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Lokales Multiresistente ESBL-Keime in Leipziger Uniklinik: Frühchenstation ist betroffen
Leipzig Lokales Multiresistente ESBL-Keime in Leipziger Uniklinik: Frühchenstation ist betroffen
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11:47 06.11.2013
Auf der Frühchenstation der Leipziger Unikilinik wurden ESBL-Erreger entdeckt. (Symbolbild) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Bakterien seien bei 17 Babys entdeckt worden. „Keines der Kinder ist erkrankt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik.

Aufmerksam geworden sind die Mitarbeiter des Hauses durch regelmäßige Untersuchungen in den Abteilungen. Sie waren erweitert worden, nachdem im vergangenen Jahr der Darmkeim KPC am UKL auftrat. „Durch unsere umfangreichen Screeningmaßnahmen können wir frühzeitig Gefährdungen erkennen und rechtzeitig reagieren, so wie jetzt geschehen“, erklärte Wolfgang E. Feig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums.

ESBL-Erreger kommen in der Darmflora vor und sind nach Klinikangaben für gesunde Menschen ungefährlich. Gefährdet seien allerdings schwerkranke und immungeschwächte Patienten. Bei ihnen könnten beim Ausbruch einer Infektionen die Harnwege betroffen sein, Wunden schlecht heilen oder auch Lungenentzündungen auftreten. Obwohl die Keime als multiresistent gelten, seien noch mehrere Antibiotika wirksam, so das UKL.

„Bedauerlicherweise gehören ESBL-Erreger seit Jahren zum Alltag in Kliniken“, sagte Arne Rodloff, Direktor des Instituts für Mikrobiologie und kommissarischer Leiter der Krankenhaushygiene am UKL. Wichtig sei ein frühes Erkennen.

Zur Bekämpfung der ESBL-Häufung, die erstmals vor anderthalb Wochen auf der Frühchenstation aufgetreten sei, tragen Personal und Eltern jetzt spezielle Schutzkleidung, Handschuhe und eine Maske. Die 25 Säuglinge auf der Neonatologie wurden isoliert. Vorsorglich hätten Ärzte auch die Mitarbeiter und Angehörigen untersucht.

Wie der Keim ins UKL gelangte ist noch unklar. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Erreger von außen ins Klinikum mitgebracht wurde“, vermutete Rodloff. Er wird unter anderem durch kontaminierte Hände übertragen.

Die Stadt teilte am Mittwoch mit, dass das Uniklinikum von sich aus das Gesundheitsamt informiert habe. "Eine Kolonisation mit resistenten Keimen ist kein Meldetatbestand nach dem Infektionsschutzgesetz", erklärte Nils Lahl vom Gesundheitsamt. Dennoch hätten die Verantwortlichen sein Amt frühzeitig eingebunden. Um die Gefahr für die Babys so gering wie möglich zu halten, werde zurzeit an Korrekturen gearbietet, so der Gesundheitsexperte weiter.

Matthias Roth

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