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Lokales Müllgebühren in Leipzig bleiben nahezu stabil
Leipzig Lokales Müllgebühren in Leipzig bleiben nahezu stabil
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17:49 05.10.2015
Die Müllgebühren in Leipzig bleiben weitgehend stabil (Symbolbild). Quelle: Leipzig report
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Leipzig

Vor allem Eigenheimbesitzer müssen im nächsten Jahr etwas mehr für die Müllentsorgung zahlen. Nach Angaben des städtischen Eigenbetriebs Stadtreinigung wird sich die Belastung aber in Grenzen halten. „Nutzer von 60-Liter-Behälter mit Biotonne müssen im Jahr durchschnittlich 70 Cent mehr einplanen, Nutzer von 80-Liter-Behältern ohne Biotonne durchschnittlich 2,13 Euro mehr“, kündigte Betriebsleiter Frank Richter am Montag an. Für 120- und 1100-Liter-Behälter wird die Leerungsgebühr sinken. Die Ratsversammlung entscheide in ihrer Sitzung am 19. November, ob die geplanten Änderungen am 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Hauptgrund der Anhebung ist Leipzigs wachsende Bevölkerungszahl. Dadurch müssen im nächsten Jahr aller Voraussicht nach 79.000 Tonne Restmüll entsorgt werden; in diesem Jahr sind es 77.000 Tonnen. Darüber hinaus erwartet die Stadtreinigung für ihre Mitarbeiter eine Tariferhöhung von 2,5 Prozent und lässt für Leipzigs Neubürger mehrere tausend Mülltonnen zusätzlich anschaffen. Insgesamt werden die Kosten der kommunalen Abfallentsorgung im Jahr 2016 voraussichtlich 36,3 Millionen Euro betragen und damit laut Kalkulation um etwa 433.000 Euro über denen des Jahres 2015 liegen.

Die neuen Gebührensätze sehen vor, dass die Leerung eines 60-Liter-Behälters künftig 3,65 Euro kostet (+0,12 Euro), ein 80-Liter-Behälter 4,80 Euro (+0,32 Euro), ein 120-Liter-Behälter 5,51 Euro (-0,07 Euro), ein 240-Liter-Behälter 8 Euro (+0,06 Euro) und ein 1100-Liter-Behälter 33,03 Euro (-0,03 Euro).

Die sogenannte Verwertungsgebühr – die für das Deponieren des Restmülls  erhoben wird - sinkt für die meisten Behältertypen. Beim 80-Liter-Behälter um 0,10 Euro, beim 120-Liter-Behälter um 0,18 Euro, beim 240-Liter-Behälter um 0,31 Euro und beim 1100-Liter-Behälter um 1,72 Euro. Für den 60-Liter-Behälter bleibt sie konstant. „Die Festgebühren für die Biotonnen bleiben ebenfalls konstant“, so Richter. Auch die einmal im Quartal vorgeschriebene Pflichtentleerung bleibe bestehen.

Der Geschäftsführer wies am Montag den Vorwurf zurück, die notwendige Anhebung der Müllgebühren würden einseitig auf die Schultern der Leipziger Eigenheimbesitzer verlagert. Wie bereits in den Vorjahren sei das im Rahmen einer repräsentativen Stichprobennahme ermittelte Durchschnittsgewicht der Behälterinhalte in Abhängigkeit von der jeweiligen Restabfallbehältergröße zur Berechnung der Degression der Leerungsgebühr herangezogen worden, betonte Richter. Erst durch diese Rechnung würden die beträchtlichen Dichteunterschiede und damit die Menge der zur Entsorgung bereitgestellten Abfälle als Maß für die Inanspruchnahme der Leistung Restabfallentsorgung berücksichtigt. „Kleine Behälter sind deutlich stärker verdichtet als große“, so Richter. Die aktuelle Regelung sei „verursachergerecht“.

Die Leipziger Wohnungsgenossenschaft Lipsia eG kritisierte am Montag das städtische Gleichbehandlungsprinzip bei der Müllentsorgung. Da Mülltonnen in Leipzig nur alle 14 Tage geleert werden – unabhängig davon ob es sich um ein Einfamilienhaus mit zwei oder einen Wohnblock mit über 200 Bewohnern handelt - hätten große Wohnungsgenossenschaften Grünflächen gerodet und viel Geld in neue Areale investiert, um neue Müllplätze zu schaffen. Vor allem in den Sommermonaten stieg jedoch gerade der Gestank der 14 Tage lang nicht geleerten Biotonnen zum Himmel. Dass die Tonnen nicht oder – wie im Fall der Biotonne – nur einmal jährlich gereinigt werden, verschärfte die Problematik zusätzlich. „Für die Wohnungsgenossenschaft Lipsia kommt die Stadt hier einer Pflichtaufgabe, der Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit, nicht nach“, so Wilhelm Grewatsch, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG . „Es geht uns hier nicht vorrangig um die Mehrkosten, sondern vor allem um das Erhalten der Wohnqualität für unsere Mieter. In einer Großsiedlung wie Grünau muss die wöchentliche Leerung als Ausnahmefall in der Müllsatzung erlaubt werden, sonst wird die Unordnung zunehmen.“

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