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Lokales Moritzbastei im Zentrum Leipzigs: Mit West-Rock ins rollende Büro
Leipzig Lokales Moritzbastei im Zentrum Leipzigs: Mit West-Rock ins rollende Büro
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23:59 28.03.2014
Leipzig

1982 war alles fertig, durfte sich die MB - heute ein im Herzen der Stadt etablierter Gastro- und Kulturtempel - Europas größter Studentenclub nennen. Moritzbastei und LVZ riefen inzwischen zum großen Erinnern auf.

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Die Leipzigerin Gudrun Matschenz, geboren 1958, absolvierte von 1975 bis 1978 ein Fachschulstudium zur Stomatologischen Schwester an der Medizinischen Fachschule der Uni. Jetzt schickte sie eine Mail mit ihrer MB-Geschichte. Und die geht so:

"Immer an Neuem interessiert, entschied ich mich im Sommer 1976 zum ersten Mal bei der Ausbau-Initiative mit zu helfen. Aus dem Nebenkeller hieß es Schutt und alte Baustoffreste mit Schubkarren heraus zu holen. Und zuvor na- türlich mit Schaufel und Hacke das feste Erdreich zu lockern. Im Mittelgewölbe gingen die konkreteren Arbeiten bereits weiter: Die Fugen der Decken des Kellergewölbes mussten mit entsprechenden kleinen Fugenkellen verputzt werden.

Da ich aus der Landwirtschaft stamme, hatte ich bis dato keine Kenntnisse von Bauarbeiten jeglicher Art. Aber die Anleitung, das gemeinsame Wirken und Helfen brachten täglich Fortschritte.

Eine große Motivation war für mich die Aussicht, dass ein Student mit 50 Aufbaustunden ein Leben lang kostenfrei in der MB Veranstaltungen besuchen könne. Im ersten Jahr konnte ich auf eine Bilanz von gut 20 Stunden blicken, so dass es realistisch erschien, in den drei Jahren Fachschulstudium die magische Grenze zu erreichen.

Im Studenten-Sommer 1977 dann die zweite große Einsatzrunde. Ich kann mich nicht mehr exakt erinnern, weswegen da eine etwas andere Tätigkeit auf mich wartete: Aber unterhalb des Uni-Riesen stand ein großer Bauwagen - das Büro. Alle Studenten mussten sich dort melden, so dass die Arbeiten koordiniert werden konnten. Ich war nun ganz zeitig im Einsatz, um die anstehenden Tagesaufgaben zu verteilen und im Anschluss, nachdem die Studenten die MB für jenen Tag verlassen wollte, die erbrachten Stunden einzutragen. Sicherlich war ich nicht allein, sondern meistens waren damit zwei Studenten beauftragt.

Fest in meiner Erinnerung verankert ist aber auch noch ein Sonntagmorgen: Zur damaligen Zeit waren Jeansröcke in allen Varianten der absolute Chic. Es gab Sonnenschein, etwa 15 Grad plus. Und ich war mit Ringelkniestrümpfen und Jeansrock - gerade aus dem Westen per Paket eingetroffen - gefühlt die Schönste. Und glücklich, an der Moritzbastei mitzuwirken!

Der Sommer endete dann mit einer Gesamtbilanz von 37 Aufbaustunden.Nach den Abschlussprüfungen im Sommer 1978 fand ich nicht mehr zur MB. Der erste ersparte Urlaub; endlich der Berufsabschluss ... Somit bin ich nie auf jene 50 Erbauerstunden gekommen! Allerdings war und ist die Moritzbastei für mich immer wieder Ziel für einen gemütlichen Abend. Und für Kultur."

"Moritzbastei und Leipziger Volkszeitung (LVZ) suchen weitere Erinnerungen, Bilder, Filme und Geschichten über die Moritzbastei (MB). Gern auch Episoden, die mit ihrer Vorgeschichte zusammenhängen. Der Höhepunkt im MB-Geburtstagsjahr soll am 2. Oktober das "Fest der Feste" in der Moritzbastei sein. In diesem Rahmen sollen die spannendsten und schönsten Ergebnisse der LVZ-Leseraktion präsentiert werden. Wer einen Beitrag dazu leisten kann, melde sich bitte unter der E-Mail-Adresse aktion@lvz.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.03.2014

Angelika Raulien

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