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Lokales Musikpavillon gründet eigenes Orchester
Leipzig Lokales Musikpavillon gründet eigenes Orchester
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00:34 17.05.2018
Die Geige immer dabei: Thomas Krause und sein Salonorchester spielen am Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park auf. Gastronom Eberhard Wiedenmann (rechts) und Mike Demmig, der die Musiker vertritt, wollen so eine Tradition aufleben lassen. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Immer lustig bei des Bechers Freuden“ – dieser einst preisgekrönte, heute längst vergessene Titel klingt nach sommerlichen Freuden. Er ist bereits 1897 entstanden und eigens für die Leipziger Industrie- und Gewerbeausstellung komponiert worden. In deren Tradition versteht sich der Musikpavillon im heutigen Clara-Zetkin-Park, in dem am Wochenende regelmäßig zum Kaffee aufgespielt wird. Dort wird nun eine fast vergessene Musiktradition wiederbelebt: das Musikpavillon-Salonorchester hat am Pfingstmontag Premiere. Das hat Thomas Krause (33), der im Orchester der Musikalischen Komödie Geige spielt, gemeinsam mit neun Kollegen des Hauses gegründet.

Musiker verwirklicht Traum

„Ich freue mich riesig und hatte schon lange den Traum, mit einem Salonorchester gehobene Unterhaltungsmusik zu spielen“, sagt Krause. Anders als beim „großen Orchester“, das Opern und Operetten begleitet, könnten sich die Musiker in dieser Form der leichten Muse besser ausleben und eigene Vorstellungen verwirklichen. „Die Welt der Salonmusik ist unerschöpflich. Daher werden wir nicht nur bekannte Stücke spielen, sondern möchten versteckte Perlen finden.“ Krause ist regelmäßiger Gast beim Leipziger Kammerorchester und Konzertmeister der Kammerphilharmonie Leipzig. Konzertreisen führten ihn nach China, Spanien, Norwegen und in die USA, wo er wie in Indien, Honduras und Guatemala auch als Solist Erfolge feierte.

Salonorchester spielte zur MuKo-Premierenfeier

Den Musikpavillon in seiner heutigen Form gibt es seit 1912. Die musikalische Umrahmung an Sonntagen übernahmen die damals bekannten Musiker Custav Curth (Krystallpalast Varieté und Varieté Haus Dreilinden) sowie Günther Koblenz, der unter anderem mit dem Grotrian-Steinweg-Orchester arbeitete. Krause will diese Tradition nun aufleben lassen. Dabei stieß er durch einen Zufall auf einen „wahren Schatz“. Eine Kollegin bot ihm 2015 eine riesige Notensammlung mit 700 Salontiteln an. „Selbst ältere Kollegen waren überrascht, was ich da so gefunden habe.“ Bei einer Premierenfeier in der MuKo probierte sich das Salonorchester Thomas Krause schon mal aus. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir viel Spaß zusammen haben und wollen weiter gemeinsam musizieren.“ Die tolle Atmosphäre im Park – die Zuhörer sitzen entspannt im Grünen – lade förmlich ein.

Gastronom will Tradition pflegen

„Mir ist es wichtig, gepflegte Musikkultur anzubieten“, so Gastronom Eberhard Wiedenmann, der den Musikpavillon restaurieren ließ und betreibt: „Da passt das Salonorchester dazu, um Traditionen wiederaufleben zu lassen.“ Im Pavillon gibt es pro Saison 30 bis 40 Veranstaltungen. Zur Tradition gehört mittlerweile auch ein Auftritt des Orchesters der Musikalischen Komödie.

Für die Ausstellung 1897 sind drei Piano-forte-Versionen von Märschen nach einem Wettbewerb prämiert worden. Sie wurden lediglich mit dem Klavier vorgespielt, aber nicht mit dem Orchester. „Sie liegen im Sächsischen Wirtschaftsarchiv. Wir haben die Erlaubnis bekommen, sie für unser Musikpavillon-Salonorchester uraufführen zu dürfen“, erzählt Mike Demmig, dessen Agentur für Begleitmusik & Konzerte die Musiker vertritt. Dieses Jahr sind zunächst zwei Termine im Park möglich (21. Mai sowie 26. August). Das liegt vor allem an den Verpflichtungen der Musiker an der MuKo.

Weitere Auftritte sind geplant

Für 2019 ist bereits ein neuer Höhepunkt geplant. Clara Schumann hat dann ihren 200. Geburtstag. Dann richtet der Verein Notenspur im Musikpavillon ein Konzert aus, das Salonorchester steuert ein Programm bei. „Dabei spielen wir Stücke aus der Zeit Clara Schumanns“, kündigt Krause an. 2020 – zum Jahr der Industriekultur – wird es zudem ein Programm zur Kultur der Gewerbeausstellungen geben.

Von Mathias Orbeck

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