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Lokales Mordslust auf Heiteres: Leipziger Krimispezialistin schreibt „Mädchenbuch“
Leipzig Lokales Mordslust auf Heiteres: Leipziger Krimispezialistin schreibt „Mädchenbuch“
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23:00 17.02.2017
Autorin Franka Bloom alias Heike Rübbert freut sich, dass ihr erster Roman jetzt in den Buchhandlungen angekommen ist. Quelle: Foto: Dagmar Morath
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Die findet sie am gleichen Platz, an dem sie mordet und Rätsel konstruiert, am gleichen Schreibtisch in Gohlis mit Blick aus dem Fenster. Abends, wenn jeder aus ihrer Familie seinen Hobbys nachgeht, betritt Heike Rübbert ganz entspannt noch einmal ihr Arbeitszimmer. Dann allerdings tritt sie unter ihrem Pseudonym Franka Bloom durch die Tür und mit einem Glas Wein in der Hand. Denn dann geht es darum, in den Alltag einer etwa gleichaltrigen Frau abzutauchen – ihrer Romanheldin Vera Odermann. Vor anderthalb Jahren hat die Wahlleipzigerin einfach angefangen, ihren ersten Roman zu schreiben und sich einen Sehnsuchts-Wunsch zu erfüllen. Bei einer privaten Lesung aus den ersten Kapiteln in Frankfurt/Main bekam sie viel Applaus, sogar Männer wollten das Buch lesen – und die Programmchefin von Rowohlt gab ihr Okay. Und nun ist es vollbracht: „Anfang 40 – Ende offen“, ein Roman für Frauen über 40, erblickt in dieser Woche das Licht der Buchhandlungen.

Das Cover von Franka Blooms Roman „Anfang 40 – Ende offen“ Quelle: Rowohlt Verlag

Das unterhaltsame „Mädchenbuch“ besticht durch seine muntere Sprache und viele überraschende Wendungen, die dicht am Alltag der Leserinnen sind. Es handelt von einer Frau, die manches mit Franka Bloom alias Heike Rübbert gemeinsam hat, aber nicht alles. Die Romanheldin ist fest entschlossen, die Scheidung durchzuziehen von ihrem Mann, der sie wegen einer Jüngeren verlassen hat. Bald möchte sie auch die Verantwortung abgeben für ihre Tochter, die kurz vorm Abiball steht. Beides gestaltet sich allerdings turbulenter als gedacht – und plötzlich steht bei Vera Odermann noch einmal alles auf Anfang. Denn sie ist aus Versehen wieder verliebt und aus Versehen noch einmal schwanger.

Autorin Franka Bloom alias Heike Rübbert ist all das nicht: „Ich bin nicht verheiratet, nicht geschieden und auch nicht schwanger. Und ich habe keine Freundinnen namens Bea und Ursel.“ Sie lebt schon lange mit einem Dokumentarfilmer aus Westfalen zusammen, hat zwei Töchter im Alter von 18 und 12 Jahren und eine zugelaufene, treue Mischlingshündin namens Lola an ihrer Seite. Die Autorin aus dem Ruhrpott kam vor 25 Jahren zum Journalistik-Studium nach Leipzig und ist geblieben. Sie kann sich gut in andere Mittvierziger hineinversetzen, deren Leben gerade neu durchgemischt wird. Da kommt die Drehbuchautorin zum Tragen, die es gewohnt ist zu beobachten, zuzuhören, sich für das Leben anderer Leute zu interessieren. Das Pseudonym ist ein Mittel, ihr Privatleben von dem ihrer Romanheldin deutlich abzugrenzen.

In diesen Wochen pendelt Heike Rübbert zwischen Berlinale – wo sie Filme guckt, zu Empfängen geht, Leute trifft, Netzwerke pflegt – und Buchmesse, wo sie erstmals nicht mehr nur als leidenschaftliche Leserin, sondern auch als Schriftstellerin antritt. Ihr Erstlingswerk mit dem Flamingo im roten Absatzschuh auf dem Cover soll nicht ihr einziger Roman bleiben: „Ich bin bereit für weitere Bücher, und es gibt auch schon verschiedene Ideen.“ Beim Romanschreiben genießt sie viele Freiheiten, kann umsetzen, was sie denkt und empfindet: „Das ist ein großes Glück, und das muss raus. Man fühlt sich wie im Ozean, in dem man sich frei bewegen darf.“ Das Drehbuchschreiben sei dagegen „wie Swimmingpool“. Und das Happy-End hat sie selber in der Hand.

Von Kerstin Decker

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