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Lokales Müllproblem in Leipzig-Schleußig – Baustelle behindert Abfallentsorgung
Leipzig Lokales Müllproblem in Leipzig-Schleußig – Baustelle behindert Abfallentsorgung
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18:42 06.04.2016
In Schleußig gibts aktuell nicht nur Wald- und Wasseranbindung, sondern auch Müllberge.  Quelle: Matthias Puppe
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Leipzig

 Schleußig gehört mit seinen Loftwohnungen und Gründerzeithäusern zu Leipzigs besten Wohnadressen. Seit Wochen türmt sich im Stadtteil aber auch der Müll. Entlang der Industriestraße wurden die abholbereiten Tonnen nicht geleert, quellen Altpapier und Plastikabfälle inzwischen auf Gehweg und Straße. Grund für die Nachlässigkeit am zentralen Verkehrsweg ist eine Großbaustelle der Wasserwerke samt Vollsperrung für Motorisierte.

Die Mitte Februar begonnenen und noch bis Ende Mai andauernden Arbeiten zwischen Könneritzstraße und Holbeinstraße verblüfften offenbar nicht nur Anwohner und Gewerbetreibende. „Die Baustelle war auch für uns eine Überraschung. Wir sind vom Bauträger nicht darüber informiert worden, ich weiß nicht mal, wer da überhaupt baut“, erklärte Daniel Gebert, Fuhrparkleiter der ALL Abfall Logistik. Das Unternehmen sorgt im Auftrag der Stadtreinigung dafür, dass Papier und Wertstoffcontainer von den Haustüren abgeholt und entsorgt werden. Im Normalfall.

Anwohner sollen Abfalltonnen außerhalb platzieren

Auf der Industriestraße funktioniert die Entsorgungen aktuell allerdings nicht mehr, weil die Müllfahrzeuge hier nicht mehr durchkommen. Bis auf zwei schmale Fahrradstreifen, die offen gelassen wurden, ist die Straße eine abgesperrte Baustelle. „Wenn wir dort hinfahren, können wir auch nur feststellen: Da kommen wir nicht mehr lang. Unsere Mitarbeiter nehmen dann mit, was am Rand der Baustelle platziert wurde. Sie können aber nicht reinlaufen und jede Tonne einzeln rausbringen. Das gehört einfach nicht zu unserem Auftrag“, so Gebert gegenüber LVZ.de. Die Folge: Die Tonnen stehen zwar vor den Haustüren bereit, abgeholt wurden sie aber nicht. Zudem haben sich ringsherum weitere Ansammlungen von Abfalltüten gebildet.

Seit vergangenem Wochenende informieren geklebte Handzettel zumindest Anwohner über den Abholmalus. Ihnen wird im Schriftstück empfohlen, die Mülltonnen selbst bis zum jeweiligen Ende der Baustelle zu schieben – damit sie dort bei der nächsten Abholung mitgenommen werden können. Zudem sei die ALL Abfall Logistik auch bereit, kostenpflichtig zusätzliche Abholungen zu organisieren, so die an Haustüren geklebten Informationen.

„Die Zettel sind aber nicht von uns“, so ALL-Fuhrparkchef Gebert. Im Grunde stimmen die Angaben zwar, in diesem Ausnahmefall sei das Unternehmen aber auch bereit, zusätzliche Fahrten ohne Aufpreis zu machen. „Wir empfehlen den Anwohnern, volle Tonnen am Rand der Baustelle aufzustellen. Wenn mehrere zusammenkommen, können wir dann nach Anruf auch mal außer der Reihe und unentgeltlich abholen“, so Gebert am Mittwoch. Ansonsten gilt bis Ende Mai für die Bewohner der Industriestraße: Wer seinen Müll nicht liebt, der schiebt – bis zum Baustellenende.

UPDATE 15.45 Uhr: Müllabfuhr und Wasserwerke handeln Kompromiss aus

Nach Veröffentlichung dieses Textes fanden am Mittwochnachmittag Gespräche zwischen der ALL Abfall Logistik und den Leipziger Wasserwerken statt, die das künftige Vorgehen verbessern sollten. „Es ist von unserer Seite kein Problem, dass Müllfahrzeuge in die Baustelle einfahren können“, erklärte Wasserwerke-Sprecherin Katja Gläß anschließend gegenüber LVZ.de. In der Regel soll es nun wieder möglich sein, dass die Mülltonnen vor der Haustür abgeholt werden. Im Einzelfall, beispielsweise wenn Großgeräte in der Baustelle ein Durchfahren temporär behindern, müssten Anwohner ihre Tonnen aber weiterhin zu den Sammelstellen am Ende der Baustelle bringen. Am kommenden Freitag sei diesbezüglich eine kostenlose Sonderabholung der Müllabfuhr geplant.

Von Matthias Puppe

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