Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Mord aus Eifersucht in Leipzig: Frau starb nach Stich ins Herz
Leipzig Lokales Mord aus Eifersucht in Leipzig: Frau starb nach Stich ins Herz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:28 02.03.2016
Das Landgericht Leipzig verhandelt über den heimtückischen Mord aus Eifersucht bis 15. April. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig.

Weil sie sich von ihm scheiden lassen wollte, soll ein 39 Jahre alter Mann am 3. September vorigen Jahres in der Georg-Schumann-Straße seine Frau mit drei Messerstichen getötet haben. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus, die Van Thang T. am Mittwoch wegen Mordes anklagte. An jenem Abend, zwischen 20.30 und 21 Uhr, habe der Familienvater die Frau zur Rede gestellt. „Er dachte, sie will sich mit ihrem Liebhaber treffen“, sagte Staatsanwalt Martin Oette. Um jeglichen Kontakt zu unterbinden, habe T. ihr Handy aus dem Fenster geworfen. Als sich die 34-jährige Frau daraufhin zu den beiden Söhnen (6 und 9 Jahre alt) ins Schlafzimmer zurückzog, soll er ihr mit einem Messer gefolgt und sie zunächst aufgefordert haben, ihn umzubringen. „Er sagte ihr, dass das Leben für ihn keinen Sinn hat, wenn sie ihn mit den Kindern verlässt“, hieß es in der Anklageschrift. Sie lehnte ab und titulierte ihn als Hund, worauf er sich entschlossen habe, die Frau zu töten.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll ihr Van Thang T. heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen das Messer in Brust und Rücken gestoßen haben. Das Messer durchbohrte auch ihr Herz, so der Ankläger. Dem Beschuldigten sei bewusst gewesen, so warf ihm der Staatsanwalt vor, dass die beiden Söhne das Verbrechen mit ansehen konnten. „Er degradierte die Kinder zu Statisten des Geschehens“, sagte der Vertreter der Anklagebehörde. Die Ehefrau Ngoc Duyen T. war noch am Abend des Familiendramas, kurz vor 22 Uhr, gestorben. Ihr Mann sowie zwei weitere Vietnamesen wurden festgenommen, die beiden Letzteren nach ersten Ermittlungen aber wieder freigelassen.

Beim Verlesen der Anklageschrift brach der Angeklagte in Tränen aus. Immer wieder legte er seine Hand auf sein Herz. Schon vor Beginn des Prozesses, als Kameras und Fotoapparate auf ihn gerichtet waren, wurde er von Weinkrämpfen geschüttelt.

Laut Anklage soll es bereits vor dem Mord eine gewalttätige Auseinandersetzung in der Wohnung im Zentrum-Nord gegeben habe. Am 22. August 2015, dem Tag der Einschulung des kleinen Sohnes, habe die Frau dem Beschuldigten ihre Trennungsabsichten offenbart, weil sie „nicht mehr glücklich“ sei. In angetrunkenem Zustand soll er sie am Hals gepackt, sie geschüttelt haben. „Er war außer sich vor Wut“, so der Staatsanwalt.

Zum Prozessauftakt am Mittwoch äußerte sich der 39-Jährige, der seinen Angaben zufolge auf dem Bau gearbeitet hat, noch nicht zu den schweren Vorwürfen. Unmittelbar nach seiner Festnahme hatte er – wie berichtet – ein Geständnis abgelegt. Die beiden Söhne leben jetzt bei einer der beiden Schwestern des Opfers in Leipzig. „Die Kinder werden therapeutisch betreut“, sagte Anwältin Ina Alexandra Tust als ihre Vertreterin vor Gericht. Die Jungen sind nicht als Zeugen geladen. Tust möchte sie auch aus dem Prozess heraushalten. Letztlich hänge das aber von dessen Verlauf ab. Möglicherweise habe zumindest der Jüngere die furchtbaren Szenen nicht so mitbekommen, meinte sie. Außer den Jungen sind zwei Schwestern des Opfers Nebenkläger in dem bis 15. April laufenden Verfahren, nehmen jedoch nicht selbst teil, sondern werden anwaltlich vertreten.

Von Sabine Kreuz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Dienstag sorgten Bilder der zerstörten Überreste des jüdischen Fußballvereins SK Bar Kochba in Leipzig für hohe Wellen. Der Verursacher ist weiter unklar. Derweil wird die Forderung laut, die Bauarbeiten auf dem Gelände zu unterbrechen.

03.03.2016

In Leipzig gibt es ein Pilotprojekt für Langzeitarbeitslose, die an Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen leiden. Dieses psychosoziale Coaching soll nun wegen des Erfolgs auch in anderen Regionen eingeführt werden.

02.03.2016

Wegen einer zweieinhalbstündigen Störung im Stellwerk Gröbers ist es am Mittwoch zu Verspätungen und Ausfällen im Zugverkehr rund um Leipzig gekommen. Bahnreisende zwischen Halle und Leipzig saßen für kurze Zeit in den Zügen fest.

02.03.2016
Anzeige