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Müllers Geburtshaus gerettet

Müllers Geburtshaus gerettet

Das Bürgermeister-Müller-Haus ist gerettet. Die bauliche Sicherung des vom Verfall bedrohten Gebäudes ist laut dem Eigentümer, der Gesellschaft für Baudienstleistungen Sachsen mbH (GfB), nahezu abgeschlossen.

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Frühestens zum nächsten Geburtstag des Namensgebers Carl Wilhelm Müller (1728 bis 1801), am 15. September 2010, kann es mit neuer Nutzung eröffnet werden. Aber noch steht die Finanzierung nicht.

Die grünen Fangnetze sind noch nicht verschwunden, auch die Abstützbalken um das Haus stehen zum Teil noch. Und doch ist in den vergangenen Monaten einiges passiert an der Geburtsstätte des ehemaligen Bürgermeisters Müller. „Wir haben mit der Sicherung begonnen“, erklärt Architektin Ulrike Kabitzsch. Das Haus sei in einem extrem schlechten Zustand gewesen – das Dach zerstört, das Fachwerk von Schwämmen und Pilzen befallen. „Es ist ein Glücksfall, dass es mit dem neuen Eigentümer jemanden gibt, der die Sanierung sorgfältig übernimmt“, sagt Norbert Baron, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Wie berichtet, drohte dem Gebäude vergangenes Jahr der Abriss. Nachdem die Stadt das Haus in der Ritter-Pflugk-Straße 20 im Jahr 2005 für gerade mal 3000 Euro verkauft hatte, beantragte der neue Eigentümer 2006 den Abriss. Die städtischen Denkmalschützer hatten zunächst keine Einwände, doch die Landesdirektion reagierte anders. Sie widerrief die Abbrucherlaubnis, der ehemalige Eigentümer klagte dagegen. Nach Veröffentlichung dieser Umstände folgten zahlreiche Proteste verschiedener Initiativen. Im Oktober 2008 gab es dann die Lösung: Die GfB als neuer Eigentümer wollte Müllers Heim retten und übernahm in Abstimmung mit dem Amt für Bauordnung und Denkmalpflege die Notsicherung.

Seit damals sind 150 000 Euro in das 1723 erbaute Haus geflossen, 51 000 davon als Fördermittel des Freistaates Sachsen. Die Vorbereitungen für die Trockenlegung, Entsalzung und Ausbesserung der Außenmauern sind erfolgt. Im Inneren wurden Holzverbindungen erneuert, in den Boden wurde eine Stahlbetondecke eingebracht, sodass das Erdgeschoss jetzt völlig stabil ist. Noch bis zum Winter soll der Dachstuhl aufgebaut sein. „Aber das reicht noch nicht, damit das Haus wieder geöffnet wird“, sagt GfB-Geschäftsführer Jürgen Skoppek.

„Insgesamt rechnen wir mit rund einer halben Million Euro, die es kosten wird.“ Ein großer Teil davon fehlt noch und soll durch Spenden und Denkmalfördermittel, die bis Ende September beantragt werden müssen, eingenommen werden. „Wenn wir ganz optimistisch sind, sind wir zum nächsten Geburtstag des Bürgermeisters fertig“, sagt Skoppek.

Wie das Haus dann genutzt wird, steht schon fest: In den unteren Räumen sollen ein Atelier für Buchrestauration und Buchkunst sowie ein Künstlercafé ihren Platz finden. Im oberen Stock wird ein Bürgermeister-Müller-Zimmer das Stadtoberhaupt, das in seiner Amtszeit ab 1778 unter anderem den Umbau des Gewandhauses und den grünen Promenadenring veranlasste, würdigen. „Wir möchten Erinnerungsstücke an den Bürgermeister und Sachen aus der damaligen Zeit darin ausstellen“, so Skoppek.

„Auch die Originalspuren an den Wänden und der Bausubstanz versuchen wir zu erhalten.“ Daneben wird im oberen Stockwerk auch ein Raum für Feiern und Vorträge zur Verfügung stehen. „Anfragen, diesen für Feiern zu mieten, gibt es schon“, sagt Skoppek.

Von Jenifer Hochhaus

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