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Museumsnacht zwischen Skeletten und Jägern: In Leipzig und Halle locken 76 Einrichtungen

Museumsnacht zwischen Skeletten und Jägern: In Leipzig und Halle locken 76 Einrichtungen

Mit Taschenlampe durch den „Knochenboden“ oder ein nächtlicher Gang durch die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR: Am 4. Mai locken Museen und Erinnerungstätten in Leipzig und Halle wieder zur Erkundungstour.

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v.L. Maike Günther (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), Rolf Jacob (Stadtarchiv Halle), Susanne Kucharski-Huniat (Kulturamt Leipzig) und Jürgen Reichardt (Stadt Halle) mit dem Plakat der Museumsnacht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Unter dem Motto „Jagdfieber“ öffnen 76 Einrichtungen in den Nachbarstädten bis tief in die Nacht ihre Pforten. Am Freitag startet der Ticketverkauf für die fünfte gemeinsame Museumsnacht.

Von 18 bis 1 Uhr werden die 76 Museen, Erinnerungsstätten, Sammlungen, Galerien und Gedenkstätten in Halle und Leipzig geöffnet sein. Das Motto „Jagdfieber“ soll dabei nicht nur einen thematischen Rahmen für die Aussteller bilden, sondern auch die Besucher animieren, besondere „Schätze“ in der Museumsnacht zu jagen.

Dass das nicht nur metaphorisch gemeint ist, zeigt zum Beispiel die Zoologische Lehr- und Studiensammlung der Uni Leipzig, die mit einem Gang in ihr, sonst für die meisten Personen verschlossenes, Magazin anbietet. Bei der Führung durch den „Knochenboden“ sollten die Besucher eine eigene Taschenlampe mitbringen. Weil der Platz begrenzt ist, muss die Teilnahme per E-Mail angemeldet werden. ( zoosa@uni-leipzig.de)

Halle feiert 350. Geburtstag von August Herrmann Francke

Die Stasi-Unterlagenbehörde am Dittrichring beschäftigt sich mit den Staatsjagden in der DDR. Dabei ist während der Museumsnacht das gesamte Gebäude der ehemaligen Außenstelle des Staatssicherheitsdienstes begehbar. Ebenfalls einen Besuch Wert: die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in der Arndtstraße, die neben der Museumsnacht nur zum Tag des offenen Denkmals ihre Pforten für Besucher öffnet.

In Halle steht vor allem der 350. Geburtstag des Theologen und Kirchenlied-Dichters August Herrmann Francke im Vordergrund. Die von ihm gegründete Franckesche-Stiftungen würdigen ihren Begründer mit einer Ausstellung. Erstmalig bei der diesjährigen Museumsnacht sind das neu eröffnete Chrisian-Wolff-Haus, die Geschichtswerkstatt Halle-Neustadt und die Begegnungsstätte „Deutsche Einheit“ im Geburtshaus Friedrich Genschers dabei.

31 Museen in Leipzig mit Kinderprogramm

Auch für die Kleinsten haben sich die Veranstalter zahlreiche Spiele ausgedacht. Kinder und Jugendliche können unter anderem im Antikmuseum der Uni Leipzig auf „Monsterjagd“ gehen, im Sächsischen Apothekenmuseum den „Düften“ hinterher jagen oder mit Comiczeichner Schwarwel im Forum für Zeitgeschichte auf eine malerische Entdeckungstour gehen. „Die Ausstellungen ziehen immer mehr Kinder an“, freute sichMaike Günther vom Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig am Donnerstag bei der Programmvorstellung. Insgesamt bieten 31 der 51 Veranstalter in Leipzig ein Programm für Kinder und Jugendliche an.

2012 wurden rund 17.000 Eintrittskarten verkauft. Zusammen mit den Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren bedeutet das etwa 30.000 Besucher, die trotz Regenwetters in die verschiedenen Museen und Erinnerungsstätten strömten. Da viele Besucher die Nacht nutzen um mehrere Orte zu besuchen zählten alle Veranstalter zusammen mehr als 65.000 Besucher.

Eintrittskarten kosten pro Besucher ab 16 Jahren 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Inhaber des Leipzig-Passes oder Halle-Passes zahlen 4 Euro. Kinder unter 16 Jahren haben freien Eintritt. Die Tickets gelten auch als Fahrkarten in allen Verkehrsmitteln des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds in den Zonen 110  und 210 und in den Nahverkehrszügen 162, 163 und 225 zwischen Halle und Leipzig. Das komplette Programm gibt es auf der Homepage der Museumsnacht.

Florian Theis

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