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Lokales Müllabfuhr lässt in Leipzig immer öfter Straßen links liegen
Leipzig Lokales Müllabfuhr lässt in Leipzig immer öfter Straßen links liegen
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00:21 22.05.2018
Müllentsorgung in der Nernststraße. Wenn schon ein Auto zu weit auf der Fahrbahn oder gar im Einmündnungsbereich der Straße parkt, ist für die Müllabfuhr kein Durchkommen. Quelle: privat
Leipzig

Ärger mit der Abfallentsorgung: Immer öfter lassen die Müllmänner in Leipzig Tonnen ungeleert am Straßenrand zurück. Sehr zum Missfallen der Anwohner.

„Dass die Gelben Tonnen hier wochenlang voll herumstehen und sich der Plastemüll daneben vor den Kellereingängen türmt, daran hat man sich ja schon gewöhnt“, sagt Ralf Siebmann aus der Nernststraße in Möckern. Und sein Unmut richtet sich da gar nicht mal gegen die Abfallbetriebe. Denn manche Zeitgenossen werfen ihren normalen Hausmüll in die Tonnen für Kunststoffabfälle – entweder weil die schwarzen Restabfallbehälter voll sind oder sie ihre Schwierigkeiten mit der Mülltrennung haben. In solchen Fällen lehnen die Entsorger die Leerung vermehrt ab und hinterlassen einen Aufkleber mit entsprechenden Hinweisen auf der Tonne (die LVZ berichtete). „Doch neuerdings“, hat der 52-Jährige beobachtet, „macht die Müllabfuhr gleich ganz einen Bogen um unsere Straße.“

Am 5. Mai waren turnusmäßig die Blauen Tonnen an der Reihe. Doch während rings um die Nernststraße der Papiermüll eingesammelt wurde, blieben die Tonnen dort einfach ungeleert stehen. Vergessen? Schichtende, aber die komplette Tour nicht geschafft? Über die Gründe erfuhren die Anwohner nichts. Die Folge: Verärgerung. Die Blauen Tonnen jedenfalls stehen nun schon zwei Wochen am Straßenrand. Und weil die ohnehin schon Anfang Mai proppevoll waren, packten viele Bewohner Papier und Pappe in der Zwischenzeit noch oben drauf oder legten daneben Stapel an.

Enrico Frenkel, Sprecher der Stadtreinigung, kennt das Problem, sieht die Schuld dafür aber nicht bei den Entsorgungsfirmen. „Die Abfallentsorgung in der Nernststraße ist aufgrund der Parksituation öfters beeinträchtigt, weshalb die Leerung auch nach mehrmaligen Anfahrten nicht immer durchgeführt werden kann“, erklärt er. „Häufig parken Fahrzeuge im Einfahrtsbereich der Straße“, beklagt er, „so dass das Sammelfahrzeug nicht um die Kurve kommt.“ Die Grundstückseigentümer seien darüber informiert, dass verkehrswidriges Parken die Müllentsorgung zuweilen unmöglich mache. Einige stellten die Abfallbehälter deshalb zur Leerung auch schon mal an die angrenzende Georg-Schumann-Straße.

Die Nernststraße, so Frenkel, sei nicht die einzige Straße in Leipzig, in der die Müllabfuhr immer wieder beeinträchtigt ist. Deshalb sein Appell an die Autofahrer: Einfahrtsbereiche nicht wild zuparken und in der Straßenmitte Platz fürs Müllfahrzeug lassen!

Übrigens: Nach vier Wochen wurden gestern früh die Blauen Tonnen in der Nernststraße wieder geleert. Den Papiermüll, der sich wegen der ausgefallenen Leerung neben den Tonnen sammelte, ließen die Müllmänner liegen. Da gehört nicht viel Phantasie dazu, sich auszumalen, wie es in der Straße beim nächsten Leerungstermin aussieht. Der ist in zwei Wochen.

Von Klaus Staeubert

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