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Lokales Musik baut Brücken – auch in Leipziger Schulen
Leipzig Lokales Musik baut Brücken – auch in Leipziger Schulen
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10:08 21.11.2018
Die Klasse 4b der Grundschule am Rabet bereitet sich mit ihrer Musiklehrerin Gabriele Müller auf die Musiker aus der Ukraine vor. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Was vor 100 Jahren geschah, ist für die Kinder der Grundschule am Rabet weit weg. Vom Ersten Weltkrieg haben sie wohl bislang kaum etwas gehört. Dennoch freuen sich die Kinder der vierten Klassen, dass sie bald Gäste aus der Ukraine haben, die mit ihnen gemeinsam musizieren. „Unsere Besucher geben ein kleines Konzert, danach singen wir mit ihnen drei Lieder“, erklärt Musiklehrerin Gabriele Müller. Auch das Te Deum von Charpentier wird geübt.

Gäste aus der Ukraine am Rabet

Die Gäste der Grundschule kommen aus der Ukraine, haben im Vorfeld ein ukrainisches Weihnachtslied geschickt. Auch ein russisches wird gesungen. „Wir haben ja Kinder, die russisch oder ukrainisch sprechen, können die Lieder daher in Originalsprache singen“, so Musiklehrerin Müller. Der Musikerbesuch in der Grundschule gehört zum Projekt „Brücken bauen über Gräben“, das der Verein Notenspur organisiert. Dieser hat junge Musiker aus Ländern, die im Ersten Weltkrieg verfeindet waren, eingeladen. Sie kommen aus Frankreich, Russland, Polen, Italien, der Ukraine und Tschechien. Am Buß- und Bettag, 17 Uhr, gestalten sie in der Nikolaikirche einen Gedenkgottesdienst mit. Außerdem sind sie bei der Notenspur-Nacht der Hausmusik am 24. November dabei. „Dass die Nachfahren ehemaliger Kriegsgegner heute in privaten Räumen der Leipziger gemeinsam musizieren, ist eine eindrückliche Botschaft und ermutigt uns, nicht nachzulassen im Einsatz für das gemeinsame, friedliebende Europa“, betont Werner Schneider, Initiator der Notenspur-Nächte der Hausmusik.

Gespräche über den Ersten Weltkrieg

Die Musiker sind in insgesamt sieben Schulen zu Gast. Dort werden sie auch erzählen, was sie von ihren Groß- und Urgroßeltern über Europa im Krieg erfahren haben und wie sie selbst Europa erleben. „Krieg und Verfolgung ist für einige Kinder an unserer Schule sehr aktuell“, sagt Musiklehrerin Müller von der Grundschule am Rabet, in der Kinder aus 18 Nationalitäten lernen. „Musik ist so allumfassend, dass die zeit- und sprachlos ist“, sagt sie: „Musik verbindet Völker und Kulturen.“ Das will auch das Projekt „Brücken bauen“, eingebettet in das Festival „Europäische Notenspuren“, beweisen. Dabei will der Verein Notenspur auch die Verflechtungen der Musiktradition sichtbar machen, ohne die Leipzig sich nicht hätte zur Musikstadt von internationalem Rang entwickeln können.

Im März 2018 wurde der Verein – gemeinsam mit neun Leipziger Musik-Erbestätten – mit dem Europäischen Kultursiegel ausgezeichnet. In diesem und nächsten Jahr setzt er verschiedene europäische Kulturprojekte um.

Von Mathias Orbeck

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