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Moschee-Streit: Theologische Fakultät Leipzig solidarisiert sich mit Ahmadiyya

Moschee-Streit: Theologische Fakultät Leipzig solidarisiert sich mit Ahmadiyya

Spätestens als Unbekannte auf dem Areal der geplanten Ahmadiyya-Moschee in Gohlis Schweineköpfe aufspießten, war für Nils Straatmann klar: „Wir müssen uns positionieren.

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Die Ahmadiyya-Moschee aus Richtung Süd-Ost. Im Hintergrund das höhere Nachbargebäude.

Quelle: Stadt Leipzig

Leipzig. “ Der Theologie-Student trat Diskussionen in der Fakultät los, und Studierende und Lehrende einigten sich auf einen Offenen Brief. Den unterschrieb auch Dekan Gert Pickel. Er arbeitet auf dem Gebiet der Islamophobie und sagt: „57 Prozent der Ostdeutschen fühlen sich vom Islam bedroht.“

„Die entsetzlichen, diffamierenden und zutiefst verletzenden Geschehnisse der letzten Wochen, die sich auf dem Grundstück der entstehenden Ahmadiyya-Moschee abgespielt haben, können und wollen wir nicht akzeptieren“, heißt es in dem Brief der Fakultät. Die Initiatoren drücken ihre Solidarität mit der Leipziger Ahmadiyya-Gemeinde aus.

Der Offene Brief im Wortlaut

„Und dann haben wir noch eine symbolische Aktion gestartet“, schildert Straatmann. Eine kleine Delegation mit Studenten verschiedener Fakultäten pinnte den Brief auf dem Moschee-Gelände an einen Baum. Dazu hängten die jungen Leute noch Ausdrucke mit Moschee-Abbildungen in die Zweige. Eine Reaktion kam prompt: „Da hielt ein Auto an, ein Mann stieg aus, riss eines der Bilder herunter und zeigte uns den Vogel“, so Straatmann.

Sie Studenten setzen allerdings weiter auf einen unterstützenden Kurs, auch wenn es noch keine direkten Kontakte zur Ahmadiyya-Gemeinde gebe. „Denkbar wäre, dass sich in einem nächsten Schritt die Befürworter vernetzen“, sagt der Theologie-Student.

Wenig Kontakte mit Muslimen – größere Angst

Die Angst vor dem Islam ist in Deutschland weit verbreitet: 49 Prozent der Westdeutschen und rund 57 Prozent der Ostdeutschen fühlen sich durch den Islam bedroht, so Fakultäts-Dekan Gert Pickel. Das Bild von Muslimen würde durch die mediale Wahrnehmung geprägt, in der Nachrichten zum Beispiel von Anschlägen durch Islamisten breiten Raum einnähmen. Die Gleichsetzung von Islam und Islamismus bestimme dann schnell die Meinung über Muslime.

Der 50-jährige Soziologe und Politikwissenschaftler forscht mit seinen Kollegen Detlef Pollack und Olaf Müller für den Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung. In diesem Jahr wurde der Überblick zum Verhältnis von Religion und Gesellschaft zum zweiten Mal erstellt, auf der Grundlage von repräsentativen Befragungen von 14.000 Menschen in dreizehn Nationen.

Dass die Bedrohungsangst im Osten Deutschlands stärker sei, hänge damit zusammen, dass es viel weniger Kontakte zu Muslimen als in den westlichen Bundesländern gebe: „Der Anteil der Muslime an der Bevölkerung liegt hier unter der Prozentmarke“, so Pickel. In Westdeutschland seien die Auseinandersetzungen bei Moscheebauten zum Beispiel im Ruhrgebiet heftiger gewesen als in Leipzig. „Durch Gespräche und das Konzept offener Moscheen hat sich aber dort schon viel getan“, so Pickel.

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Evelyn ter Vehn

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