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Multikulturelles Leipzig – Fast neun Prozent der Einwohner haben Migrationshintergrund

Multikulturelles Leipzig – Fast neun Prozent der Einwohner haben Migrationshintergrund

Die Stadt ist bunt. In Leipzig leben Deutsche mit Menschen von allen fünf Kontinenten und aus 163 Ländern der Welt zusammen - darunter 42 europäische, 47 afrikanische, 25 amerikanische und 44 asiatische Staaten.

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Blick in die Eisenbahnstraße - in Neustadt-Neuschönefeld liegt der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung in Leipzig am höchsten.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Das geht aus dem aktuellen Migranten-Bericht hervor, den die Stadt Leipzig am Montag veröffentlichte.

Insgesamt hatten Ende 2011 knapp 44.500 Menschen mit Migrationshintergrund ihren Hauptwohnsitz in Leipzig gemeldet, das sind 8,6 Prozent der Leipziger Bevölkerung und 0,6 Prozentpunkte mehr als 2010. Aus der Russischen Föderation stammt mit fast 6000 Menschen die größte Gruppe der Migranten, gefolgt von der Ukraine (3046), Vietnam (2742), Kasachstan (2344), Polen (1984) und der Türkei (1597).

Damit steigt die Zahl der Leipziger mit Migrationshintergrund in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Von ihnen besitzen aktuell rund 40 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft. Frischen Wind bringen die Migranten nicht nur in das kulturelle Leben der Stadt, mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren tragen sie außerdem zur Verjüngung der Leipziger Bevölkerung bei, die im Schnitt 45 Jahre alt ist.

Deutlich zeigt sich, dass der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung vom Stadtzentrum zum Rand der Stadt abnimmt: Die Zahlen reichen von 29 Prozent in Neustadt-Neuschönefeld und 28 Prozent in Zentrum-Südost über 11 Prozent in Gohlis-Süd bis zu 1,5 Prozent in Baalsdorf.

Leipzig an multikultureller Spitze der neuen Bundesländer

„Trotz der kalten Witterung wird mir dank des Berichts warm ums Herz“, sagt der Leiter des Referats für Migration und Integration Stojan Gugutschkow. Grund: Das Leipziger Statistikamt hätte sich so gründlich und vielschichtig mit dem Migrations-Thema beschäftigt, wie keine andere ostdeutsche Stadt. „Dadurch sind leider auch keine Vergleiche unter den Städten möglich“, so Gugutschkow weiter. Dennoch könne man Leipzig als multikulturellste Stadt der neuen Bundesländer bezeichnen – Berlin ausgenommen.

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Stojan Gugutschkow, Leiter des Referats für Migration und Integration der Stadt Leipzig (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Als wichtiger Maßstab für Integration gelte die Erwerbstätigkeit. Die Arbeitslosigkeit sei mit 24 Prozent bei den Ausländern allerdings fast doppelt so hoch wie die der Leipziger ohne Migrationshintergrund. „Positiv ist jedoch zu deuten, dass beide Zahlen in den letzten Jahren sinken“, so Peter Dütthorn vom Amt für Statistik. Unterschiede sind auch bei den Leistungsempfängern zu verzeichnen: Die Zahl der deutschen Arbeitslosengeld-II-Empfänger lag 2011 bei fast 18 Prozent, die der ausländischen ALG-II-Empfänger bei 29 Prozent. Ausländische Arbeitssuchende hätten weit mehr Probleme eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, als Deutsche.

Migranten sind optimistischer als Deutsche

Auch an den Leipziger Hochschulen ist die Multikulturalität unterschiedlich ausgeprägt: An der Uni Leipzig waren im Wintersemester 2011/2012 rund 9 Prozent ausländische Studierende eingeschrieben, an der Hochschule für Musik und Theater 33 Prozent, an der Handelshochschule Leipzig. Leipzig Graduate School of Management (HHL) 29 Prozent. Die HHL hätte im Ausland einen ausgezeichneten Ruf. Insgesamt sind 10 Prozent aller Leipziger Studierenden Ausländer.

Positiv voran gehen die Migranten der Messestadt in punkto Lebenszufriedenheit und Zukunftsaussichten: 74 Prozent von ihnen sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Leben, bei den Deutschen sind es 69 Prozent. Optimistisch sind 10 Prozent mehr Leipziger mit Migrationshintergrund als ohne.

Nach 2010 erscheint der Bericht über Migranten in der Stadt Leipzig nun zum zweiten Mal. Herausgegeben wird er vom Amt für Statistik und Wahlen und dem Referat für Migration und Integration Leipzigs. Der Migrations-Bericht hat den seit 2000 erschienenen Ausländerbericht abgelöst.

Aufgrund wiederholter menschenverachtender, rassistischer und gewaltverherrlichender Äußerungen wurde die Kommentarfunktion für diesen Artikel deaktiviert.

Stefanie Dietz

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