubautrasse ist bereits seit Jahren im Gespräch und könnte entlang des Güterrings verlaufen.

Vordringlich sollte der Bau des sogenannten Mittleren Rings Ost/Südost angegangen werden – und zwar in der sogenannten Bahnvariante, die im Südosten am Güterring entlang führen soll, so die BI. Wie berichtet, hat die Verwaltung eine Entscheidung über dieses Projekt schon vor Jahren mit der Begründung auf Eis gelegt, die Verkehrsentwicklung abzuwarten. Die Mitglieder der BI haben die Verkehrsentwicklung ständig vor Augen und sind entsetzt, dass die Stadt nicht endlich handelt. Der Wirtschaftsverkehr brauche Platz im Straßennetz – es bringe nichts, die Augen davor zu verschließen. Leipzig sei gut beraten, den Verkehr dort zu bündeln, wo kaum jemand wohne, statt ihn durch Ortszentren wie Mölkau zu führen. Da die angedachte neue Straße nur noch eine Fahrspur in jede Richtung erhalten soll, wären die Eingriffe in den Stünzer Park vertretbar, heißt es.

Im Baudezernat des Rathauses war gestern zu hören, dass gar kein Geld für den Bau dieser völlig neuen Verbindung vorhanden wäre. Der Straßenbau sei kein Schwerpunkt der Stadtpolitik, hieß es. Die Mittel würden vor allem für den Bau neuer Schulen und Kindertagesstätten benötigt. Das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt stellte klar, dass „in den unmittelbaren Ortslagen von Stötteritz und Mölkau kein Ausbau der heutigen Straßenverbindungen zum Mittleren Ring Südost mehr vorgesehen“ ist. An der Trassenfreihaltung für die Bahnvariante – in Verlängerung der Güntzstraße entlang der Bahnanlagen – werde aber bis zum Jahr 2025 festgehalten, um die Vor- und Nachteile dieser Variante genau zu prüfen. „Eine Planung, auf deren Grundlage erst eine Beurteilung dieser Variante möglich ist, liegt derzeit nicht vor“, heißt es weiter. Um die hohen Verkehrsbelastungen für die Mölkauer erträglicher zu machen, will das Amt jetzt einzelne „umweltverträgliche Möglichkeiten“ prüfen, kündigte Behördenleiter Michael Jana an. Fest stehe aber, dass Tangenten-Verbindungen wie die Sommerfelder und die Paunsdorfer Straße „weiterhin als Hauptnetzstraßen für die Führung des Autoverkehrs genutzt werden müssen“.

Der Amtsleiter wies den Vorwurf zurück, die Stadtverwaltung reagiere unzureichend auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum. Derzeit würden die veränderten Strukturdaten ins Verkehrsmodell der Stadt eingearbeitet, um im nächsten Jahr eine aktualisierte Verkehrsprognose zu erstellen, die bis ins Jahr 2030 reicht. „Daraus werden dann die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Leipziger Verkehrsnetze gezogen“, so Jana.

Mehr zum Thema im LVZ-E-Paper sowie in der Printausgabe vom 27.7.2016.

Von Andreas Tappert

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