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Lokales Moonbuggy mit neuem Getriebe
Leipzig Lokales Moonbuggy mit neuem Getriebe
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17:21 19.05.2015
Schüler Tobias Meier mit einem der schon errungenen Moonbuggy-Preise. Quelle: Christian Nitsche

Seit sieben Jahren strampeln sich die Isei-Jünger bei diesem internationalen Wettbewerb mit ihren zweisitzigen Gefährten ab, die Spitzengeschwindigkeiten von bis 80 Stundenkilometern erreichen. Diverse Preise wurden schon abgeräumt. "In den letzten Monaten haben wir die Fahrzeuge weiter optimiert", erklärte gestern Vereinschef Ralf Heckel. Zwei Komponenten der Flitzer mit Muskelantrieb, die künftig auch in einer Elektromobil-Version daherkommen sollen, haben die Institutsmitstreiter aufgepeppt.

Elektroniker Andreas Seliger sorgte für ein leistungsstärkeres Telemetrie-System, mit dem eine Vielzahl Zustandsdaten der Gefährte während der Fahrt ermittelt und zur Servicemannschaft am Streckenrand gefunkt werden. "Die Missionskontrolle läuft jetzt besser, da steckt viel Know-how drin", meinte Seliger mit Blick auf die kleine Box, die unter dem Rücksitz installiert ist. "Vielleicht gewinnen wir damit den Telemetrie-Award, der bei der Race vergeben wird." Dem Differenzialgetriebe gab Maschinenbau-Ingenieur Jewgeni Zakutin einen innovativen Schub. Teilweise besteht es jetzt aus extrem belastbarem Kunststoff und wird damit leichter. Zakutin: "Weniger Gewicht, das zahlt sich hoffentlich auf dem mit Hindernissen gespickten Parcours in Huntsville aus." Tobias Meier kennt die Tücken der Strecke, zweimal gehörte der Mittelschüler aus Portitz schon zur Moonbuggy-Truppe, arbeitet jetzt am E-Mobil-Projekt mit. Diesmal kann er aus Zeitgründen zwar nicht bei dem Wettbewerb dabei sein, "ich verfolge aber die Live-Übertragungen im Internet und drücke die Daumen", meinte der Zehntklässler.

Für den 26. und 27. April sind die zwei Rennläufe angesetzt. Einige Tage vorher wird die Isei-Crew in Huntsville Quartier beziehen, sich für den Wettkampf präparieren. Auch ein Meeting mit Astronaut Owen Garriott steht auf dem Programm. Gewissermaßen als Vorhut macht sich Heckel schon heute auf den Weg über den großen Teich, auch weil er den ersten Start der von einer Privatfirma entwickelten Antares-Rakete vom Nasa-Spaceport in Wallops verfolgen will. Kommenden Mittwoch soll sie abheben.

Werben will Heckel in den USA in einer Sache, "die mir sehr am Herzen liegt - die Gründung einer Jesco-von-Puttkamer-Stiftung". Puttkamer, der im Dezember 2012 im Alter von 79 Jahren verstorben war, stammte aus Leipzig, war später einer der bekanntesten Nasa-Manager und Förderer des 2003 gegründeten Isei. "Eine solche Stiftung mit Sitz in seiner Geburtsstadt wäre wohl ganz in seinem Sinne", meinte Heckel, dem als Nahziel eine Erinnerungstafel am Geburtshaus in der Salomonstraße vorschwebt. Wenn das Stiftungsvorhaben gelingt, dann könnten in diesem Rahmen auch jährlich Puttkamer-Gedächtnisvorlesungen mit einem breiten Themenspektrum ausgerichtet werden. "Als Veranstaltungsort würde sich zum Beispiel die Handelshochschule anbieten", sagte Heckel und verwies auf eine "historische Personalie, die aber noch ausrecherchiert werden muss". Sie bezieht sich auf Eberhard Rees (1908-1998), der Anfang der 1970er-Jahre das Space-Flight-Center der Nasa leitete. Von 1935 bis 1940 war er bei einer Firma in Leipzig tätig - und studierte damals wohl auch an der Handelshochschule. Schattenseite des Mannes: Er war zu Kriegszeiten in führender Position in das Raketenprogramm der Nazis eingebunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2013

Beck, Mario

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